Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 97 (8.12.1898)
- Date
- 1898-12-08
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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- Beirut 1× ep/1047833
- Safed 1× ep/1046078
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Die Kolonisten von C he der a pflegen selbst ihr Land in drei Abtheilungen zu theilen: Saatland, welches die ersten beiden obigen Abtheilungen enthält; Land zu Baumpflanzungen (3. Abtheilung) und Land zum Weinbau (4. u. 5. Abtheilung). Jeder Kolonist hat von diesen drei Abtheilungen ein Areal, und ausserdem noch Antheil am Sande und an den Sümpfen. Auch die Sümpfe und Sandflächen werden nicht ganz unbebaut bleiben. Die ersteren lässt Baron v. Rothschild bekanntlich gegenwärtig austrocknen, wodurch der bisherige Miasmen erzeugende Boden sich bald in ein üppiges Fruchtgefilde verwandeln wird. Auch die Sandflächen Hessen sich leicht durch Besäen und Baumpflanzungen nutzbar machen. Die Vertheilung des Bodens unter den Kolonisten giebt zwar jedem Einzelnen derselben Gelegenheit, sich mit verschiedenen Arten des Ackerbaues und der Baumpflanzung zu beschäftigen, hat jedoch den grossen Naehtheil, dass die einzelnen Theile jeder Besitzung kilometerweit auseinander liegen. Chedera hat bereits 278,000 Weinstöcke gepflanzt, von welchen schon 144,800 Früchte tragen. Die Trauben werden in Sichren Jaakob gekeltert. Sollten sich für die erzeugten Weine willige Käufer finden, so würde die Verwaltung von Sichren Jaakob jährlich die Trauben von Chedera zum Keltern übernehmen. Bis zur Erledigung dieser Frage wird eine weitere Anpflanzung von Weinstöcken in Chedera unterbleiben. (Fortsetzung folgt.) Die Kolonie “pm Von Agronom N. Kaisermann in Jaffa. Die Kolonie “pTfl lÖtPÖ»? Arabischen: Dschisr-b'nöt Ja’aküb genannt, gehörte vor dem Ankauf durch den aus Russland hergekommenen Mordechai Lubovsky zu dem arabischen Doife „Mer6nu. Das ganze Areal dieser Kolonie umfasst etwa 2600 Dunam (bis 240 Ha.), und grenzt im Osten an den Jordan, im Westen an das arabische Dorf Teteba, im Norden an das Thal Djasna, im Süden an das Thal Stark An der Ostseite befindet sich eine grosse steinerne Brücke über den Jordan; hier führt der Weg (Karavanenstrasse) in den Haurän und nach Damaskus. Im Westen der Kolonie steigt das Gebirge Ephraim empor, im Osten wiederum, jenseits des Jordans, liegt das Gebirge des Dscholän, der von den weissen Gipfeln des Hermon überragt wird. Die Kolonie untersteht der Verwaltung des Kaimakäm von Safed, gehört demnach zum Vilajet Beirut. Das Klima lässt viel zu wünschen übrig; es ist warm und feucht, die Ortslage ist niedrig, und es giebt in der Nähe Sümpfe, welche sich an den Jordan anschliessen. Alles dies begünstigt die Fieberkrankheiten, welche hier zuweilen einen bösartigen Verlauf nehmen. Die Kolonie selbst hat kein Wasser, es wird vom Jordan in Petrolbleesen auf Eseln in die Kolonie transportirt. Das Wasser des Jordan ist an dieser Stelle ziemlich unrein, und wahrscheinlich auch der Gesundheit nachtheilig. In dem Dorfe selbst einen Brunnen bohren zu lassen, wäre mit zu grossen Unkosten verbunden, denn die Häuser der Kolonie liegen auf einem ziemlich hohen Hügel. Der selige Präsident des Jaffaer Exekutivcomites beschäftigte sich mit dem Projekte einer Wasserleitung aus dem Jordan, zu welchem Zwecke Herr Ingenieur Wilbuchewitz den Plan und Kostenvoranschlag verfertigte. Aber auch dieses Projekt traf dasselbe unglückselige Schicksal, das die Kolonie „Mischmar“ überhaupt verfolgte. Der Boden der Kolonie (nach Ingenieur Vogt), etwa 2700 Dunam, kann im Grossen und Ganzen in zwei Partien getheilt werden: in steinigen, unfruchtbaren Boden, etwa 500 Dunam, und in Lehmboden, 2200 Dunam, mit einem kleinen Prozentsätze von Holz, Sand und kleinen Steinen. Der steinige Boden ist gar nicht in Betracht zu ziehen, denn abgesehen von seiner geringen Fruchtbarkeit, würden die Bearbeitungskosten eine solche Höhe erlangen, dass eine Verzinsung der Unkosten kaum denkbar ist. Dagegen der Lehmboden, eigentlich ein milder, humoser Lehmboden (Terra humosa limosa dulcis) ist sehr fruchtbar und durchaus als guter Acker- und Pflanzungsboden zu betrachten. (Fortsetzung folgt.) Druck der Job. W.ir th’schen Hofbnchdruckerei Actien-Gesellscbaft, Mainz.