Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 16 (23.2.1899)
- Date
- 1899-02-23
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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64 gedroschen, und die 1,500 Frcs. werden dazu dienen, das Anschaffungskapital zu amortisiren. Das verflossene Jahr war demnach dem Bau der Cerealien und im Allgemeinen der ---<«=*©»» grossen Kultur günstig; wir können den Nettogewinn in dieser Hinsicht auf 8,500 Frcs. zusammenfassen, gleich einem Nettogewinn pro Hektar von 115 Frcs. Aufruf der Jnden Jaffas an ihre Brüder im Anslande. Die Krankenpflege ist eine der höchsten Tugenden des jüdischen Volkes; immer und iiberalUhat der Jude die grösste Opferwilligkeit an den Tag gelegt, wenn es galt, die körperlichen Leiden seiner Mitmenschen und insbesondere seiner Glaubensbrüder zu lindern. Dass die Barmherzigkeit, dieser^ edle Zug des jüdischen Charakters, sich auch in unserer Gemeinde in schönster Weise bewährt, beweist das mit schwerer Mühe in’s Leben gerufene und seit nunmehr einer Reihe von" Jahren hier bestehende, am Meeresstrande gelegene Hospital “pvjj Das überaus segenbringende Wirken dieser Anstalt erstreckt sich nicht allein auf die jüdische Bevölkerung Jaffa’s und der umliegenden Kolonien, sondern auch auf die vielen Kranken, die alljährlich aus Jerusalem und anderen Orten Zuströmen, um in 'dem milden Seeklima und den Seebädern unserer Stadt Heilung zu suchen. Sehr oft wurden arme Einwanderer, die, nachdem sie kaum den Boden des heiligen Landes betreten hatten, hier von den Strapazen ihrer mühseligen Reise zusammenbrachen, wochenlang in unserem Krankenhause verpflegt. Wir haben keine Opfer an Geld, Zeit und Mühe gescheut, um den grossen Bedürfnissen der Anstalt entsprechen zu können. Jedoch hat schon oft ein Umstand die Existenz der Stiftung in’s Schwanken gebracht, nämlich: der Mangel eines eigenen Hauses. Hat doch schon mehr als einmal der Eigenthümer des jetzigen, von uns als Hospital benützten Hauses, weil wir den rückständigen Miethszins zum Termine nicht entrichten konnten, gedroht, die Betten mitsammt den Kranken auf die Strasse setzen zu lassen! Wohl haben sich in solch’ kritischen Momenten bisher noch Gönner gefunden, die sich der Anstalt angenommen und sie der momentanen Gefahr entrissen haben. Kann aber dieses fortwährende Ringen mit der Noth und dem Mangel auf die Anstalt gedeihlich wirken? Es war desshalb von jeher unser unausgesetztes Bemühen und ernstes Bestreben, der Anstalt durch die Errichtung eines eigenen Heims eine feste Basis zu geben, und unsere Bemühungen waren von Erfolg! Der Allbarmherzige hat dem Hospital endlich zu unserer hohen Genugtuung und zur Freude aller Freunde und Gönner desselben, einen rettenden Engel in der Noth, in der Gestalt der edlen Frau Baronin von H i r s c'h -Gereuth geschickt. Diese hochherzige Wohltäterin hat, überzeugt von der ausserordentlichen Wichtigkeit und Dringlichkeit unseres Hospitals, in ihrer bekannten Grossmuth die Hälfte der Kosten für den Bau eines Hauses bis zur Höhe von 75 000 Francs bewilligt, jedoch nur unter der Bedingung, dass die jüdische Gemeinde in Jaffa die andere Hälfte aufbringt. Durch diese gross« müthige Gabe sind wir unserem heissersehnten Ziele um ein Bedeutendes näher gerückt. Da es aber unserer armen Gemeinde unmöglich ist, die für den Bau des Hauses fehlende andere Hälfte aus eigenen Mitteln aufzubringen und das hoch philantropische Werk dadurch unausgeführt bleiben müsste, wenden wir uns Namens der Kranken und Leidenden an unsere wohltätigen Brüder und Schwestern mit der flehentlichen Bitte : Folget dem edlen Beispiele Eurer hochherzigen Schwester, der Frau Baronin v. Hirsch, und helfet gemeinsam mit ihr das Werk der Liebe und Barmherzigkeit auszuführen! Helfet die Steine zu einem Bau Zusammentragen, in welchem vielen Leidenden Heilung, unzähligen elend gewordenen Linderung und Hilfe gebracht werden soll. Wer je das Elend des Daseins, wie es sich hier repräsentirt, geschaut, oder an seinem eigenen Körper erfahren hat, der wird uns, dess’ sind wir überzeugt, gern in unserem humanen Unternehmen unterstützen. Dann werden wir mit des Höchsten Hilfe das unermesslichen Segen zu wirken berufene Haus an der „Pforte Zions“ zu errichten vermögen, ein ewiges Denkmal der Wohltätigkeit und Nächstenliebe Israels! Der Vorstand der jüd. Gemeinde und des "jvs ”iy&vHospitals in Jaffa. Der vorstehende Aufruf bedarf keiner besonderen Befürwortung; er spricht hinlänglich für sich selbst. Ich bin freudig bereit, Spenden für den Hospitalbau entgegenzunehmen und ihrer Bestimmung zuzuführen; möchten dieselben recht reichlich fliessen! Dr* Adolf Nalvendi« Druck der Joh. W.i r t h’schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschaft, Mainz.