Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1899)
- Date
- 1899-02-20
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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bei anderen Wörtern, die eine doppelte Pluralbildung aufzuweisen haben, ist es nicht der Fall. So hatten die früheren Ausgaben einen Sgl. mro von nrors, der aber in der jetzigen Ausgabe mit Recht weggelaffen wurde. Dasselbe sollte auch für nxiro gelten. Art. p „mischnisch pn würdig." Die einzige Stelle, die bei Levy und Kohut beigebracht wird, ist ein Citat aus Proverb. 31, 4 entlehnt und paraphrafirt, es kann daher als Beleg für die Bedeutung u. W. nicht verwerthct werden. Art. Wk; Hiob 19, 4 ist hbn defektiv, es müßte demnach unter einem besonderen Stichwort Vorkommen. tioj ist auch Micha 5, 5 plene geschrieben, wonach dieser Artikel doppelt zu berichtigen ist. Daß ira ein kontrahirteS iokd ist, bemerkt schon Iben Esra im Namen des Jehuda Halewi. Zum Schluß will ich noch eine Bemerkung zu Art. 127 hinzufügen. Die Stelle Maleachi 1, 14 macht den Erklärern Schwiergkeiteiten, 127 und nnw: find doch eigentlich keine Gegensätze. Hier ist jedoch unter 12: offenbar das unkastrirte Thier zu verstehen, welches noch die Zeugungskraft seines Geschlechtes befitzt und der Gegensatz ist nm, wie 3. B. M. 22, 25 von den kastrirten Thieren gesagt wird vn2 omtro. Ich vermuthe ferner, daß "27 hier im Sinne des aramäischen »121 einen Widder bedeutet. In biefvr Bedeutung kommt u. W. in der Mischna mehrfach vor. Von den zahlreichen Berichtigungen, die ich mir zu den früheren Auflagen der Wörterbuches notirt hatte, habe ich hier nur ganz wenige verwerthen können; die meisten sind bereits in der vorliegenden Auflage berichtigt. Das beweist die Berechtigung des Herausgebers, diese Anflage als „eingehend r evidirt und vielfach verbessert" zu bezeichnen. E. Zeitims-irachrrchten und Gorrespsndenzen. Deutschland. Mainz, 15. Febr. Der den Lesern dieses Blattes seit einer langen Reihe von Jahren bekannte Gelehrte Rabbi Abraham Bick aus Preßburg, richtet an diejenigen Herren, welche den ersten und zweiten Theil seines Werkes „Ohel Mohed", gedruckt in Jerusalem, besitzen, dagegen aber nicht gesonnen find die folgenden sechs Theile zu beziehen, die innige Bitte, ihm solche zurückzuschicken, da die Auflage derselben vergriffen und er nur auf diese Weise das Werk wieder complett machen kann. Er ist bereit, dafür im Umtausch ein anderes schönes Sefer zu liefern, würde sich aber freuen, wenn man ihm solche rma ovb gratis überließe. Auch die mbd 2'28 ncs und "ijne ’-td1 wünscht Herr Bick zurück. Adresse: Abraham Bick, Preßburg. Mainz, 1s». Febr. Herr Felix Faure, der Präsident der französischen Republik, ist plötzlich gestorben. Von allen Präsidenten der dritten Republik der unbedeutendste, vollzog sich unter seinem Regime ein höchst auffälliger Umschwung der öffentlichen Meinung. Der Antisemitismus, vorher als ein deutscher Importartikel wenig beachtet, eroberte sich unter Faure, der in Folge mancher dunkler Flecken in seinem Familienleben der antisemitischen Erpressergesellschaft zu Willen sein mußte, fast das ganze Land. Die Antirevisioniften haben heute in Frankreich die Zügel in der Hand. Der neue Präsident Loubet soll revisionsfreundlich sein, wenigstens geberden sich die Antisemiten wie rasend über seine Wahl. Hoffen wir, daß nunmehr jenseits der Vogesen eine bessere Zeit für unsere Glaubensgenossen eintrete. O e st e r r.- U n g a r. Monarchie. Wien, 19. Febr. „Ein Geschlecht kommt und eines geht." Was für die Menschen gilt, das scheint auch in gewisser Beziehung für die jüdischen Blätter, wenigstens hier zu Lande, anwendbar zu sein. Nachdem Ende des vorigen Kalenderjahres einige jüdische Blätter eingegangen, sind wir seit kurzer Zeit wieder mit zwei neuen beglückt worden. Die Wiener „Jüdische Presse", ein in orthodoxem Sinne redigirtes Blatt, könnte als ein erfreuliches Zeichen dafür gelten, wie der jüdische Geist allüberall im Erstarken begriffen ist, nur sollte es sich mehr mit den Mißständen, die in seiner nächsten Nähe vorhanden sind, befassen — wir erinnern nur an verschiedene Actionen des hiesigen Cultusvorstandes — als mit Dingen, die weitab von seinem Erscheinungsort wie z. B. Frankfurt a. M. liegen und die eS von hier aus außer Stande ist, zu beurtheilen. Das seit gestern hier erscheinende „Jüdische Volksblatt" scheint sich in den Dienst des politischen Zionismus stellen zu wollen. Es meint, daß auch für uns Juden in Oesterreich die einzige Zukunftsmöglichkeit „die nationale Autonomie" sei und will demgemäß eine große jüdische Volkspartei herbeiführen helfen. Die erste Nummer ist gut redigirt und unterscheidet sich in dieser Beziehung vortheilhaft von anderen zionistischen Organen. C r e t a. Kanea, 15. Febr. Die vom Prinzen Georg ernannte Kommission hat ein Staatsverwaltungsstatut ausgearbeitet, das folgende Hauptpunkte enthält: Es wird für Kreta eine autonome Regierung eingesetzt, wie dies von den vier Großmächten beschlossen worden ist. Die Vertheidigung des Landes und die