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Der Israelit · 1899-01-02 · Heft 1 (2.1.1899) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 1 (2.1.1899)
Date
1899-01-02
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XL. Jahrgang. Weite jtttt. jn M1 üea Jterneltt“. Leitender Artikel. «tfltt Uervmdrtig btsNerdailbts btt MWeii W g Ak-rmmtlk im'bkitsttzeii Nkllhe. l(Fortsetzung aus der Ersten Beilage.)! Berlin, 31. Dez. Abends. Die stattgehabte Kaffenrevision hatte nichts zu moniren und die ganze Buchführung in musterhafter Ordnung gefunden. Dem Schatzmeister wird darauf Decharge ertheilt und ihm Namens des Vorstandes und der Delegirten der herzlichste Dank für seine Mühewaltung ausgesprochen. Zu Punkt 7 der Tagesordnung: Anträge der Vereine jüdischer Lehrer im Rheinland und Westfalen, sowie in Südwestdeutschland betreffend die Stellung der jüdischen Lehrer innerhalb der Gemeinde, referirt zunächst Herr Goldschmidt—Cöln. Er führt aus, daß es im Jntereffe der Synagoge wie der Schule und des Lehrers liege, daß letzterer Gelegenheit habe, bei Berathung über Gottesdienstliche und Schulangelegenheiten seine Ansicht zu äußeren. Dem Lehrer solle daher in der Schulkommission beziehungsweise im Schulvorstande Sitz und Stimme eingeräumt, werden, ebenso, soweit er Vorbeter sei, in den Komnlissionen für gottesdienstliche Angelegenheiten überall da, wo kein Rabbiner amtire. In Gemeinden, wo keine besonderen Kommissionen bestehen, sollte der Lehrer als sachverständiges Mitglied für die Schul- und Gottesdienstlichen Angelegenheiten dem Vorstande der Synagogemeinde angehören. In dem D. I. G. B. nicht angehörenden Gemeinden solle der Lehrer selbst einen diesbezüglichen Antrag stellen oder darauf hinwirken, daß seine Gemeinde dem Gemeindebund als Mitglied beitrete. Der Correferent, Herr Eppstein-Hoppstädten, vertritt ebenfalls den Standpunkt, daß der Lehrer Sitz und Stimme im Schulvorstande haben müsse, doch solle man den Lehrer aus dem Synagogenvorstande herauslaffen, weil er da nicht hineingehöre und recht viele Kollissionen entstehen könnten. Herr Dr. Blaschke-Berlin giebt die Schwierigkeiten an, die der Gemeindebund in dieser Frage zu bestehen haben wird. Es handle sich hier um innere Organisation der jüdischen Gemeinde, von der sich der Gemeindebund prineipiell serngehalten habe, in die kulturellen Angelegenheiten dürfe sich der Gemeindebund seinen Statuten gemäß gar nicht einmischen. Der Segen werde im Uebrigen gar kein so großer sein, wenn der Lehrer Sitz und Stimme im Schulvorstande habe. Im Laufe der Debatte tritt Herr Dr. Goldschmidt—Colberg für den Antrag des Eorreferenten ein, da keine einzige Gemeinde dem Lehrer Sitz und Stimme im Verwaltungsvorstande einräumen werde. An der Debatte betheiligen sich ferner die Herren Prof. Badt, Amram, Steinhard, Baum— Rheine, Levy—Norden. Die Anträge des Referenten Goldschmidt — Cöln werden bei der Abstimmung abgelehnt, ebenfalls ein im Laufe der Debatte von Herrn Steinhardt gestellter Antrag, durch den Gemeindebund dahin zu wirken, daß dem Lehrer Sitz und Stimme im Schulvorstande eingeräumt werde. Dagegen wird eine Resolution Adler angenommen in folgender Fassung: 1) Der Delegirtentag des Verbandes re. erklärt, daß es im Interesse der Schule und des Lehrers liegt, daß letzterer Gelegenheit habe, bei Berathung über Schulangelegenheiten seine Ansicht zu äußern. Dem Lehrer ist daher im Schulvorstande Sitz und Stimme einzuräumen. 2) Der Verband giebt dem D. I. G.-B. von der gefaßten Resolution Kenntniß mit dem ergebenen Ersuchen, gefälligst dahin zu wirken, daß in dem D. I. G.-B. angehörenden Gemeinden dem in der Resolution ausgedrückten Wunsche entsprechen wird. Eine lange Debatte ergiebt sich wieder bei Berathung der Punktes 5 auf Äenderung der Zusammensetzung des Verbandsvorstandes und der Satzungen. Die am gestrigen Tage eingesetzte Commission hat ihre Beschlüsse unter Berücksichtigung der zu diesem Punkt eingelaufenen Anträge gefaßt. Berichterstatter ist Herr Blumenfeld—Adelebsen. Die von der Commission beantragten Veränderungen werden bei den einzelnen Paragraphen des Statuts verlesen, debattirt und zur Abstimmung gebracht. Nach der vorgeschlagenen Fassung wird die Zahl der Vorstandsmitglieder auf 9 (bisher 7). geprüfte Lehrer festgesetzt. Solange der D.-J. G.-B. einen Zuschuß zahlt, tritt aus seiner Mitte noch ein zehntes Mitglied in den Vorstand mit berathender und beschließender Stimme. Eine hierzu von Herrn Amram gegebene Anregung, den D.-J. G.-B. von der Vertretung im Vorstande auszuschließen, hat die Commission einstimmig abgelehnt in Erwägung, daß der Gemeindebund und dessen Vertreter in den drei Jahren des Bestandes niemals und in keiner Weise die Selbstständigkeit des Verbandes angetastet, sondern sie zu befördern und zu befestigen gesucht habe. Herr Amram vertritt seine Anregung nur mit Rücksicht darauf, daß der Hessichen Lehrerkonferenz der Beitritt zum Verbände ermöglicht werden solle. Der Verzicht auf die

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