Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 8 (26.1.1899)
- Date
- 1899-01-26
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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W iniipp!!llj||iinii ij!H|i|lj M i i .. , XL Iahrgaug. Zweite Beilage zu M 8 -es Israelit“. Leitender Artikel* Die MW des gesunden o. trautes Magens. Zur Verhütung und Linderung von Magenkrankheiten. Mit besonderer Berücksichtigung der jüd. Speisegesetze. Von Dr. P. Münz, pract. Arzt, Nürnberg1. (Fortsetzung. *) V. Kinnignahrung. Die (Truppe der Minnigspeisen, als die grösste und ausgiebigste, umfasst nicht nur die Eier der rituell zulässigen Geflügel**) sowie eine Reibe von Fischarten, sondern auch das grosse Heer aller dem Erdreich entspriessenden Erzeugnisse. Was vor Allem die Eier anbelangt, so liefern sie den wichtigsten Nährstoff des Körpers, das Eivveiss. in reichstem Maasse und dabei in einer überaus leichtverdauliclien Form, welche derjenigen des Fleisches gleiclikommt, wenn nicht gar überlegen ist. Das Gelbe des Eies enthält nebenbei in grösserer Menge ein vorzügliches Fett. Diese günstige Zusammensetzung der Eier im Vereine mit ihrer leichten Verdaulichkeit weist ihnen eine vornehme Rolle in der Krankendiät an. Im Allgemeinen aber wird, wie wir es gar oft bemerken können, der Nährwertli eines Eies überschätzt. Wenn wir als das Durchschnittsgewicht eines Eies vom Huhn 50 Gramm annehmen, so entfallen davon 371j2 Gramm auf den Wassergehalt und günstigsten Falls nur ö'/2 Gramm auf den Eiweiss-, 5h'i Gramm auf den Fett- sowie 1/2 Gramm auf den Salzgehalt, Der Nährwerth eines Eies ist demnach ungefähr gleich 40 Gramm fetten Fleisches oder 150 Gramm Kuhmilch; das Ei übertrifft aber an Verdaulichkeit diese Nahrungsmittel und bildet schon deshalb eine angenehme Abwechslung in der Krankendiät. In dieser Beziehung legt auch das rituelle *) Vergl. Nr. 6 des „Israelit“. **) Eier, die sich im Jnnern des geschlachteten Geflügels finden, werden im Allgemeinen nicht als zur Gattung der Minnignahrung, sondern als zu der Gruppe der Fleischnahniug gehörig angesahen. Speisegesetz keinerlei Beschränkung auf, da die religionsgesetzlich erlaubten Eierarten für die Ernährung der Kranken vollständig ausreicben; die Eier müssen eben von Geflügeln stammen, deren Genuss durch das Speisegesetz zulässig ist, und diese Thiere liefern, wie bekannt, nicht nur die leicht verdaulichsten, sondern auch die wohlschmeckendsten Eier. Es kommt aber im gewöhnlichen Leben, weil am reichlichsten zur Verfügung, das Ei der Henne zur Verwendung. Es ist streng darauf zu achten, dass nur frische, bei Liclit fleckenlos durchscheinende Eier Magenkranken verabfolgt werden, da nichts so sehr die ohnedies geschwächten Verdauungsorgane schädigen kann als alte. dumpf schmeckende oder übelriechende Eier. Darum ist es auch hygienisch richtig, wenn das religiöse Speisegesetz, Eier, die einen rothen Punkt oder Fleck, sogenannten Blutstropfen, in ihrem Inhalte aufweisen, vom Genüsse ansscheidet. Für den Grad der Verdaulichkeit ist die Al t der Zubereitung, in der die Eier genessen werden, von grosser Bedeutung. Am leichtesten verdaulich sind pflaumenweich gekochte Eier, bei denen das Eiweiss eben in Gerinnung übergangen ist. Dieser Zustand wird am sicher sten erreicht, wenn das Ei für zwei Minuten in siedendes Wasser gelegt wird; es ist rathsam, sich zur Zeitabmessung der Uhr oder eines sogenannten Eiermessers zu bedienen. Denselben Grad der Verdaulichkeit erlangt das Ei, wenn es zuerst auf einem Teller in kaltem Zustande zerschlagen und dann unter fortwährendem Durchrühren mit dem Löffel solange über das Feuer gehalten wird, bis eben nur eine Erwärmung des Eies eingetreten ist; zu einer Gerinnung darf es nicht kommen. Dadurch wird in der gleichmässig vertheilteu Masse von Eiweiss und Fett auch eine gleichmässige Erwärmung erreicht. In diesem Falle ist es angezeigt, die Eier noch vor dem Durchrühren mit dem erforderlichen Salz zu würzen.**) Man kann es bemerken, dass Magenkranke derart zubereitete Eier lieber und in grösserer Menge nehmen als weichgekochte. Schon etwas minder verdaulich sind rohe Eier; sie können allenfalls, wenn vertragen, in Fällen von leichten **) Es ist das eine Zubereitungsart, die von einem Gelehrten, einem Rabbiner, ermittelt und dem Verfasser dieser Schrift mitgetheilt wurde, welcher sie vollkommen bewährt gefunden.