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Der Israelit · 1899-01-02 · Heft 1 (2.1.1899) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 1 (2.1.1899)
Date
1899-01-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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8 den soll. Aber, wenn Jemand mich verkürzt hat, so möchte ich nicht, daß meinetwegen ein Mensch eine Strafe erleiden soll. Unsere Weisen sprechen demjenigen die ewige Seligkeit ab, durch den ein Mensch eine Strafe erleiden mußte, und so viel sind mir die gestohlenen Gegenstände doch nicht werth." „Das steht im Talmud? Das muß doch ein merkwürdiges Buch sein, wenn es solche hingebende Selbstlosigkeit verlangt. Aber in der Sache selbst kann ich Euch nicht zu Willen sein. Wenn Ihr jetzt fortgeht und verzichtet lieber auf die Untersuchung, so muß ich sie dennoch ausnehrnen, nachdem mir das Vorhandensein eines Diebstahls durch Euch kund geworden ist. Ich würde mich sonst zum Hehler des Diebstahls machen. Gelingt es mir den Thäter zu ermitteln, so muß ich ihn dem Gerichte überliefern und nicht ich, sondern dieses hat zu entscheiden, ob er straflos ausgehen soll oder nicht." Rabbi Jesaja schwieg. Er fühlte, daß er einen Fehler begangen habe, der darin bestand, daß er den Polizeidirektor überhaupt in'S Vertrauen gezogen habe. Herr von Dingeldein hatte dieses Schweigen richtig gedeutet. Zum zweiten male trat er vor den Bittsteller hin und reichte ihm freundlich die Hand. „Da Ihr zum ersten Male etwas für Euch erbittet, so werde ich'S Euch gewiß nicht abfchlagen. So weit es an mir liegt, werde ich Eueren Wunsch respektiren und für den Fall, daß wir des Diebes habhaft werden, bei Gericht ein gutes Wort für ihn einlegen. Uebrigens hängen wir auch in Frankfurt keinen, ohne daß wir ihn haben, ganz so wie man es von den Nürnberger« sagt. Wann ist der Diebstahl eigentlich begangen worden?" „Vergangene Nacht waren es vier Wochen, seitdem ich ihn entdeckte; die That kann nur wenige Stunden vor ihrer Entdeckung begangen worden sein." „Aber um Himmelswillen," fuhr Herr von Dingeldein erregt auf, „wie kann man auch über eine solche That vier Wochen verstreichen lassen, ohne Anzeige zu erstatten! Jetzt sind alle etwaigen Spuren verwischt, der Thäter hat das gestohlene Gut brquem in Sicherheit bringen können, jetzt ist es schwer, wenn nicht geradezu unmöglich, dem Verbrechen aus die Spur zu kommen." „Die Bedenken Ew. Excellenz sind gewiß berechtigt, wenn vielleicht auch nicht in ihrem ganzen Umfang. Ich habe sofort die Untersuchung an Ort und Stelle vorgenommen, wenn auch gewiß nicht geleitet von der praktischen Erfahrung eines erleuchteten Untersuchungsbeamten. Uebrigens habe ich am folgenden Tage den Schlüssel des Schrankes abgezogen und ihn seitdem nicht wieder geöffnet. Eine Anzahl werthvoller Bücher und Manusccipte, die ich in einem Seitenverschiuß des Wandschrankes hatte, sind anderswo untergebracht worden. Etwaige Spuren des Thäters müßten also noch vorhanden sein." (Fortsetzung folgt.) Wochen - Kalender. Freitag. Jan., 2i. Fhebek, n^pn a'ni a'129' ’jj/n. Saöbat-Aufaug ttt Mainz und Jyraitffuvt a- M- 4 Uhr 15 Min Samstag, 7. 25. T hebet, n"ri3D moit'. Sabbat-AuSgang in Mainz mtb Frankfurt a. M. 5 Uhr 50 Min. Berlin 4 Uhr 5«! Min. - Mönchen 5 Uhr 22 Min- - Hannover 5 Uhr 11 Min. Stuttgart 5 Uhr 2!» Min. Prag 5 Uhr "5 Min- - - Straßburg 5 Uhr 45 Min- Posen 4 Uhr 12 Min. Der „Israelit* erscheint wöchemtlfcli iweimal, Aontagg nud Donnerfttagrs, jedesmal in mindestenz«et Boaen. Preis pro Vierteljahr bet der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder »lerlüflchrvch. Llle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt Lurch E. $. $ 11 % m t * 11. 16. — Inserate 25 Pfennig die 4 spaltige Petttzeile oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclamechetl 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark »der 8 fl. Sstrrr., für'S Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franko einzusenden. Girre «üFfendnng »tt a«M« IMttftftto* tinrftuttm Manvseripterr findet nicht statt, man dtttet de»hald, flch »an allen Ginsendnnge« eine «apte ,««üS»ndehatten. Anhalt (Hauvtdlatt). Leilender Artikel: Rückblick. - Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. Franksnit a. M. Kempen. Ostrotvo. 7 esterr.-Ungar. Monarchie: Triest. Paris. — PcrinischteS. — Feuilleton: Später Sühne (Fortsetzung). . _ ....... ... r Anyatt der ersten Bettager Leitender Artikel: Erster Perbandstag des Perbandes ,er indischen Lehrervereme im deutschen Reiche. . , , c „ , , 3 . ...... Jnvalt der zweiten Beilage: Leitender Artikel: Erster Perbai dsrag des PerbandeS der iud. ^ehrervereme im deutschen Reiche._ Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottftraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Bettagen.

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