Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 102-103 (29.12.1898)
- Date
- 1898-12-29
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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$8 L B. in B. 4 M. Mixstadt Durch Abr. Neumann 4 M. Malsch A. E. Durch Hauptlehrer Bergmann 4 M. Mannheim Ungenannt 4M. Mogilno. Durch M. Arnheim 4 M. Miloslaw. Durch M. Mordche 4 M. Ober-Seeme». Durch S. Frank 4 M. Salmünster. Jakob GunderSheim 3 M Wüstensachsen. Aus R. I 4 M. Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1896. Frankfurt a. M., Juli 1897. In gewohnter Weise kommen wir, den Jahresbericht abznstatten, der diesmal dasselbe Bild ruhiger Entwickelung bietet, wie in den letzten Jahren. An die Spitze mögen einige Zahlen und Daten treten, die in ihrer schmucklosen Sprache doch immer die überzeugendste Beredsamkeit haben. Von den Zöglingen unserer Waisenanstalt haben bis zum 1. April Kalemaro, Sopher, Wassermann und Rokeach dieselbe verlassen. Der erste verdient seinen Unterhalt als Buchbinder in Jerusalem, der zweite bildet sich in Deutschland im Knnsthandwerk aus, der dritte ging in seine Heimath zurück, und der letztgenannte wurde wegen öfteren Ausbleibens entlassen. An deren Stelle wurden Abraham Bonim, David Mejnchas, Ascher Landmann und Me'ir Sarfati neu aufgenommen. Nach dem Pessachfeste sind auch Nissim und Moses Schemo ausgetreten; sie leben in J e r u s a 1 e m als Tischler. Wir wollen hier erwähnen, dass von den in den letzten sechs Jahren aus dem Waisenh&use getretenen Knaben einer noch die Ackerbauschule in Mikveh Jisrael besucht, einer als Tapezirer, ein anderer als Schriftsetzer in London, einer als Kaufmann in Jerusalem, einer als Schmied in der Kolonie Sichron J a a k o b, einer als Stepper in N e w - Y o r k lebt. Der frühere Halbinterne Krain arbeitet als Schlossergehilfe in der Kolonie Rischon l’Zion. Diese erfreulichen Resultate stärken uns in dem Bewusstsein, dass unsere Anstalt unter den zur Hebung der Bevölkerung des heiligen Landes errichteten Institutionen eine beachtenswerthe Stellung einnimmt. Die Schule'ging gleichfalls ihren Gang, wie er durch die im Vorjahre vorgenommenen Einrichtungen vorgeschrieben war. Der Gesundheitszustand der Schüler war im vergangenen Sommer besser, als sonst in Jerusalem in der heissen Jahreszeit der Fall zu sein pflegt. Der Schulbesuch war desshalb auch regelmässiger, wie sonst im Sommer. Die Hitze fing erst Ende Juni an, und vom 5. Juli bis 2. August wurden 4 Wochen Ferien gegeben, während welcher die Lehrer je 10 Tage die Aufsicht in der Schule führten. Am 30. Juli unternahmen die Schüler in Begleitung der Lehrer einen eintägigen Ausflug nach Kolonia (Moza), einem Stunden westlich von Jerusalem, an der Fahrstrasse nach Jaffa gelegenen Dorfe, woselbst seit kurzer Zeit auch einige jüdische Familien sich niedergelassen und Weinberge angelegt haben. Das Sommersemester schloss am 3. September, das Schuljahr am 2. April d. J. Am 30. und 31. März fand die Jahresprüfung statt, zu welcher ausser dem österreichischen und ungarischen Gonsul, Herrn Ritter von Cischini, nur die Eltern und Angehörigen der Schüler eingeladen waren. Herr von Cischini, ein warmer Freund unserer Schule (auf dessen Wunsch auch Reck, Barren und andere Turngeräthe angeschafft worden sind), wurde durch den Besuch des Gouverneurs verhindert, der Prüfung beizuwohnen, und entschuldigte sein Ausbleiben in einem überaus liebenswürdigen Schreiben. Während des letzten Quartals wurden anlässlich von Besuchen in den einzelnen Klassen Repetitionen vorgenommen, über deren Resultat die gelehrten Besucher ihre volle Zufriedenheit kundgaben. Die Herren Dr. von Domaszewski und Dr. Brünnow, Professoren an der Universität in Heidelberg, haben sowohl dem Lehrplan als der Unterrichtsmethode ihren vollen Beifall gezollt, und Herr Schechter, Professor des Talmudischen an der Universität Cambridge, lobte den hebräischen Unterricht, der den berechtigten Anforderungen für Palästina zu genügen strebt, ohne in’s Extreme überzngehen. Herr Prof. Brünnow schenkte der Schule zwanzig Francs zur Anschaffung der neuesten Wandkarte von Palästina, welche jüngst von Dr. Fischer und Prof. Gut he inLeizig herausgegeben wurde. — Die Schülerzahl, welche zu Anfang des Schuljahres 98 betrug, war am Schlüsse des Jahres auf 71 zurückgegangen. Es haben nämlich mit Schluss des Sommersemesters nicht weniger als