Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 16 (23.2.1899)
- Date
- 1899-02-23
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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-- tzg Die Meierei-Sehule von Djedeida. Im Jahrgänge 1897 — 98 wurde eine Bodenfläche von 72 Hektaren besäet; davon 24 Hektaren Getreide, 25 Hektaren Hafer, 10 Hektaren Graupe, 5 Hektaren Bohnen und öVo Hektaren Erbsen, Linsen und Anderes. Das Jahr war dem Getreidebau sehr günstig, da der Winter viel Regen gebracht und es auch im Frühjahr nicht an'Regengüssen gefehlt, um das Aufgehen der Saat zu sichern; nur die Bohnen haben im April durch Rost gelitten, in Folge der Nebel und des Regens. Diese Krankheit hat die Blätter und Zweige befallen und dieselben geradezu verbrannt, die Frucht selbst ist in der Entwickelung aufgehalten worden, sie blieb klein und runzelig. Wir haben es mit der Lupulins als Futterpflanze versucht; der Boden war ausserordentlich gut vorbereitet worden, dennoch ist die Saat nicht aufgegangen; wir haben uns beeilt, dieselbe im Frühjahre zu ersetzen, um den Boden auszunützen. Schon im April hatten die Zeitungen ganz ungewöhnlich gute Ernten vorausgesagt; nach dem Dreschen musste man eingestehen, dass man sich zu viel von den Erträgen versprochen; indessen war die Ernte im Ganzen eine gute, wenn wir auch mehr Stroh als Körner zu verzeichnen hatten. Wenn der Regen allein genügte, um die Ernte zu verbessern, so hätten die Kolonisten in diesem Jahre sehr reich werden müssen, aber das Wasser allein genügt nicht: es gehört noch Dünger dazu, und zwar Schwefeldünger. Es ist bekannt, dass im Allgemeinen der tunesische Boden arm an Phosphorsäure ist, einem befruchtenden Element, dessen Fehlen oder nicht genügendes Vorhandensein geringen Ertrag an Körnern zur Folge hat, wenn selbst alle übrigen Fruchtbarkeitsbedingungen vorhanden sind; es steht daher fest, dass vom Tage an, wo Gaffa seine natürlichen Phosphate unter die Leute verthcilen wird, wo die tunesischen Kolonisten dieselben ausnützen werden, sie nicht solche Enttäuschungen, wie in diesem Jahre, zu erfahren haben werden. Wenn man den Ertrag der Ernte von 1897 — 98 in Betracht zieht, wird man wieder finden, dass der Hafer obenan steht. Dieses derbe Getreide, das aus jedem Dünger seine Kraft zieht, aus jedem Boden wächst, ist gegemeiniglich die Lieblingskultur der europäischen Kolonisten. Sie brauchen kein Zehntel davon abzugeben, wie es bei den anderen Getreide- und Graupenarten der Fall ist, und ferner erstickt der Hafer durch die Kraft und Schnelligkeit seiner Entwickelung alles Unkraut. Er fühlt sich im heimischen Klima, denn man findet ihn vielfach wild wachsen; der Ertrag ist selten geringer als 10 Quintaux pro Hektar, und betrug in diesem Jahre in Djedeida sogar 17 Quintaux, also mehr als 35 Hektoliter pro Hektar), ein Ertrag, der nicht zu verachten ist bei der Ausdehnung, die diese Kultur in Tunesien gewonnen; wir hatten 25 Hektaren davon gesäet. Die zarteren Getreidesorten sind sehr unzuverlässig in Tunesien; dieselben entwickeln sich sehr wenig im Winter und verlangen sehr gut gejäteten Boden, da die wilden Pflanzen sich im Winter sehr kräftig entwickeln. Für die härteren Getreidesorten, die nicht viel ergeben haben, werden wir es im nächsten Jahre mit geschwefeltem Dünger versuchen. Die Erbsen, welche sehr nahrhaft sind, haben ausser den Ernten der grünen Frucht 11 Quintaux pro Hektar ergeben, was eine Bruttoeinnahme von 390 Fr cs. pro Hektar bedeutet und mindestens einen Nettogewinn von 25 0 Frcs. Die grauen Erbsen, mit denen wir es als Futterpflanze versucht, sind sehr gut aufgegangen, und wir haben so viel gewonnen, als wir im Jahrgange 1898 — 99 brauchen, um gutes Winterfutter zu gewinnen, das zur Noth konservirt werden kann. In diesem Jahre haben wir es fertig gebracht, alle für das Internat erforderlichen trockenen Gemüse, wie Erbsen, Linsen, Bohnen, die die Tunesier so sehr lieben, selbst zu ziehen; mit den trockenen Schneidebohnen haben wir es noch nicht so weit gebracht. Die Meiereischule hat in diesem Halbjahre auf einer Fläche von 100 Hektaren, worunter 741/2 Hektaren aus unserem eigenen Besitze und etwa 25 Hektaren nachbarliche Grundstücke, die Ernte besorgt. Dieses Unterrehmen mit unseren Bindemaschinen hat — durch ihren Ertrag — unsere Erntekosten bedeutend herabgemindert. Unsere Dampf - Dreschmaschine — die in diesem Jahre erst angeschafft wurde — hat vierzig Tage hindurch gearbeitet und etwa 4,500 Quintaux gedroschen. Wir haben es in jeder Weise versucht: 1. indem wir das Getreide meterweise berechneten; 2. indem wir die Maschine tagweise verpachteten, und zwar gegen 130 Fr cs. pro Tag, ohne die Transportkosten u. s. w. Wie dem auch sei, der Ertrag ist ein guter unter guter Leitung und Beaufsichtigung. In diesem Jahre haben wir dadurch 4,362 Frcs. eingenommen, wovon 2,862 Frcs. Kosten abgingen, so dass uns immerhin 1,500 Frcs. verblieben, unser eigenes Dreschen nicht mit eingerechnet, das wir umsonst hatten. Im Ganzen genommen hat sich also der Ankauf unserer Dreschmaschine sehr gut rentirt; wir haben unser eigenes Getreide fast ohne Kosten