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Der Israelit · 1899-01-30 · Heft 9 (30.1.1899) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 9 (30.1.1899)
Date
1899-01-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Xli. Jahrgang. M S Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoXe Iudenthum. Begründet von Dr ITe^mann in Maini. Montag, de« 3 9. Januar 56S9 (1899)« Nr Bittet Mnvlr abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate Februar u. März auf den „laraelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitunasschalter des Wohnsitzes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Erpr-ilion ües „Israelit". Leitender Artikel. Mo bleiben die Zionisten? Mainz, 27. Januar. In Zeitschriften, Flugblättern, Versammlungen u. s. w. werden die Zionisten nicht müde ihre unendliche Liebe für das heilige Land zu betheuern. Wenn man ihnen zuhört oder ihre Schriften liest, so könnte man zu der Ansicht gelangen, sie wollten lieber heute noch wie morgen das heilige Land erobern und im Fluge alle Mißstände dort abstellen; eine Millionen-Bank wird gegründet, Enqueten über die Fruchtbarkeit des Landes veranstaltet u. s. w. Wie sieht es aber in Wirklichk.it mit der Bethätigung ihrer Liebe zum Lande der Väter aus? Seit Jahren ertönen mit unheimlicher Regelmäßigkeit alljährlich im Monate Schewat die Rothschreie der hungernden Brüder aus Jerusalem, Liberias u. s. w. man hat aber bis jetzt noch nicht gehört, wenigstens soweit deutsche Zionisten in Anbetracht kommen (die Thätigkeit der ausländischen Gesinnungsfreunde entzieht sich unserer Kenntniß), daß sie irgendwie eine Sammlung für ihre darbenden Glaubensbrüder am Fuße des Zion veranstaltet hätten. Statt Hunderte und Tausende zur Fahrt nach Basel auszugeben, anstatt Cravatten und Vorstecknadeln mit eingearbeitetem Mögen Dowid zu kaufen, wäre es doch klüger einen Theil des Geldes zur Stillung des Hungers in der Zionsstadt zu verwenden. Das aber überlasten die Herren den vielgeschmähten Orthodoxen. Sie mögen dreimal täglich ihre Pfennige in die Synagogenbüchse für Erez-Jsroel werfen, s i e mögen bei Hochzeit und Jahrzeit der palästinensischen Armen gedenken, ihre Frauen mögen bei Absonderung des Teiges ihr Schärflein für Jerusalem in die Challabüchse legen, s ie sollen am Purimfeste große Summen als „Machazith-Haschekel" nach dem heiligen Lande schicken, wir kaufen uns schöne Bilder vorn Congreß, umgeben sie mit einem kostbaren Rahmen und hängen sie in unsere gute Stube, wir besuchen die Versammlungen von Nordau und Herzl, ereifern uns im Cafö und am Biertisch für Colonisation und öffentlich-rechtliche Heimstätten, dann sind wir echte Zronisten. Man wird diese unsere Ausführungen im zionistischen Lager wieder todtfchweigen, weil man nichts dagegen zu antworten weiß, wir aber wollen uns deßhalb nicht abhalten lasten, weiter für Zion, so weit es in unseren Kräften steht, zu sorgen. Seit dem großen Rabbi Hirsch Lehren von Amsterdam hat die deutsche und holländische Orthodoxie das ehrenvolle Amt übernommen, ihren unglücklichen Brüdern im Lande Israel helfend zur Seite zu stehen, und so wollen wir es auch heute wieder thun. Ein soeben vom Chacham Baschi und vom Oberrabbiner Galant von Jerusalem an uns gelangtes Telegramm veranlaßt uns dazu. Es lautet: Jerusalem, 27. Jan. 4 Uhr V. Theue rung, Mehl 60°/0 gestiegen. Tausende hungern, bitten Hilfe. Chacham Baschi Clyaschar Salant, Oberravbiner. Wir bitten Euch, Ihr Brüder, die Ihr nicht

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