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Der Israelit · 1898-11-24 · Heft 93 (24.11.1898) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 93 (24.11.1898)
Date
1898-11-24
Page
– (sequence 20)
Language
German
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WWMWMW 1738 für dies Unglück gar nicht auf einen Juden fallen könne. Tausende von Muselmanen drangen sofort, schreiend und Rache heischend, in das Judenviertel. Einige vorbeigehendeJuden wurden schwer mißhandelt; die anderen schloffen ihre Läden und verriegelten die Häuser. Die Polizei kam schnell genug hinzu, um ernstlich Folgen zu verhüten. Es gelang ihr die Menge zu zerstreuen und den Leichnam zu entfernen. Während der Nacht machten starke Patrouillen die Runde, um für Ruhe zu sorgen. Am nächsten Tage, Samstag, wagten die noch erschreckten Juden sich nicht aus ihren Häusern. Ich besuchte den Pvlizeiminister, der mich sehr liebenswürdig empfing und dankte ihm für seine schnelle Hilfe; gleichzeitig bat ich ihn, dafür zu sorgen, daß am nächsten Sonntag, die Schule ohne Gefahr für die Kinder geöffnet werden könne. Er versicherte mich seines Bedauerns über die den Juden von einer fanatischen Menge zugefügte Unbill und daß ich mich unbedingt auf feine Hilfe und auf die Sicherheit im Judenviertel verlassen könne. Am Sonntage kamen auch alle Kinder wie gewohnt zur Schule, und der Stadttheil nahm sein gewohntes Aussehen wieder an. Gegen 11 Uhr hatten wir die angenehme Ueberraschung Seine Excellenz, den Herrn Polizeiminister mit großem Gefolge bei uns eintreten zu sehen, darunter auch muselmanische Priester. Er fühlte sich verpflichtet, sagte er zu mir, meinen Besuch zu erwiedern, und seine Sympathie für die jüdische Gemeinde durch den Besuch ihrer Schule auszudrücken. Ich ließ ihn in die Klaffen eintreten, wo er einige Worte an die Kinder und an die Notabeln der Gemeinde richtete. Hierauf entfernte er sich indem er unsere Glaubensgenossen beruhigt zurückließ. Aber wie lange wird diese Ruhe anhalten? Wie man sieht, sind wir dem geringsten Zufall preisgegeben. Ein noch so kleines Ereignis kann die traurigsten Folgen nach sich ziehen, auch wenn die Israeliten nicht die mindeste Schuld trifft. Die Regierung hat die beste Absicht uns gegenüber, aber sie ist unfähig, die von fanatischen Priestern geführte Menge zu halten. Wenn es einem Priester eines schönen Tages einfällt, die Masse zu Unruhen in unserem Viertel zn verführen, so braucht er nur ein Wort zu sagen, und kein persischer Soldat wird Plünderung und Mord verhindern. vermischtes Voverrfelde, 14. Rov. Am 21. October dieses Jahres (ru nttns D"ffy) feierte das Ehepaar S- Driesen zu USlar das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Die Kinder desselben, 4 Söhne und eine Tochter, waren mit einigen der Enkelkinder aus der Ferne herbeigeeilt. Sr. Majestät der Kaiser hatte dem Jubelpaare die Ehejubiläums-Medaille verliehen. Freitag Morgen erschien der Herr Bürgermeister Meseke zu Uslar und überreichte den Orden sammt dem begleitenden huldvollen Schreiben aus der kaiserl. Eabinetskanzlei mit einer zu Herzen gehenden Ansprache. Herr Lehrer Driesen aus Tauberbischossheim dankte gerührt im Namen seiner alten Eltern. Hieraus wurde das Jubelpaar durch Gedichte und Ansprachen seitens der Kinder und Enkel begrüßt. Zum Schlüsse hielt Herr Lehrer Driesen die Festrede- Die Gemeinde Bodenfelde-Uslar, sowie zahlreiche USlarcr Bürger, hatten es sich nicht nehmen lassen, durch Gratulationen, schriftliche und mündliche, ihre Freude und Theilnahme an denr Glücke des würdigen, religiösen und allgemein beliebten Ehepaares zu bezeugen Su nahur das Fest einen schönen Verlauf und wird bei den Betheiligten, sowie in der hiesigen Gemeinde die besten Erinnerutlgen zurücklassen. Möge das Jubelpaar, welches so sichtbar unter Gottes gnädigem Schutze steht, auch noch ferner eines ungetrübten, heiteren Lebensabends sich erfreuen. SlagyvLrab, 16. Rov Im Israelit Nr. 87 erzählt Dr. Kohuteme Episode von Kossuth beim Rabbi. Bei dieser Gelegenheit erwähnt er den Ujhelyler Rabbi '"t ntPD non? 'Vy2 y"'t D'H^ya^D ntPD mit solcher Geringschätzung, baß es jeden echten Juden empören muß. Ich möchte so.frei sein, dem Herrn Dr. Kohut zu empfehlen, in ra ro rr^n isiv nnn p“w und nvo 2'vn mtr nachzulesen, wie die y"’l ->did Dnn raw und 7>p2 pwn 2vy myw des Ujhelyler Rabbi mit größter Ehrfurcht erwähnen, wie N3’py H sagt niti 'p;n "i ns gleich nD"D Xalmioc:(5t)ad)omim. Brüssel Belgien hat am inneren Partcigczänke noch nicht genug! Klerikale Blätter kündigen die Errichtung eines Antisemiten clubs in Brüssel an, der wöchentlich eine Zeitung herausgebcn wirdDie lieberale Presse spricht ihre tiefe Entrüstung über diese neue Belgien bedrohende „Pest" aus. Bordeaux. Ein Pöbelhaufe erbrach unter antise' mittschen Rufen die Thore der Synagoge und zertrümmerte einige EinrichtungSgegenstände- Seit einiger Zeit fabricirt Herr Schlächtermeister Goslar in Lübeck koschere Konserven in Fleischwaar.n und Gemüsen. Wir hallen uns verpflichtet, auf diesen neuen Artikel nicht nur im Interesse des Publikums, sondern auch in dem des gesetzestreuen Zudenthun.s hinzuweisen. Die Conserven des Herrn Goslar bedürfen gar keiner weiteren Zubereitung mehr. Rach Oeffnung der Dose wird dieselbe in heißem Wasser erwärmt; wenige Minuten nur, und das Gemüse ist fertig und der Braten kann gegessen werden. Herr Goslar steht unter Aufsicht des Herrn Rabb. Dr. Earlebach. man kann also bezüglich des Kaschrnß vollständig beruhigt fein. Der Kleine Meyer. Ter erste Band der neuen, sechsten, gänzlich umgearbeiteten und vermehrten Auflage von Meyers Kleinem Konversaltons Lexikon (Verlag des Bibliographischett Instituts in Leipzig und Wien) ist soeben erschienen. Damit vollzieht sich ein litterarisches Er eigniß, das weite Kreise mit lebhaftem Interesse verfolgen. Und mit Recht! Welcher Gebildete kennt heute wohl den kleinen „Meyer" nicht? Wer hätte bei aufsteigendeu Fragen und Zweifeln seine Zuflucht nicht schon zu jenen bekannten, handlichen Bänden genommen, die, vermöge einer wahrhaft glänzenden lexikoqraphischen Mnstcrleistung, das Wissen unsrer Tage in so engem Rahmen umschließen und doch jede begehrte Auskunft, selbst in Dingen der unmittelbarsten Gegenwart, klar, zuverlässig, in ansprechender Form, erschöpfend und mit Unterstützung des planmäßig durchgeführten illustrativen Theils auch höchst anschaulich ertbeilen? In unsrer Zeit, in der die Grenzen des Bildungsbedürfnisses und der Bildungsnorhwendigkeit sich immer mehr er»

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