Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-01-02 · Heft 1 (2.1.1899) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 1 (2.1.1899)
Date
1899-01-02
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2448955--47458-2497811
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

19 Blumenfeld—Adelebsen, Wertheimer—Heldenbergen, Gutkin d—Cassel, St einh ard t— Magdeburg, Bernhard—Tarnowitz, Feiner— Hamburg, Graf—Essen und Sturmann—Osterode. Alle Gewählten bis auf den nicht anwesenden Herrn Graf—Esten, der schriftlich benachrichtigt werden muß, nehmen die Wahl dankend an. Trotz der bereits sehr vorgrschrittenen Zeit und der sichtlichen Abspannung einzelner Theilnehmer der Versammlung wird laut Abstimmung die Berathung des Punktes 11: Anträge der Vereine m Mitteldeutschland und Südweftdeutschland betreffend die Gründung einer periodisch erscheinenden Verbandsschrift, vorgenommen. Herr Levi—Neuß hält unter Benützung der zu dieser Frage eingegangenen Anträge einzelner Mitglieder das Referat. Die Ansichten gingen recht weit in dieser Frage auseinander. Die einen bejahen die letztere, weil nur so eine Lösung der mannigfachen Aufgaben und Ziele möglich sei, die anderen halten schon einen Anschluß an eine schon bestehende Zeitung für ausreichend, weil dann sämmtliche Nachrichten auch in die Hände von Nichtlehrern gelangten. Durch ein eigenes Organ würde auch nicht die Indolenz gegen das Lesen einer jüdischen Zeitung beseitigt werden. Der Referent selbst fürchtet eine Concurrenz der schon bestehenden Zeitungen durch das eigene Blatt, die schon gegeben sei, durch Erhalt eines einzigen Inserates oder durch Gewinnung eines einzigen Abonnenten der übrigen Zeitungen. Er hält eine eigene Zeitung nicht für ein unabweisbares Bedürfniß, das Bestehen derselben auch nicht für gesichert; durch das Eingehen der Zeitung würde dann das Ansehen des Lehrerverbandes schwer geschädigt werden. Zu diesem Punkte liegen drei Anträge vor: Antrag E p p st e in—Hoppstädten: Der Verband wolle mit denjenigen jüdischen Zeitungen, die sich dazu bereit erklären, ein Abkommen dahin treffen, daß dieselben eine vom Verbände herausgegebene Beilage jeder Nummer beifügen; ferner ein Antrag Steinhardt: 1) in Erwägung, daß es den jüdischen Lehrern häufig an einem geeigneten Organ zur Vertretung ihrer StandeSintereffen und zur Abwehr berechtigter Angriffe fehle, in fernerer Erwägung, daß ein dringendes Bedürfniß nach einer Centrale für die Arbeit auf dem Gebiete des jüdischen Schulwesens vorhanden ist, wolle der Delegirtentag die baldige Herausgabe einer periodisch erscheinenden Zeitschrift für jüdische Lehrer beschließen. 3) Zu diesem Zwecke ist eine fünfgliederige Kommission mit dem Aufträge und der Vollmacht zu erwählen, alle Vorkehrungen zu treffen, daß die erste Nummer dieser Zeitschrift spätestens am 1. Januar 1900 erscheint. Der Referent führt zu diesen Anträgen aus, I daß in dem ersten Vorschläge die Versandkosten der enormen Anzahl und durch die Zahl der Separatabdrücke die Kosten sich höher stellen würden, als bei einer eigenen Zeitung und schlägt vor, hier zu sagen anstatt der Worte „jeder Nummer", nach Bedürfniß. Bei Antrag II würde er vorschlagen, die Worte „baldige Herausgabe" zu streichen. Als Vermittlungsantrag stellt er zur Abstimmung: 1) Die Gründung einer jüdischen Lehrerzeitung ist im Jntereffe der jüdischen Schule und des jüdischen Lehrerstandes wünschenswerth; 2) die Delegirten wählen eine Commission, welche die vorbereitenden Schritte zu thun hat; 3) erscheint der Bestand der Zeitung nach allen Seiten ein möglichst gesicherter, soll dieselbe erscheinen; 4) bis dahin bleibt es dem Verbandsvorftande anheimgegeben, mit einer oder mehreren jüdischen Zeitungen ein Abkommen zu treffen, durch welches die Veröffentlichungen des Verbandsvorstandes oder der einzelnen Vereine möglichst schnell und vollständig wiedergegeben werden. In der Diskussion betont Herr Redakteur Klausner, daß es keinen Stand in der Welt gebe, der so von der Presse verwöhnt werde, wie der Lehrerstand von der jüdischen Preffe. An der Hand namentlich angeführter Beispiele weist er die von einigen Rednern geltend gemachten Beschwerden zurück. Die jüdische Fachpresse habe, ohne Dank zu finden oder zu begehren, dem Lehrerstande jede Förderung gern gewährt und sie werde mit großer Freude die Begründung einer eigenen Zeitschrift begrüßen, weil sie dadurch das Onus des Abdrucks der „Protokolleloswerde, das sie freiwillig aus Rücksichten auf den Lehrerftand und die Sache, die er vertrete, auf sich genommen habe. Die Vermuthung, daß die Preffe die Verbandsschrift als Conkurrenz empfinde, weife er als eine unwürdige Unterstellung Namens aller Kollegen zurück. Die Kosten einer eigenen Zeitschrift werden sich viel zu hoch stellen, der Anschluß an eine schon bestehende Zeitung sei das Zweckmäßigste. Herr Steinhardt führt an der Hand eines Beispiels aus, daß die Zeitungen nicht rückhaltslos für den Lehrerstand eintreten. Eine von ihm, einen Lehrer betreffende, an vier Zeitungen veranlaßte Einsendung sei nur vom „Israelit" ausgenommen worden. Infolge der Ausführungen des Herrn Klausner stellt im Laufe der Debatte Herr Han ff—Berlin den Antrag, der „Israelitischen Wochenschrift" vom Vorstand aus keine Zusendungen mehr zu machen und auf die dem Verbände angehörenden Vereine einzuwirken, ein Gleiches zu thun. Er zog diesen Antrag jedoch auf Ersuchen des Herrn Bernhard zurück, der bat, die Verhandlungen nicht mit diesem Mißton schließen zu laffen, da die Anwesenden ohnehin wissen werden, was sie thun wollen und thun werden. Auf Antrag desselben Herrn wird dann das gesammte

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.