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Der Israelit · 1898-12-08 · Heft 97 (8.12.1898) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 97 (8.12.1898)
Date
1898-12-08
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1897. I. Fortsetzung. ') Was die Schule betrifft, so fand die Prüfung am 25. März statt. Es wohnten derselben der österreichisch-ungarische Oonsul, Herr J e h 1 i t s <j h k a, und Herr Israel Abrahams, Professor am Jews College in London und Herausgeber der J e w i s h Q u a t e r 1 y R e v i e w, bei; sie dauerte von —2j,/2 Uhr ohne Unterbrechung, und die beiden genannten Herren betheiligten sich in eingehender Weise selbst cm Examen. In den letzten Monaten des Schuljahres wurden unsere Anstalten vielfach von Fremden besucht. Wir nennen nur die Herren: Hermann Tietz aus München. Isidor SIrans. Ho eh Stadt er, Fleischer und Pollak aus New-York, Naphtali Meyers aus London, S. Benedict, Inspektor der Alliance-Schulen aus Paris, Herrn und Frau August Löwengar d aus Cöln. Sämmtliclie Besucher interessirten sich sehr für die Anstalt und gaben ihrem Wohlwollen durch Spenden Ausdruck. Eine direkte Sendung von 40 Mk. erhielt Herr Schuldirektor Colin von Herren Gebrüder Schwarz in Nürnberg, um den Kindern einen vergnügten Tag zu machen. Am 28. März folgte der Lehrkörper einer Einladung der Alliance-Schule zur Theilnahme an der Trauerfeier für den verstorbenen Präsidenten der Alliance, Herrn Dr. 8. H. Goldschmidt, einen geborenen Frankfurter. Das Schuljahr schloss am 25. März mit 85 Schülern. Der Unterricht begann wieder am 19. April mit 88 Schülern, von denen 11 Interne sind; 68 sind A s c h k e n a s i m , 16Sephardim, 2 Perser, 1 6 rieche, 1 Moli am ed an er. Der Letztgenannte ist der Sohn eines Polizeibeamten und auf spezielle Empfehlung des österreichischen Consuls aufgenommen worden. Sieben zahlen Schulgeld, dagegen erhalten 39 das Mittagessen im Waisenhanse. Neu eingetreten sind 22. Die IV. Klasse zählt für das Deutsche 47 Schüler, für das Hebräische 27, die III. Klasse 28 bezw. 25, die II. 7 bezw. 21, diel. 6 bezw. 15. Von den Schülern, welche mit Schluss des vorigen Schuljahres die I Klasse absolvirt haben, arbeitet Victor Katz in Unterstützung seines Binders, der 1893 unsere Schule absolvirt hat, als Kolo nist auf der Bne-Brith-Kolonie Mozah, und verspricht ebenso tüchtig zu werden wie sein *) Siehe Sr, 680. Bruder, während Lazar Koke ach, Lob Bei ferm ann und Isaac Levy täglich 2 Stunden französischen Unterricht in unserer Schule erhalten, von denen die beiden Letzteren voraussichtlich im Oktober in „Mikweh- Jisrael“ eintreten werden. Einen sehr schweren Verlust erlitt zu Beginn des neuen Geschäftsjahres der Verein durch den allzu frühen Hintritt unseres Vorstandsmitglieds Herrn Dr. Heinrich Heinemann. Dieser warme Freund des heiligen Landes war bei Verlegung des Vereinssitzes nach Frankfurt in den Vorstand eingetreten, und hatte sich mit Aufopferung der schwierigen Leitung unserer Anstalten mit unterzogen. Insbesondere war er als Mitglied der pädagogischen Kommission bestrebt, unsere Schule zu einem Musterinstitut zu machen. Der Trauer um deu heimgegangenen Oollegen, den Mann von seltener Gelehrsamkeit und inniger Frömmigkeit, gab an der Bahre Herr Rabbiner Dr. Horovitz, und speziell für unseren Verein des verstorbenen langjähriger Freund, Herl* Professor I)r. Sulzbach tiefempfundenen Ausdruck. Auch in .Jerusalem fand am 23. März zuerst in der Schule und dann im Waisenhause eine Trauerandacht statt, wobei Herr Direktor (John und Herr Direktor Dr. Grünhut die Verdienste des Herrn Dr. Heinemann um Jerusalem schilderten. Sein Bild wird uns allezeit vorschweben und uns an eitern, in seinem Sinne und in seinem Geiste weiter zu wirken für die Erziehung der jüdischen Jugend des heiligen Landes. Zur Ergänzung des Vorstandes wurde seitens des Verwaltungsrathes Herr Professor Dr. Werner dahier in den Vorstand kooplirt. Zu unserer Freude hat dieser bewährte Pädagoge das Amt angenommen und ist in die pädagogische Kommission eingetreten. Unsere Finanzlage hat sich, Dank der grossmüthigen Unterstützung verschiedener Gönner, etwas gebessert. Wir können wenigstens nach langer Zeit wieder mit einem kleinen Ueberschusse abschliessen. Ausser den im vorigen Berichte bereits erwähnten Spenden sind namentlich noch folgende zu erwähnen: Die Herren N. M. von Rothschild A Söhne in London überwiesen uns wie alljährlich 50 Pfd. Lstr., durch Herrn S. Bergei in Berlin empfingen wir von den

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