Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 10 (2.2.1899)
- Date
- 1899-02-02
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2448964--47653-2498015- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
für Orthodoxe ^udenthumÄ |-0/V\ O S £ S \T>-- m Ar. M. 2. Fcvr. t»ss.^ l«». I. alorrto als nabe. König David war einst sehr traurig. Er hatte Psalmen gedichtet, die Überflüssen von Vertrauen auf die göttliche Wuuder-Waltung, er hatte seiner Harfe die süßesten, rührendsten Töne entlockt, aber all dies war diesmal nicht im Stande, seine Schwermuth zu bannen. Da begegnete ihm sein „Hosjuwelier." „Lemuel," redete er diesen an, „verfertige mir einen Ring, bei dessen Anblick meine Schwermuth gebannt, mein trüber Sinn verfliegen und mein Gemüth wieder heiter wird, wie das eines sechszehnjährigen Jünglings. Wehe Dir aber, wenn es Dir nicht gelingen sollte, mir ein derartiges Kleinod herzustellen, meine Ungnade auf Lebenszeit ist Dir gewiß." Im höchsten Grade niedergedrückt schlich sich Lemuel, der Hofjuwelier, von dannen, wie sollte ihm ein derartig.s Wunderwerk gelingen? Wohl hatte er schon die kostbar«en goldenen und silbernen Gefäße für den königlichen Hof hergestellt, aber einen Schmuck zu verfertigen, dem die vom Könige verlangte Zauberkraft innewohnt, das ging über sein Können. In seinem Schmerze lief er vor die Thore der heiligen Stadt, an dem Thurme Davids setzte er sich nieder und begann laut zu weinen. In der Nähe spielten einige Knaben, die herbeieilten, um den Mann zu fragen, was ihn bedrücke. Und er erzählte ihnen, was sich ihm ereignet hatte. Da trat einer der Knaben vor. Er zeichnete sich durch hervorragende Schönheit von den übrigen Knaben aus, seine Bewegungen verriethen große Körperkraft und seine Augen tiefen Geist. „Gräme Dich nicht, mein Freund," redete er den Goldschmied an, „komm, ich will Dir rathen, was Du thun mußt, und Deine Seele wird leben vor dem Könige. Du wirst einen Ring aus getriebenem Golde verfertigen und wirst hineingraben nach der Arbeit der Ciseleurs die folgenden drei Buchstaben, die ich Dir jetzt sagen werde, und das sind die drei Buchstaben:! ' “,JI Und als der Mann dies vernahm, da beruhigte sich sein Sinn und er that nach den Worten des Knaben. llnb es war, da König David auf seinem Throne saß und er betrübt war gar sehr und Niemand im Stande war, die Wolken von der Stirne des Gebieters zu scheuchen. Da nahte sich erfurchtsvoll Lemuel, der Goldschmied des Königs und bückte sich zweimal zur Erde. Da wandte der König sein Antlitz zu ihm und sprach: Heute sollst Du mir sagen, ob Du meinen Befehl erfüllt hast oder nicht. Denn so wahr Gott lebt, wenn Du ihn nicht erfüllt hast, so sollst Du nicht ferner mein Antlitz schauen, sondern ferne von der Königsstadt verbringen alle Tage Deines Lebens." Da bückte sich Lemuel zum zweiten Male zur Erde und er zog aus seinem Busen den goldenen Ring, auf dem die drei Buchstaben eingezeichnet waren und er überreichte ihn dem Könige und sprach : „Hier m das Kleinod, das mein König von mir verlangt