Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 12-13 (9.2.1899)
- Date
- 1899-02-09
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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MWWWWNWWWWWWWU^DGMWK« «># W für das Orthodoxe -MudenlkumÄ O S £ S V*J. ARO N'O*- fr 9. Febr. 1899.] isr». 2 mui ^x WWFUMWW ^hettobilder. Von Hermann Löwinger. _ , t V - -C^Cs/- '1~ iT'V'M , __ «V-?v...—L>S/ vv!....1 2. r« ßin originelles Tauschgeschäft. Gemäß der Erklärung des Bibelwortes durch unsere Weisen, gilt von den Söhnen unseres Patriarchen Jakob, bekanntlich Sebulun als der thätig schaffende Kaufmann, der die Meere mit seinem Handel belebt, während Jsachar, fern vom weltlichen Getriebe, ruhig und ungestört, in seinem Hause sich dem Studium der Thora hingeben kann, weil er von Sebulun unterstützt und der Existenzsorgen enthoben wird. So hat es denn auch in früherer Zeit oft reiche und fromme Männer in Israel gegeben, die diesem schönen biblischen Vorbilde nachahmend, ihre Töchter nur an fromme, jüdische, thorabefliffene junge Männer verheirathet und diesen durch Gewährung von freier Wohnung, Verköstigung und aller anderen menschlichen Bedürfnisse Gelegenheit boten, sich dem Studium der Thora ungestört, und ohne sich um den Broderwerb kümmern zu müssen, widmen zu können. Ein solch' braver, gesinnungstüchtiger Jehudi, wie man solche leider jetzt immer seltener bei uns findet, war in der alten jüdischen Gemeinde in P.... Reb Scheftel Rosenkranz. Reb Scheftel war Besitzer einer großen Spiritus-Raffinerie und in der ganzen Gemeinde und in der Umgegend als großer Kozin, .*) ja sogar als Nagid?) bekannt. War er auch kein 1) Reicher Mann. 2) Angesehener Mann. Ben Thore 3), so war er doch wie man in der Khillo 4) sagte, ein Jodea Sefer5), und was besonders an ihm hervsrzuheben ist, ein großer Ohew-Thora.3). Dies bezeugte er am Besten dadurch, daß er für seine mit allen Liebreizen einer Jungfrau geschmückten Tochter Sara, sich nicht einen reichen jungen Kaufmann, wie sich solche in großer Zahl ihm durch diverse Schadchanim7) anbieten ließen, sondern einen armen, aber guten Bochur3) aus der berühmten Ungvarer Jeschiwab) zum Eidam auserkoren hatte. Dieser konnte nichts sein eigen nennen und keine andere Kostbarkeit in die Ehe bringen, als seine reichen Kenntnisse im Talmud und das Diplow der Morenu 10), mit dem er vom Ungvarer Oberrabbiner anläßlich seiner Verheirathung ausgezeichnet wurde. Herschel Löwenstein war fein Name, unter dem er auch in der Jeschiwa bekannt war. Jetzt, seit der Verleihung des Morenutitels, der aber erst nach der Verheirathung in Kraft trat, hieß er Rabbi Herschel. Reb Herschel hatte, wie man zu sagen pflegte, einen „feinen Schiduch ")" gemacht. Sein Schwiegervater war, wie bereits erwähnt, ein relcher Mann und in der ganzen Gemeinde hochgeachtet und angesehen, 3) Thoragelehrter. 4) Gemeinde. 5) Schriftkundiger. 6) Freund der Thora. 7) Heiratsvermittler. 8) RabbinatSfchüler. 9) Raböinatsschule. 10) Gelehrtentitel. 11) Parthie.