Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 5 (16.1.1899)
- Date
- 1899-01-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Jahrgang. M 5. Der Israelit. Ein Genlrat-Hrgan für das orlhodore Audenthum. Begründet von Dr. Lohrnernn in lttatn|. Montag, den 16. Januar 5659 (1899). Leitender Artikel. [bo ntyce» ncb nnx fxaa ,a**«tBa n\nj nax nS« nnn ren Uolltifdjt und religiffe Henenimtn. Mainz, 35. Jan. Die ersten Blätter des zweiten Buches der Thora erzählen von dem jähen Wechsel in dem Geschick der nach Egypten eingewanderten, zu einem zahlreichen Volke herangewachsenen Jakobsfamilie. Diese verhängnißvolle politische „Neuerung" wird mit den Worten eingelertet: sjdt nx jrp xb ns>x ans» by snn -^a Dp’i. „Es stand ein „neuer" König über Mizrajrm auf, der von Joseph nichts wußte." (2. B. 'Sil., Cap. 1, V. 8.) Die gegen die eingewanderren Hebräer nun angewandte List, sie der Conspiration mit den Landesfeinden zu verdächtigen, bezeugt die Makellosigkeit der fälschlich Verdächtigten vollständig dadurch, daß man eben zur List seine Zuflucht nehmen mußte. Man hätte das ganz gewiß nicht gethan,°^ wenn man ehrlicher Weise ihnen elwas hätte vorwerfen können. So grwiß nun auch ihr soziales und politisches Verdalten keinerlei Handhabe sür die an ihnen verübte Vergewaltigung bot, so findet doch der erleuchtete Blick unserer Weisen, daß das damalige Geschlecht nicht frei von dem Vorwurf ist, durch sein Verhallen das drohende Geschick veranlaßt zu haben. Den «neuen" König hatten sie durch die „neue" Richtung selber provocirt, welche sie in religiöser Hinsicht nach dem Tode Josephs eingeschlagen hatten. Die Rabbinen knüpfen diese Wahrheit eben an den Bericht von dem Erstehen des neuen Königs, indem sie im Midrasch dazu anmerken: '3 ',-3 xip \xr6 xnnc pnns p»n rnn -3a cp'i sjan iiBBO *pa^> anp^n nx enn a^ax’ nny rh' ent panix amen int? nanxn rrapn -pn p itrytr frai ,fnxara a"p3 rnaya ^a:nn^> :ey xua* aa3 -pn 'x;tn nx:vb prx .nrpp^n nx enn cSax1 nnv aax:r na „Es stand ein neuer König auf. Unsere Rabbinen haben diese Worte mit dem Prophetenwort (Hosea C. 5, V. 7) eingeleitet: „Gegen Gott haben sie treulos gehandelt, denn fremde Kinder halten sie geboren, jetzt verzehrt sie das Neue mit ihren Grundstücken." Das lehrt dich, daß sie mit dem Tode Josephs den Milabund aufgehoben haben. Sie sagten, wir wollen wie die Egypter werden. Daran kannst du ersehen, daß Moscheh bei ihrem Auszuge Mila an ihnen vollzog. Da sie nun so handelten, wandelte, der Heilige gepriesen sei er, die Liebe, mit welcher die Egypter sie geliebt hatten in Haß um, denn es ist gesagt: Er wandelte ihr Herz, um sein Volk zu hassen, Ränke zu schmieden gegen seine Diener" (Psalm 105, V. 25), um den Ausspruch zu verwirklichen: Nun verzehrt sie das Neue mit ihren Grundstücken." (Midrasch Rabba z. Stelle.) ES mag sich damals schon der verhängnißvolle Jrrthum geltend gemacht haben, der siy bis auf unsere Zeit so oft wiederholt hat, die politischen uno sozialen Schranken durch Beseitigung der religiösen aufzuheben. So lange Joseph und auch nur einer seiner Brüder lebte, hielten sich die Glieder des Jakobshauses innerhalb der bewährten alten, von der Vätersitte gezogenen Schranken. So lange gab es auch in Egypten kein Rischus, wie die Ueberlieferung der Väter berichtet. Nach dem Tode Josephs, des mächtigen Beschützers der eingewanoerten Jakobsfamilie, mochten die jüngeren Gliedern derselben wohl das Bedürfniß empfinden, diesen verloren gegangenen Schutz durch Annäherung und Assimilation an oas Volk der Egypter zu ersetzen. Sie gaben daher oas äußere, sie isolirende Zeichen ihrer Zugehörigkeit zum Abrahamsbund auf