Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 94 (28.11.1898)
- Date
- 1898-11-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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I1IIX, Jahrgang. Beilage zu M 94 Uta ^Fsraelit". Literarische Umschau. tPDlH nn?>a> IOC- Nett bearbeitet und mit werthvolleir Zusätzen versehen, von I. Krausz, Bezirksrabbiner in cs Jankowacz (Ungarn). - Selbstverlag des Verfassers. In den jüngsten „Mittheilungen" der „freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums" habe ich in einer Abhandlung über „Jüdische Erbauungsschriften" barauf bingctviesen, ivie bedeutsam und verdienstvoll es für unsere Zeit wäre, wenn ihr unsere alten bewährten Mussar-Schristen in zeitgemäßer Form und Sprache gereicht würden, Es gereichr mir deßbalb zur besonderen Freude, die Leser des „Israelit" auf ein soeben erschienenes Buch dieser Art aufmerksam machen zu können. Herr Rabb Krausz, der durch seine Umarbeitung des nrN"n riJ’NS und leine Uebersetzung des yyv ~)BD sich bereits ans diesem Gebiete bewährt hat, das hochberühmte rinvL' einer neuen, gänzlichen Bearbeitung unterzogen, die er in geschmackvoller Ausstattung soeben veröffentlicht hat. Das ttfDJn nnottf “)DD genießt wegen seiner Eigenart schon seit vielen Jahrhunderten ein besonderes Ansehen unter den Schriften ähnlicher Art. Die lautere, selbstlose Gesinnung, von der daS ganze Werk durchdrungen ist, bekundet schon der äußere Umstand, daß der Autor unbekannt ist und somit persönliches Interesse keinen Antheil an dem Bucke hat. Das Streben DBO, dem Namen Gotteö zu dienen, hat der Autor so voll und ganz erfüllt, daß er seinen eigenen Nauren unterdrückt, damit aus ihn kein Strahl der Herrlichkeit fnltt, aus der er mit jeden! Blatt seines Buches einen Kranz zur Verherrlichung Gottes windet, lieber die Fülle des in dem Buche Gebotenen, über die Gegenstände der Behandlung und die Behandlung der Gegenstände habe ich in dem erwähnten Aufsatze mich eingehend ausgesprochen und gestatte mir auf denselben zu verweisen. Hier soll nur daraus biugewiesen werden, das; die KrauSz'sche Bearbeitung in der Ihn! geeignet ist, dein alten Buche in seiner jetzigen Gestalt neue Freunde zu gewinnen. Es ist alter Wein in neuen Flaschen. Manche werden finden, daß die Flaschen noch etwas neuer, moderner und zeitgemäßer sein dürften- Demgegenüber muß daran erinnert werden, daß dem Verfasser naturgemäß der heimische Leserkreis zunächst vorgeschwebt haben mag, der sich dtlrch Nationalität uud Wirkungskreis von selbst ergiebr. Diesem entspricht das vorliegende Buch gewiß vollkommen- Für viele Leser in Deutschland und in der Schweiz wäre eine correctere Schreibweise und Satzbildung allerdings erwünscht. Vielleicht ist der Verfasser bereit, diesen Wink bei einer neuen Auflage zu berücksichtigen, die bei der Vortrefflichkeit deS Buches sich gewiß bald als uothwendig erweisen wird. Aber auch schon bei der Fertigstellung des zweiten Theiles die'es Werkes, das die täglichen jüdischen Pflichten, □’JH, enthalten soll, wäre eine Berücksichtigung dieses Umstandes sehr zu wünschen. Aber man ist leicht geneigt die Schwierigkeit einer solchen Berücksichtigung zu unterschätzen. In der Zeit, welcher das alte nwn nrNS V, das nno^ 'd ttfCin und die anderen Mussar-Lchrifteu entstammen, hatten mit Ausnahme der spanischen, italienischen und türkischen Inden alle Leser dieser Schriften in ganz Europa eines und dasselbe Lprachidioiit. Das ist heute anders. Aber die reiche Mannigfaltigkeit des hier Gebotenen, die Höhe des Geistes, j die Tiefe des Gcmüthes, und der Geist achter, gottdurchj drungener Frömmigkeit, die aus jeder Zeile des Buches sprechen, entschuldigen den einsichtigen Leser leicht für dasjenige was die äußere Form des Ausdruckhier und da zu wünschen übrig lassen, j Unter dein Titel pwn ny&D hat der Verfasser dem ' trefflichen Buche noch Anmerkungen beigefügt, welche köstliche Perlen aus dem Geistesschatze zeitgenössischer Koryphäen des Judenthums enthoben. Als Anhang ist dein Buche noch das yD&D p "1DD beigegeben, welches Rabbiner I L- Lewiug er zum Ver- | fassec hat- Es erörtert in gcistesvollcr Weise jüdische Anj liegen in Form eines Zwiegesprächs zwischen Vater und I Sohn, ebenfalls von Zusätzen des Herausgebers unter dein Titel VBin ro’ffD begleitet. Die Verbreitung dieses Familienbuches iu allen jüdischen! Häusern ist iu hohem Grave zu wünschen. Die Lektüre, Aneignung und Beherzigung des darin gelehrten Lebenswandelkann nicht verfehlen auf die religiöse Gesinnung seiner Leser von gutem Einflüsse zu sein. Um die Verbreitung des Buches zu erleichtern, habe ich den Verfasser um Neberlaff'ung einiger Exemplare ersucht, die gegen Einsendung des Betrag- (& 1 Frcs. 50 Ets.) von mir bezogen werden können. Baden tSchweiz). Rabbiner Dr- Ehrmann- Der Väter Schuld. Erzählung von Arnold Mann. Berlin, Verlag von H. Jtzkowsky's Buchdruckerei. Ueber die vorliegende Erzählung, deren Abdruck s- 3■ im „Israelit" erfolgte, können wir eigentlich eine Besprechung nicht gut liefern und zwar aus zweifachen Gründen. Erstens ist die Erzählung unseren Lesern bekannt, so daß sich diese selbst ein Urtheil bilden können und zweitens ist unser Urtheilüber das Werk bekannt, denn wenn uns solches nicht nach jeder Richtung hin gefallen hätte, hätten wir ihm wohl kaum in dem belletristischen Theil unseres Blattes eine Stelle eingeräumt. Nichtsdestoweniger wollen wir auf Wunsch der Verlagsbuchhandlung dem Büchlein einige empfehlende Worte mit auf den Weg geben. Psychologisch bis in die kleinsten Details durchgearbeitet, bieten die in „Der Väter Schuld" handelnden Personen bis zum Schluß der Erzählung das höchste Interesse. LandgerichtsrathHohenthal, den derFluch der bösen That, den er durch Abschütteln seines Glaubens auf sich geladen, bis zu seinem Lebensende verfolgt, ist eine packende Figur, ebenso wie das Schicksal von dessen Kindern und das der Kinder seines gesinnungstüchtigen Jugendfreundes Justizrath Schlesinger uns bis zunr letzten Moment in Spannung hält. Selten noch ist eine so innerlich wahre und das Judenthum so sehr verherrlichende Novelle ge-