Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 100 (19.12.1898)
- Date
- 1898-12-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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JkVXlX. Jahrgang. M lOO. Der Zsraelit. Ein Eentrat-Hrgan für das orlhodore SudenLHum Begründet von Dr. ft^tnsnn in Atnini. Montag, de« 19. Lezemder S«S« Wir beginnen nächsten Donnerstag mit der Wiedergabe einer überaus interessanten, größeren historischen Erzählung aus dem Leben des Rabbi Jesaja Hurwitz, bekannt unter dem Namen „Hafloo". Der gelehrte Herr Verfasser schildert in derselben in ebenso fesselnder, wie anregender Weise die mannigfachen Schicksale dieses berühmten Frankfurter Rabbinen. Wir hoffen, mit dem Abdruck dieses Werkes, das später auch als Buch erscheinen soll, unseren Lesern eine willkommene Gabe zu bieten. Redaetion des „Israelit". Leitender Artikel. Zum vierzigsten Jahrgang. Mainz, 16. Dez. Vierzig Jahre! In unserem Menschenleben, da» sich auf siebenzig und wenn es hoch geht auf achtzig Jahre beziffert, sind vierzig Jahre ein beachtenswer« ther Zeitraum. Wenn daher der „Israelit" in wenigen Tagen in da» vierzigste Jahr seine« Bestehens tritt, so danken wir dafür in erster Reihe Gott, nn |o6 ujwn wpi rnw, der unS diese Zeit erleben ließ, daß er uns aufrecht erhalten hat und uns an sie heranreichen läßt. Daß uns Gott den vierzigjährigen Bestand des „Israelit" erleben läßt, diese Gnade in ihrer ganzen Bedeutsamkeit zu würdigen, dazu bedarf e» eine« Blickes auf die Zeit vor vierzig Jahren, in welcher der „Israelit" auf den Plan trat. Damals haben die zahlreichen Gegner des „Israelit" und selbst eine nicht unbeträchtliche Zahl seiner Freunde ihm keine so lange Lebensdauer in Aussicht gestellt. In der That kann ja auch keine einzige im Dienste de« gesetzestreuen Judenthums stehende Zeitung auf eine so lange Zeit ihrer Wirksamkeit zurückblicken. Roch heute bringt fast jede« neue Jahr eine Anzahl neu erscheinender jüdischer Blätter, die aber sämmtltch | nach kurzer Seit wieder eingehen. Und dabei ist der „Israelit" ein „orthodoxes" Blatt, also ein Parteiblatt, I da» sich in erster Reihe ausschließlich an diejenigen wendet, die mit ihren religiösen Gesinnungen und Ueberzeugungen mit ihm auf einem und demselben Boden stehen. Die große Zahl der alljährlich kommenden und wieder verschwindenden Blätter buhlte üagegenruu.Jml. Gunst aller Parteienuud Leser; und doch dieser klägliche Mißerfolg! Woher da« kommt? Weil sich mit der Wahrheit nicht spielen läßt, die uns unsere groben Weisen, ihr Andenken sei gesegnet, überliefert haben: bm mw nana?w«! ba oban paipM inn is-n ow cv rpiwon ha {o w „Wer von den Worten der Thora irdischen Genuß und materielle Vortheile ziehen möchte, der verkürzt sich selber sein Leben; wer den Namen Gottes mit etwas anderem verquickt, fei es pecuniärer Gewinn, sei es eitle Ehrsucht, der wird aus der Welt gerissen; möge er die Thora zum Grabscheidt erniedrigen, um damit irdische Schätze zu graben oder möge er sich ihrer als Krone zur Selbst- Verherrlichung bedienen." Das volle Gegentheil war und ist beim „Js. raelit" feit den Tagen seiner Gründung bi« auf den heutigen Tag der Fall. Al« er vor vierzig Jahren auftrat, war die Zahl seiner Freunde und Gesinnungsgenossen, die in formvollendeter deutscher Sprache und Schrift für die Ideale de« orthodoxen Judenthums eintreten konnten» nur ein zähliges Häuflein. Um so größer war die Zahl der Abgefallenen, welche mit allen Waffen glänzender Beredtsamkeit und stylistischer Gewandtheit den Kampf gegen unser heiliges Vätererbe mit dem ganzen Fanatismus deS Unglauben»