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Der Israelit · 1899-01-09 · Heft 3 (9.1.1899) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 3 (9.1.1899)
Date
1899-01-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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JUL. Jahrgang. M 8 Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodore Iudenthum. Begründet von ör iTe&mann in Mainj. &lonta$, den 9. Januar 5659 (1899). Leitender Artikel. Wb! IeschOH Witzlzemvth ’y^i mn Lebensbild. , Unsere Zeit, die an die modernen Rabbiner gewöhnt ist, mit Doktortitel und Seminarbildung, hat so völlig das Verständniß für die hervorragenden rabbinischen Gestalten der alten Zeit verloren. Mit der Extensität der Bildung hat die Intensität in erschreckendem Maße abgenommen. Wie ein Volksschullehrer alles Mögliche treibt: Deutsch und Rechnen, Schreiben, Zeichnen, Singen, Geographie und Geschichte, Anthropologie, Botanik, Zoologie, Volkswissenschaft, Chemie, Physik, Geologie, Psychologie, Pädagogik u. s. w., ohne doch ein abgerundetes Ganze in irgend einem Gebiete zu erhalten, so geht es mit den modernen Rabbinern. Ein hervorragender,'Tv, einer, der im alten Sinne cpcro ett pE ist, ist der Natur der Sache nach, unter ihnen kaum möglich. Da thut es gut, den Blick einmal wieder aus solche Männer zu richten, die wahrhaft gebildet sind dadurch, daß sie das Wissensgebiet von rrsprpr: mi beherrschen. Bietet das doch soviel Mannigfaltigkeit, daß sie dadurch auch eine im eminentesten Sinne umfassende Bildung besitzen. Wer in epet* et* so beschlagen ist, wie in der gesummten Midraschlitteratur, wer den den rfyv so gut beherrscht, wie die Werke unserer Religionsphilosophen, der hat, wenn wir ganz absehen von dem Unterschied zwischen profanem und heiligem Wissen eine so gediegene Bildung, daß er den bedeutendsten modernen Gelehrten gleichzustellen ist und in einer Unterhaltung mit ihnen nie zurückzustehen braucht. Ein solcher Mann ist nvs jetzt dahingegangen. Die Leser des „Israelit" haben einen Bericht über die gewaltige Theilnahme, die sich beim Ableben des nETy;^** "i yns e;hx in allen Kreisen Hamburgs kundgegeben, bereits erhalten. Es soll hier versucht werden, ein kurzes Lebensbild dieses seltenen Mannes zu geben. Es thut der Jugend noth, sich an dem Beispiel solcher Männer auszurichten und den Segen des Wortes zu erfahren .-i'ir ettxe pnx, daß der Gerechte in seiner Treue lebt, daß das Hauptprinzip und das wesentliche Moment des np“* ist, sich selbst jederzeit treu zu bleiben, ein in sich geschlossenes, von eine m Grundprinzip beherrschtes Leben zu führen, das so rein und fleckenlos eben dadurch ist, daß es nie um Haaresbreite in Gesinnung und Handlung von den Normen abweicht, die in unserer Lehre und in ihren Schriften niedergelegt sind. R. Jeschaja Wohtgemuth kam im Atter von siebzehn Jahren nach Memel, und wurde im achtzehnten Jahre in dieser ntop, die sein Schwiegervater gegründet und mit den Institutionen einer r£~p versorgt hatte, Rabbiner. In damaliger Zeit, in so jugendlichem Alter ein nsr'.-! ™ sein und von den im *^T mit einer “xnn mrn ausgestattet zu werden, das war an sich schon etwas Hervorragendes In der That verdankte er das seinem übermenschlichen und in der dortigen Gegend sprichwörtlich gewordenen Fleiße. Einzelne Züge dieses Fleißes würden geradezu märchenhaft klingen, wären sie nicht durch die Aeußerungen seines langjährigen Freundes, des hochberühmten R. Jissroifl Salanr beglaubigt. Als kleines Kind stand er so früh des Nachts auf, um in das Beth-hamidrasch zu eilen, daß die Mutter sich gezwungen sah, im Interesse seiner Gesundheit einzuschreiten. Da alles Bitten nichts nützte, versteckte sie ihm des Nachts die Kleider. Da kam er in den nächsten Nächten überhaupt nicht vom Bethhamidrasch nach Hause. Donnerstag Nacht pflegte

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