Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 98 (12.12.1898)
- Date
- 1898-12-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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18Sg wahrer Schüler des Altmeisters ist, der schon vor Jahrzehnten die Parole ausgab: „Rückkehr zum fleißigen Studium von vpc',t>) v'v>. WNYeilllWll ous de« W. Ar«le»«erei»e» «vd sSr Mtfelbtn. (eämmttidjc jüd. Wau-ephettelvereine und Sasse« für Durchreisende find gebeten, uuS Mittheilungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukomme« zu lassen.) Jttlingen (Baden), 24. Dez. In Bezug auf die Warnung vor Ankauf einer Megillah, von einem gewissen Sofer Schapiro aus Jttlingen (Baden) veröffentlicht im Hauptblatt des „Israelit" Nr. 95, von S. Mannheimer, Lehrer in Cochem, theile ich Ihnen mit, daß ein Sofer „Schapiro" hier nicht existirt. Vor circa zehn Jahren hat ein solcher unter diesem Namen acht bis zehn Wochen vorübergehend hier gearbeitet. Derselbe hat schon damals, ebenfalls wie jetzt in Cochem, seinen Schwindel mit Wirths- und Privatleuten auch hier verübt. Man hat seit dieser Zeit nichts Bestimmtes mehr von ihm hier erfahren. Sein richtiger Aufenthaltsort wird schwierig zu finden sein. Joseph Herz, Lehrer. Feuilleton. Oerkauft. Eine Erzählung aus Ungarn. N2) Von Samuel B. Rosner. Nachdruck verboten. „Jetzt gefallen Sie sich aber doch in der Rolle der Naiven. Gut, ich will es Ihnen sagen. Wenn ich Recht hätte, so wie ich es auch zweifellos habe, dann besteht ein heiliger Grund mehr dafür, daß Sie mich erhören, daß Sie nicht ein treues, nur für Sie schlagendes Herz von sich stoßen, daß Sie," er umfaßte leidenschaftlich ihren Arm, neigte den Kopf zu ihr und schwächte seine Stimme zu einem eindringlichen Flüstern ab, „fürs Leben die Meine werdeni" Sie entzog sich rasch seiner Berührung, hielt ihre Schritte an und schaute ihm mit einem strengen, würdevollen Blick ins Angesicht. „Ich verstehe Sie noch immer nicht und finde Ihre Worte ebenso eigenthümlich wie Ihr Benehmen." „Nun so gestatten Sie mir, daß ich mich durch ein biblisches Beispiel erläutere. Sie waren ja immer so bibelkundig, daß Ihnen manches davon bekannt sein dürfte. Als unser Erzvater Jakob seine j 1 Vorkehrungen für die bevorstehende Begegnung mit seinem lieben Bruder Esau traf und am Vorabende dieser Begegnung seine Familie über den Bach Jabok brachte, da thut die heilige Schrift nur von elf Kindern Erwähnung. Auf die Frage nun, wo denn das zwölfte seiner Kinder, seine Tochter Dinah, gewesen sei, antwortet „Raschi", Jakob habe diese in einer Kiste verborgen gehalten aus Furcht, der böse Esau könnte Gefallen an ihr finden und sie zum Weibe begehren. Und das wird dem Jakob als ein schweres Vergehen angerechnet, für welches er dann dadurch bestraft worden wäre, daß Dinah dem unsittlichen Attentat des „Schechem" zum Opfer gefallen sei, denn es wäre möglich gewesen, daß Dinah den Unhold Esau, als sein Weib, auf den rechten Pfad gelenkt hätte. O Schulamit, wiederholen Sie nicht das Unrecht Jakobs — entziehen Sie sich nicht dem auf Abwege gerathenen Esau, der vor Ihnen auf den Knieen liegt und Sie anfleht, ihm die Pforte zum Himmel zu erschließen!" Bei der Erzählung Glasers war in Schulamit eine tiefe allmählich anwachsende Erregung wach geworden, welche sich deutlich in ihrem Gesichte äbspiegelte. Eine helle Glut war in ihre Wangen gestiegen. „Wer mir zumuthcn wollte," stieß sie heftig hervor, „mich einem „Esau" preiszugeben, den könnte ich mit diesen meinen Händen in Stücke reißen. Ein „Esau" kann einem wahren, jüdischen Mädchen nur Verachtung und Abscheu einflößen. Puh!" — Sie schüttelte sich vor Unwillen. „Und die Besserung? Wer hindert ihn denn, sich zu bessern? Ich würde aber für eine religiöse Bekehrung, welche wegen des Besitzes eines Mädchens unternommen wird, keinen rothen Heller geben, denn der gute Mann, der dies thut, wäre wahrscheinlich diesem Mädchen zulieb ebenso gerne bereit, mit derselben Ueberzeugungstreue den Turban zu nehmen. Wenn die höhere, religiöse Erleuchtung von einem Mädchenantlitz kommen soll, wer für sein reiligiöses Empfinden kein anderes Argument zu finden vermag, als ein mehr oder minder hübsches Lärvchen, der — der bedeutet für den Glauben einen sehr zweifelhaften Gewinn'" Ihre kleine, behandschuhte Hand begleitete diese Rede mit kampflustigen Gesten. Heinrich Glaser vermochte nicht, den Blick von dem Munde des in seiner Extase doppelt herrlichen Mädchens wegzuwenden. Er war so von Bewunderung dieses anmuthigen Kindes mit dem seltsam weisen, entschlossenen Sinn, daß er ihr zu zürnen vergaß. Sie hatten sich allmählich im Gespräche dem Parkausgange genähert. Da kam Rudolf über die Gasse gestürmt, in der Richtung auf den Park zu,