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Der Israelit · 1898-12-15 · Heft 99 (15.12.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 99 (15.12.1898)
Date
1898-12-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1XXIX. Jahrgang. M 99. Der Israelit. Ein GenLrak-Hrgan für das orthodore Iudenthum Begründet von Dr. ITeftroatm in M«rnz Donnerstag, den 15. Dezemver 5659 (1898). Da mit dem 1. Jan. 1899 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Aboimement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1899 eingetragen unter Nr. 3784. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten unser Blatt bis Ende Dezember gratis. Leitender Artikel. Zur Krgelftage in Köln. (Ein Nothrni.)_ Eine lokale Frage, die ein Prinzip bedeutet, welches Gemeingut des gesammten Judenthums ist, darf nicht dem Orte allein zur Behandlung überlassen bleiben, an dem sie „brennend" geworden. Bleiben wir im Bilde! Die Feuersbrunst, die in einem Hause vernichtend und verheerend ausgebrochen, zu löschen, bildet nicht nur die angestrengte Mühe der Bewohner dieses: — alle Nachbarn und alle rechtlich Denkenden werden herbeieilen und aus reiner Menschenliebe hilfreichen Dienst leisten, und jeder wird gern und bereitwillig pflichtgemäß den Splitter seiner Kraft dem Nettungswerke weihen. Und zwar wird in doppelter Absicht jeder Edle der Mühe dieser Arbeit sich unterziehen. Einmal, weil es gilt, Leben und Hab und Gut der vom Unglück heimgesuchten Familie der drohenden Flamme siegreich zu entreißen — und dann auch in der Hoffnung, die Feuersgluth auf ihren Herd zu beschränken. Wehe, wenn sie um sich griffe und in Asche und Schutt verwandelte die Stätten, die so lange Zeuge waren von Friede und Freude und Leben. Wehe, wenn sie ganze Straßen, ganze Flächen durchraste und niederbrcnnen würde die Denkmäler altehrwürdigen Ernstes, deren Einfachheit zugleich die Sprache der Innigkeit redet J Drum auf! Ihr Männer alle, die Ihr berufen seid, kraft Eures Wissens und Könnens das Judenthum durch Wort und Schrift zu erhallen und zu mehren, auf,Ihr alle, die Ihr berufen seid als Wächter seines Gesetzes zu wachen darüber, daß man nicht schmälere die Forderungen, die zu stellen die historische Ueberlieferung , es berechtigt; auf Ihr Männer, deren Name noch Klang hat, weil der Ernst der Ueberzeugung und die Konsequenz derHandlung klar und ungetrübt wiedertönen! Greifet zur Feder und verlanget das Wort, fordert, daß man Euch höre! Opfert eine Stunde Eures Studimns, einen Tag Eures Schaffens dem Wohl der Allgemeinheit! Denn nicht besser als hier könntet Ihr das Wort bethätigen : „Wenn es Zeit ist, für den Gott der Wahrheit zu handeln, unterbrechen sie das Studium seiner Lehre." Wohl hört man Klage und .Trauer, wenn die Wett erfährt, hier oder dort wurde die Tradition durchbrochen, hier oder dort hat mangelndes Selbstbewußlsein, niedrige Nachäffersucht, sinnloses Anstaunen fremder Sitten, den jüdischen altherkömmlichen Gottesdienst abgeändert. Aber wer*) wer wagte es denn bisher offen hinauszutreten, zum Kampf gerüstet, ein donnerndes Wort in die Reihen der feindlichen Stürmer zu schleudern, die in die alte Veste des Judenthums einzubrechen drängen? Man ließ es geschehen, daß eine Gemeinde nach der andern, ohne daß öffentlich ein veto zu sprechen versucht worden *) „Die Orgelfrage" von Rabb. Nobel—Halberftadt ist das einzige Wort, das gegen die Orgel neuerdings geschrieben wurde.

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