Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 17 (27.2.1899)
- Date
- 1899-02-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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325 treuergebene Jugend die Impulse empfängt, um dereinst würdig und fähig zu fein, an der Spitze der kommenden Geschlechter als Lehrer und Fortpflanzer unserer rivu min voranzuschreiten. Nun, da der Boden urbar gemacht, die edle Pflanze die Säfte desselben in sich aufnimmt, der Gärtner mit Freude und hoffnungsvollem Blicke die gedeihliche Entwicklung verfolgt, droht der Mangel der nöthigen Erhaltungsmittel sich hindernd in den Weg zu stellen. Theure Glaubensgenoffen! Wie viele Vereine und Anstalten zur Pflege gesellschaftlicher Wohlfahrt genießen Ihre Hilfe; wo aber gäbe es eine dringender gebotene Unterstützung, als die zur Erhaltung unserer heiligen Religion, “pw sn Wie spärlich sind die Anstalten, welche sich die Pffege der min npHpn zur Aufgabe Qemcufyt! und diese wenigen sollten nicht über die nöthigsten Existenzmittel verfügen können?! Theure Glaubensgenossen! Mit den Feuerworten unserer Propheten appelliren wir an Ihr edles jüdisches Herz, da zu helfen, wo Hilfe am dringendsten ist. Was ist Israel ohne mm? Was ist Judenthum ohne die Liebe, ohne den heiligen Geist der Tradition?! Von Ihrer werkthätigen Hilfe hängt es ab, daß wir das im besten Fortgänge begriffene edle Werk fortsetzen können; wenden Sie Ihre Liebe der heiligen Sache zu, werben Sie ihm Gönner im Kreise Ihrer Freunde und Bekannten, und die geeinten Kräfte aller werden die Krone unserer mm ruwipn in neuem Glanze erstrahlen laffen. mr.r, isiwi. Die Unterrichts-Erfolge waren auch im abgelaufenen Schuljahre sehr zuiriedenstellende; die wiederholten Prüfungen im Laufe des Schuljahres wie auch das Schlußexamen bewiesen, daß sowohl Lehrer als Schüler redlich im Erreichen des höheren Zieles bestrebt sind. Für die uns gewordenen Beiträge sprechen wir den edlen Gönnern unfern wärmsten Dank aus; möge sich unsere Lehranstalt auch in der Zukunft Ihrer wohlwollenden Fürsorge und Geneigtheit erfreuen. Insbesondere sind wir unserer Muttergemeinde Mattersdorf zu Danke verpflichtet für all' die Opfer, die sie mit solch liebevoller Bereitwilligkeit der Förderung des humanitären Zweckes widmet. Die Anstalt wurde von 33 Schülern besucht. England.? London. Der Vorstand der United Synagogues hat m seiner letzten Versammlung ein sehr wichtiges Werk zu Ende geführt. Der Plan für die Befferung der Zustände im Ostend ist nach so vielen Hin- und Herberathungen, nach endlosen Debatten schließlich mit kleinen Abänderungen in der Form angenommen worden, in der er durch Die vorberathende Commnsion dem Vorstand unterbreitet worden ist. Sem Kernpunkt ist die Errichung von großen Baulichkeiten, in denen eine 'große Synagoge enthalten sein soll, die aber außerdem für viele Vereine, Unterrichtsanstalten rc. Platz bieten muß. Ferner wird die Anstellung von Dolmetschern erfolgen, die von einem Spezialkomitee eine Autorisation erhalten sollen, dann die Errichtung eines Schiedsgerichtes auf religiöser Grundlage, ferner sollen die Errichtung von Sparvereinen, Versicherungsvereinen, Klubs für Knaben, Mädchen und Erwachsenen ermuntert werden. Mit besonderem Nachdruck wird man bemüht sein, die technische Erziehung zu fördern und zwar durch Errichtung von Klaffen für den Handfertigkeit-Unterricht in den jüdischen Schulen, sowie durch Bezahlung des Schulgeldes für jüdische Schüler in den bestehenden derartigen Anstalten und durch Propaganda bei den Eltern. Außerdem werden Besuchs-Komiteeeingerichtet, die die Armen in ihren Wohnungen aufsuchen sollen, Krippen eröffnet, Auskunftsbureaus für die Aus- und Einwanderung, und die Geldwechselei geschaffen werden, und schließlich soll die allgemeine Bildung im Ostend durch geeignete Vorträge und UnterrichtSanstalten besonders für Englisch gefördert werden. So weitaussehend dieser Plan ist und so große Kosten er auch erfordern wird, so dürfte die United Synagogues mit Muth an diese Arbeit Herangehen, denn ihre Finanzen sind in glänzender Verfaffung und an freiwilligen Hilfskräften wird es nicht fehlen. Die Einnahmen belaufen sich im Berichtsjahr auf ca. 640 000 Mk., die Ausgaben auf ca. 540 000 Mk., so daß ein Ueberschuß von rund 100 000 Mk. dem Fonds zugesichert wurde. Dabei haben die United Syuagogues noch ca. 60 000 Mk. für Unterstützungen und 13 000 Mk. für Religionsunterricht auszugeben. Es mögen noch einige statistische Daten folgen. Hochzeiten wurden in diesen Synagogen geschloffen 004, gegen 868 im Vorjahre, ferner in den Synagogen Federation Synagogues 135, gegen 74 im Vorjahre. Todesfälle von Juden gelangten Iv53 zur Anzeige, gegen 1720 im Vorjahre.? London. Vorigen Monat fand in der St. Andreas-Uaioersität Die feierliche Promovirung des Oberrabbiner zum Ehrendoktor statt. Der Dekan Pcofeffor Burmtt hielt die feierliche Begrüßungsrede und pries die schriftstellerische- und Rabbinats Thätigkeit des Dr. Adler. Zugleich aber sprach er auS, daß die Universität zu einer Zeit, in der so viele Christen ihre Herzen gegen die Kinder Israels verhärten, sich verpflichtet geglaubt habe, Dr. Adler als dem Vertreter der Juden ein Zeichen der Hochachtung zu geben, die man den wahren Juden entgegenbringe. Auch die Studenten begrüßten Dr. Adler sehr sympathisch, der von vielen Gemeinden und Privaten Gratulationen empfing. Auf der Reise weilte Dr. Adler in Eoinburg und predigte dort.