Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 4 (12.1.1899)
- Date
- 1899-01-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Xli. Jahrgang. M 4. Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begriindet von l)r Tehrnrrnn in Htainj Donnerstag, den 12. Januar 56Z9 s1tt89). Leitender Artikel. Zum 27. Teweth. Von L. Sch. (Schluß.) Unsere nichtjüdischen Brüder sollen diesen Gott, der alle diese Liebes Gebote von uns fordert, als ihren Gott lieben und verehren lernen und wird dann durch die Erfüllung dieser Gesetze jeder Jude inr einzelnen der Träger der Gottesidee, des “ins n, wozu, wie schon oben bemerkt, Jsroel in seiner Gesammtheit berufen ist. Doch genügt das Bekenntniß dieser zwei Grundwahrheiten der Gerechtigkeit und Liebe nicht allein zur wahren Erfüllung des Jsroel-Berufs. Jsroel muß sich dieselben täglich und stündlich durch Thaten versinnbildlichen, damit sie ihm in Fleisch und Blut übergehen und deßhalb hat Gott ihm E d a u s gegeben, „Denkmäler für Mensch- und Jsroellhum begründende Wahrheiten durch Darstellungen in Wort- und Thatsymbol für den Einzelnen, für Jsroel und über Jsroel hinaus." Hier wird besonders die Wahrheit zu veranschaulichen gesucht, daß Gott alleiniger Schöpfer und Leiter (durch Schabbos), daß Gott der Erhalter des Volkes Israel (durch Jomim Tauwim), daß soziale Freiheit ohne Gottesgesetz werthlos gewesen wäre (durch Sephiras Hoaumer). Alle Gesetze, die Ben Ustel unter die Kategorie Edaus zusammenfaßt, sollen einzig und allein Symbol sein für die Wahrheiten, aus welchen der Beruf Israels aufgebaut ist. Wenn der Talmud-Unkundige die Bedeutung der Eoaus auf solche Weise erfassen wird, so bereut er sicherlich sein Lächeln über das Verbot des Genusses eines am Schabbos oder Jaumtow gelegten E.'s und wird selbst mit Beachtung dieses Verbots me Wahrheit veranschaulichen, daß Gott die ganze Eide geschaffen, am Schabbos aber geruht, und daher jeder Genuß etwas am Schabbos Entstandenen untersagt ist. — Zur Zeit, da unsere Väter als ein Volk im heiligen Lande lebten und die Thora in einem Tempel Stätte gefunden, waren ihnen noch eine größere Anzahl von Mizwaus vorgeschrieben, welche Ben Usiel unter „Awaudoh* zusammenfaßt. Jeooch auch alle Opfergaben sollten nur Snmbolausdruck für die wahrhafte Hingebung des Menschen an Gott sein, sei es beim Wedererringenwollen seines eigentlich verwirkten Lebens durch nten und zm, oder sei es als Anerkennung Gottes, des Segenverleihers, durch nnn und evhv. Heute im Golus haben unsere Weisen uns angeordnet, als Ersatz für die nicht mehr zu erfüllende Awaudoh ddrriv zu sein, d. h. wörtlich uns selbst zu läutern und zu erleuchten durch täglich wiederholte Anerkennung Gottes als Einzigen, als Schöpfer, als Ernährer, als Schutz und Schirm jedes zu ihm betenden Menschen. So sollen uns ferner Brochaus immer ins Gedächtniß zurückrufen und uns veranschaulichen, wie wir Gott segnen können und müssen. Welch' ganz anderen Zweck haben nun für Benjamin auf einmal alle unsere Gebete, die er bis jetzt nur als eines Betbruders würdig gehalten hat. Benjamin hat nun die Thauro in großen Um riffelt kennen gelernt, er freut sich jetzt schon auf die versprochenen Ausführungen jeder einzelnen Mizwoh und verlangte keine Antwort und Widerlegung mehr auf seine gegen das Judenthum geschleuderten Anklagen. Naphtali möchte aber doch noch einmal alles bis jetzt Geschriebene zusammenfassen^und zeigt seinem Freunde, wie er selbstverständlich einen ganz