Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 90 (14.11.1898)
- Date
- 1898-11-14
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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"•'■-•VT' ^MWWW 1674 und leichtfaßliche Abschnitte wörtlich aus dem Schulchan Aruch hinüberzunehmen und ihnen die Glossen des zcn *W2 binzuzufügen. Herr Gottlieb zeigt im vorliegenden Merkchen soviel Sachkenntniß, Takt und pädagogische Begabung, daß es ihnr ein Leichtes sein wird aus den verschiedenen genannten jüdische» Volksbüchern die geeignetsten und beftbehandclten Abschnitte herauszusnchen. Für heute sagen wir dem Verfasser unseren herzlichsten Dank für das, was er jetzt schon durch sein Darkhe Noam dem jüdischen Religionsunterrichte geleistet hat, und empfehlen das Buch allen Lehrern, die das ernste Streben haben den Schülern eine möglichst umfassende Kenntniß ihrer heiligsten Pflichten zu ermöglichen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 9. Nov. Im letzten Geschäftsjahr sind, nach einem Bericht des hiesigen städtischen Viehhofs, 150,611 Rinder, 657,650 Schweine, 137,8:20 Kälber, 404,309 Schafe geschlachtet worden; geschachtet wurden von 15 Schächtern 8664 Rinder, 6069 Kälber, 4195 Schafe. Hierzu bemerkt die „Staatsbürger-Zeitung": ,,Da für die Juden als koscher aber nur die Vorderviertel in Verkauf kommen, so ergiebt sich nach dem Berichte, daß die Berliner Juden 2,4 pEt. alles geschlachteten und nur 1,9 pCt. alles in Verkehr kommenden Fleisches koscher essen; die Juden bilden aber 5 pCt. der gesummten Einwohner Berlins, so daß die Zionisten (?) wohl Grund zur Klage haben über den Abfall der Juden von der Väter Glauben und seinen Vorschriften - denn der Bericht weist zugleich nach, daß von Jahr zu Jahr weniger Fleisch koscher gemacht wird, während wir leider zu genug wissen, daß immer mehr Juden nach Berlin zusammenströmen. Des lieben Viehes wegen kann es uns ja freuen, daß das barbarische Schächten etwas zurückgeht, dagegen ist uns in den wirthschaftlichen und politischen Kämpfen der sogenannte Reformjude bekanntlich der gefährlichste." Daß die „Staatsbürger-Zeitung" den orthodoxen Juden gerade so gerne hat, wie den Reformjuden, bedarf keiner besonderen Versicherung, imnn sie trolzdem immer auf die Resormjuden vom Leder zieht, so geschieht dies aus Gründen, die wir hier schon öfters angeführt haben. Wenn der Verbrauch an Koscherfleisch in Berlin thatsächlich abgenommen hat, so hat dies mit der größerett Gesetzesverlctzung von seiten unserer Glaubensgenossen wohl kaum etwas zu thun. Die Orthodoxie ist Gottlob nicht in Rückgang begriffen und ihren z. Z. der inneren Kämpfe geretteten Besitzstand hat sie heute nicht nur noch, er ist seitdem entschieden größer geworden. Die prozentuale Abnahme des rituell geschächteten Fleisches in Berlin kann vielleicht daher kommen, daß die orthodoxen Elemente nicht in dem Maße nach Berlin ziehen, wie die nicht orthodoxen. Auch ist es denkbar, daß die Lebensführung der Juden in der antisemitisch durchhauchten Reichshauptstadl eine schlechtere geworden ist. Frankfurt a. M. Dem zehnten Bericht des Vereitls Lemaan Zion (Palästinensischer Hülfsverein) entnehmen wir: Wenn wir heute zum zehnten Male vor unsere Mitglieder und Freunde treten, um Bericht über unsere Thätigkeit abzustatten, so glauben wir dies in dem Bewußtsein thun zu können, daß aitch im verflossenen Jahre unsere Leistungen im Verhältniß ztt den uns zur Verfügung stehenden Mittel iticht unbedeutend ztt nennen sind. Die Zahl der durch unseren Arzt in der Sprechstunde behandelten Krankett hat sich auf der ungefähren Höhe des Vorjahres gehalten. Dagegen gingen die Besuche, die derselbe für den Verein machte, aus 1355 zurück. Die Zahl der für Rechnung des Vereins in der Privatpraxis behandelten Patienten verminderte sich gleichfalls, und demgemäß betrugen die hieraus erwachsenen Einnahmen bedenkend weniger: nämlich Frs. 630 gegen Frs. 1268 im Vorjahr. (Die Netroausgaben für Arzt und Apotheke beliefen sich im Jahr 1897 aus ca Mark 5000.) Da wir hieraus den Eindruck empfingen, als ob die feste Honvrirung unseres Arztes nicht die allgemein erhoffte Wirkung für die leidende arme Bevölkerung Jerusalems mit sich brächte, und das dortige Loeal Komitee unserer Auffassung beitrat, so haben wir am k. April 1898 unser Verhältniß zu Herrn Dr. Krischewsky gelöst, und statt dessen solgcttde Abmachung getroffen: Der Vereinsarzt, als welcher Dr. Krischewsky provisorisch weiter sungirt, hat täglich während der Stunden von 71,- bis R /.,> Uhr Vormittags im Vereinslokale zur unentgeltlichen Consultation anwesend zu sein und ist verpflichtet, Krankenbesuche bei Tage zu drei P., bei Nacht zu sechs P. für Rechnung des Vereins zu machen: übrigens steht es dem Kranken frei, jeden beliebigen anderen Arzt rufen zu lassen, dem jedoch der Verein höchstens drei P. für Tagesbesuche und sechs P. für Rachlbesuche zahlt. Diese Einrichtungen haben sich bis jetzt sehr gut bewährt. Für ärztliches Honorar in Hebron bewilligten wir Mk. 100.—. Dem Schaar Zion-Hospital in Jaffa übersandten wir die uns von Sr. Hochwohlgeb. Herrn Baron Wilhelm v. Rothschild durch Herrn Rabbiner Dr. Horowitz übergebenen Mk. 500.— und die Spende des Komitees für die russischen Juden mit Frs. 500.— . An der Ausdehnung und Einrichtung des Hospitals