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Der Israelit · 1899-02-23 · Heft 16 (23.2.1899) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 16 (23.2.1899)
Date
1899-02-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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297 Indien.? Bombay. Am 17. Januar fand hier die feierliche Einweihung des neuen Schulgebäudes statt. Lord Sandhurst, der Gouverneur von Bombay, präsidirte der Feier und hielt die Hauptrede, in der er darauf hinwies, daß in der Sammelliste für die Schule auch nichljüdifche Namen reichlich und mit größeren Beträgen Vorkommen- Schuldirektor Hathoruthwite rühmte dann die Qualitäten der jüdischen Schüler, die sein College besuchten, und Henry Solomon dankte allen Freunden der Schule, besonders dem Gouverneur, auf das herzlichste. Literarische Notiz. V2NV pinö- Erklärungen und Erläuterungen zum '*?rr rrn jrv, von Rabbi Jonathan Eivenschütz, nach einem von der Altonaer Bibliothek Vorgefundenen Manuscripte; zum ersten Male herausgegeben von Oscar Geyer's Buchhandlung in Budapest, Königsgasse 10. Ein Werk, welches von dem unsterblichen Verfasser des 'nbn vro ,D'ö'in\ om» rmsr und ,'rw stammt, bedarf keiner Empfehlung, um in den Kreisen der mv. dasjenige Interesse zu erwecken, welches es infolge seines gediegenen Inhaltes mit Recht verdient. Wir beschränken uns daher, an diese literarische Mittheilung blos die Bemerkung zu knüpfen, daß der Verleger für dieses Chibur, trotz seiner hübschen Ausstattung, den minimalen Preis von 40 Kreuzer festsetzie, damit es auch dem unbemittelten Lamden möglich sei, sich diesen geistigen Genuß zu verschaffen. Feutlleto«. Eine Erzählung aus Ungarn. 4-1) Von Samuel B. Rosner. Nachdruck verboten. Rüben hatte oft die in mancher Familie herrschende Vorliebe für männliche Kinder als gedankenlose Thorheit belächelt — jetzt that er es nicht mehr. Um die ganze Existenz des Weibes, dieser „Mutter alles Lebens", schlingt sich eine Kette von Fahrnissen und Leiden wie ein Faden, der nach Allen seine Fühler ausstreckt, die zu dem Weibe in Beziehung stehen. In allen Lebenslagen: als Tochter, Freundin, Gattin oder Mutter verwandelt das über ihm schwebende Verhängniß das Weib zu einer Quelle stetiger Beunruhigung für alle Diejenigen, die ihm nahe stehen. „Wofür das?" fragte sich Rüben. „Etwa als Belohnung für den immensen Dienst, den das Weib als Lebenserhalterin dem höchsten Willen leistet?." Unwillig schüttelte er diese müßigen Sorgen ab; mit unabweisbarer Zähigkeit aber umschwärmten ihn seine eigenen, speziellen Sorgen, die aus jenen hervorquollen. Die zeitweilige Abwesenheit Schulamit» brachte seine Gedanken auf die große endgültige Trennung von ihr, die früher oder später eintreten wußte. Seine Gedanken schwärmten wild durcheinander, die Pulse hämmerten wuchtig, von der langen, qualvollen GeisteSthätigkeit in Aufruhr versetzt, als sich ihm der Schlaf näherte. Doch es war kein sanftes unmerklicheS Hinübergleiten in das Traumland, sondern ein fast bewußtes widerstrebendes Versinken in einen tiefen, finstern Abgrund, welches sich — vielleicht in Folge der Rervenvibrationen — unter der Empfindung zitternder Flügelschläge allmählich vollzog. Plötzlich und jäh aber überging das leise Schwingen in ein dräuendes Rauschen und Flattern, welches furchtbar aus einer großen Entfernung einherklang und eine schreckliche Wolkenmacht wälzte sich heran, von einem Sturm schlossenartig niedergehender Geschosse durchtobt. Furchtbare, unverständliche Stimmen klangen aus dem Getöse und von namenlosem Entsetzen umfangen und vergeblich nach Errettung lechzend, versank das Bewußtsein immer tiefer im finsteren Nichts, welches es bald ganz auslöschen mußte . . . Rüben machte verzweifelte Anstrengungen, um der entsetzlichen Vision zu entrinnen und erst nach einer Weile gelang es ihm, wach zu werden. Doch auch im wachen Zustande durchzitterte noch sein Herz eine unnatürliche Furcht. Nicht das Bild selbst, welches er auch im Schlaf als Traum erkannt hatte, schreckte ihn so, sondern irgend etwas geisterhaft Geheimnißvoller, das jenem zur unsichtbaren Folie diente. Er hatte sich als Doppelexistenz gefühlt. Das eine Ich empfand unklar, daß es nur ein Traum sei, während das Andere ganz unter dem Eindrücke einer schrecklichen Wirklichkeit: des furchtbaren Herannahens der Vernichtung litt, und dann wieder stoffen beide Subjekte zu einer zusammen in dem Gefühl des Entsetzens vor etwas Außergewöhnlichem, welches aber schon nicht mehr bloß aus der concceten Vision bestand, sondern gleichsam deren abstrakte Idee bildete. Und plötzlich wurde es Rüben klar, daß dasjenige, was er mit solchem Grauen geschaut hatte, das abstrahirte Bild des Todes gewesen sei! ... . Es drückte ihn schwer nieder, daß er den Tod bloß als grausamen, finsteren Vernichter geschaut hatte. In einen unmeßbaren, vcn orkischer Finsterniß erfüllten Abgrund war er versunken, aber der lichte Engel der Erlösung hatte sich ihm nirgends gezeigt. . . . Lange getraute er sich nicht wieder einzuschlafen,

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