Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 100 (19.12.1898)
- Date
- 1898-12-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1884 Hai, die als weltberühmtes Beispiel für alle Zeiten gelten werden. Dr. Theodor Lieben, der erste Sekretär der Cultusgemeinde wurde zum kaiserlichen Rath ernannt, während der Herausgeber der „Correspondenz Wilhelm," kais. Rath, Ignaz Wilhelm ebenfalls das Ritterkreuz des Franz Josefs-Ordens erhielt. E. J. Frankreich. Paris. Nichts kennzeichnet die gegenwärtigen Verhältnisse in Frankreich so vollkommen wie gewisse kleine Züge, die im Gebiet der großen Politik sonst wohl unbemerkt bleiben. Unter der Spitzmarke' „Welchen Gefahren ein Jude gegenwärtig im französischen Heere ausgesetzt ist", erzählen französische Blätter folgenden Vorfall: „Ein jüdischer Soldat Namens Litty, der in Aumale (Algerien) stand, war des Diebstahls beschuldigt. Er sollte einem Kameraden im Krankensaal fünf Franken entwendet haben. Gr schwor hoch und theuer, daß er schuldlos sei, aber seine Ableugnung konnte nicht ins Gewicht fallen, denn der Fünffrankenthaler war im Strohsack seines Bettes versteckt gesunden worden. Seine Verurtheilung war nicht zweifelhaft. Da trat vor dem Kriegsgericht ein Zuave als Zeuge auf und sagte aus, er habe zwei antisemitische Soldaten, deren Aussage vor Gericht den Angeklagten schwer belastet hatte, sich rühmen hören, daß sie es seien, die einen Juden in die Melasse gesetzt hätten. Sie hatten ihn lange Zeit mißhandelt und verspottet und schließlich das Geldstück in seinen Strohsack gesteckt, ihn wegen Diebstahls angegeben und dem Untersuchungsrichter geholfen, das versteckte Geldstück zu entdecken. Der untersuchende Offizier wußte all das, hatte aber trotzdem empfohlen, die Diebstahlsanklage gegen Litty zu erheben. Angesichts dieser Sachlage entschloß das Kriegsgericht sich denn doch, eiue neue Untersuchung anzuordnen." Wenn sie demselben oder einem gesinnungsverwandten Offizier anvertraut wird, so hat der arme Litty keinen Grund, neue Hoffnung zu schöpfen. England.? Lsndorr. Unser bewährter Glaubensgenosse Dr. S. Schechter, zur Zeit Lector des Hebräischen an der Universität 511 Cambridge, hat einen Ruf als Professor des Hebräischen an die Londoner Universität erhalten. Diese Berufung ist um so ehrenwerther, als sich Dr. Schechter nicht gemeldet hatte und daher gar nicht zu den Candidaten für diesen Posten zählte. In dem Berufungsschreiben ist auch ausdrücklich hervorgehoben, dich der Antrag erfolgt, ist nach Prüfung der Candidatenliste und ohne Be? - wtrbung des Dr. Schechter. —* Dieser Tage wurdt ^daLneue -Genesungsheim der-' Baronin/Hirschin Hampftead eröffnet. Dasselbe ist im Tudor House installirt, welches für 320,000 Mark erworben wurde und wird den Namen der Baronin Hirsch führen, die die Mittel zu seiner Errichtung gespendet hat. — Mr. Louis Davidson, der Vorsitzende des Komitees für die jüdische Knaben-Gewerbeschule, erläßt einen Aufruf zur Sammlung der nöthigen Fonds in Höhe von ca. 200,000 Mark, wovon das Haus Rothschild bereits 100,000 Mark gezeichnet hat. Zum besseren Verständniß sei hierzu für deutsche Leser bemerkt, daß man unter einer Gewerbeschule dieser Art in England ein Internat versteht, das eine Art von Besserungsanstalt für vernachlässigte oder sonst verdorbene Knaben vorftellt. Dem Aufruf liegt ein Brief des Ober-Inspektors dieser Gewerbeschule Mr. I. G. Legge bei, in dem derselbe feine Erfahrungen mit jüdischen Knaben in derartigen christlichen Besserungsanstalten mittheilt und kräftig für die Errichtung des neuen Instituts plaidirt. Dasselbe soll nach feiner Ansicht nicht in London selbst, sondern in einem entfernteren Vororte der großen Stadt seinen Platz finden. Da seiner Erfahrung nach die jüd. Knaben in diesen Rettungshäufern die christlichen weit an geistigen Fähigkeiten übertreffen, da es andererseits für dieselben doch fast unmöglich ist, in landwirthschaftlichen Betrieben Arbeit zu finden, so empfiehlt Mr. Legge die Einführung der Tischlerei als Unterrichtsgegenstand, da die Burschen nach Absolvirung der Schule in diesem Gewerbe in London leicht ihr Brod finden können. Doch muß auch für genügende körperliche Ausbildung durch Turnunterricht und Spielplatz gesorgt werden. Briefkasten der Redaetion. 9t. R L.. Wir haben schon so viel über Bettelbriefe ans Galizien geschrieben, daß wir das Thema hier nicht nochmals ausführlich behandeln wollen. DaS Resultat unserer damaligen Untersuchungen ergab, daß sich die Nichtigkeit der in den Briefen angegebenen Thatsachen fast niemals bestätigte, da sowohl jüdische, w e nichtjüdische Behörden meistens ausweichende Auskunft ertheilen. Das Elend ist aber daselbst so unendlich groß» daß Uebertreibungen dort eher wie anderswo entschuldbar sind, und daß man mit dahin gerichteten Gaben auf alle Fälle werkthätige Liebe übt. Dr. A in B.: Die althibräischen Namen sind für Deutschland für Frankreich nEn¥, für Spanien loaesian 10 Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzirte Preise, -während der Inventur-Liquidation. M u»t er - anf Verlangen franco Ins Hane. i; i>t : Modebilder gratis. eines Theilhabers und’Keu-Uebernahme veranlassen uns zu einem —— wirk liehen Ausverkaufsämmtl. Bestände i. Damenkleiderst. f. Winter, Herbst, Frühjahr, Sommer, u. ofifer. beispielsw.: 6 Met. solid. CubanoBtoff z. 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