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Der Israelit · 1898-11-10 · Heft 89 (10.11.1898) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 89 (10.11.1898)
Date
1898-11-10
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1662 werthvoller, als alle Reichlhümer der Welt. Die Gemeinde habe ein Recht sich des schönen Gotteshauses, das eine Zierde der iSr. Gemeinde und der Stadt sei, auch schon deßhalb zu freuen, weil es ein Werk der Operwllligkeit der Gemeindemitglieder sei. Die Gelder hierzu wurden nicht gesammelt von Abordnungen, die mit dem sogenannten „Schulbuch" unter dem Arme von Ort zu Ort wanderten und Synagogenbauspenden eintragen ließen, auch nicht dadurch herbeigebracht, daß man in moderner Art große Kapitalien zu Jahresabzahlungen aufnahm, wodurch Lasten nicht nur aui die Schultern der Zeitgenossen, sondern auch der Kinder und Kindeskinder schwer geworfen werden. Nein, die Kosten des Synagogenbaus wurden durch in der Gemeinde vorhandene, nach und nach zusarnmengebrachte eigene Mitteln gedeckt und rst noch eilt kleiner Banfond übrig geblieben. Diese Dhatiache ist der klugen und umsichtigen Verwaltung des damaligen Synagogenraths zuzuschreiben. Nach eurer Rückerinnermig an die Einweihungszeit dankte Redner dem jetzigen Synagogenrath für das Bestreben « die Synagoge als eine Stätte der wahren Andacht und der Gottesverehrnng zu erholten, und schloß mit dem Verse: '°- px*6 vn*. Amerika. l New Uork, 17. Okt. Die „New ^or! Tribüne" zollt in einer Statistik über die Tapferkeit des Heeres während des letzten Krieges, auch den jüdischen Soldaten den gebührenden Tribut der Anerkennung, indem ne diesbezüglich bemerkt: „Jedes Regiment, welches New-Pork verließ, hatte Juden, sei es im Heere, sei es unter den Offizieren, aufzuweisen." Hierzu bemerkt der „Amerikan Jsraelite" : „Wie wäre es wohl geworden, wenn das siebente Regiment, das einst als ein sogenanntes Musterregiment sich betrachtet hatte, vor die Front getreten wäre. Es würde eine deutliche Ausnahme gebildet haben, denn es besteht in diesen! Regiment ein ungeschriebenes Gesetz, keine Juden aufzunehmen Es scheint aber auch nicht uninteressant, daraus hinzuwciscn, und die Juden aller Länder sollen es wissen, daß gerade dieses, die Juden ausschließende Regiment, das einzige gewesen, welches willens war, zu Hause zu bleiben, während die Schwesterregimenter dem Rufe des Präsidenten folgend, in den Kampf zogen. Das siebente Regiment steht heute gebrandmarkt vor der Allgemeinheit und es wird ein Menschenalter dauern, bis diese Schande, an der Gottlob kein einziger Jude Theil hat, ausgetilgt ist. Es befanden sich Juden auf den Schissen vor Kuba, ja selbst Colonel Duffy hatte Juden in seinem irischen Regiment. Dank jener Bestimmung waren aber keine Juden in dem Regiment, das man auszischen sollte, wenn es auf der nächsten Parade erscheinen wird." -5 Malta.? Malta. Merkwürdigerweise befinden ttch in unserer Stadt, Oie so im Mittelpunkt des Weltverkehrs liegt, nur geringe Juden. Es sind int Ganzen 14 Familien, von denen vier reich sind, während die Anderen ihr bequemes Auskommen haben. Diese vier reichen Familien tragen satt allein die ganzen Gemeindelasten, halten eine Synagoge und haben einen Ehacham angestellt. Aber die Gemeindelatten beschränken sich nicht allein auf diese Bedürfnisse. Sehr häufig kommen arme jüdische Reisende aus Palästina und Egypten, die nicht in der Lage und, ihre Reise ohne Unterstützung foctzusetzen. Für diese besorgt man Wohnung und Essen, und kauft ihnen die Billets nach Tunis, Algier, Marseille :c. Es iss erstaunlich, welche Lasten die vier wohlhabenden Familien auf sich genommen haben. Sie unterhalten eine Armenkommission, ein Asyl für arme jüdische Reisende und noch einige andere Institutionen. Dae weniger bemittelten Inden können doch ihr Brod verdienen, als Schneider, Schuster, Uhrmacher und Juweliere, und es ist kein Zweifel, daß in diesen Gewerben noch eine ganze Anzahl jüdischer Familien eristiren könnten. Vielleicht fassen die berufenen Instanzen ins Auge, eine Auswanderung im klein».::: Maßstabe von russischen Juden aus London nach Malta in Szene zu fetzcn. Die Insel Gozzo be: Malta, welche außerordentlich fruchtbar ist, würde sich auch für eine agrrkulturelle Ansiedluug eignen. Mögen berufene Persönlichkeiten die Siiualion in Malta und Gozzo prüfen und darnach entscheiden. Oerinischtes Berti« Fn einem Wahlaufruf des „Eeniraluereins j für die Interessen der jüdischen (Gemeinde" in Berlin, anläßlich der bevorstehenden Borstaudswahlen, wird tie Errichtung von drei neuen Sunagogen in Berlin verlangt und zwar für den Südosten, für den Norden und für den Stadtteil Moabit, nachdem „durch den Ban von zwei neuen Synagogen der schlimmsten Synagogennot gesteuert" worden i sei. Prag. Der Verein zur Unterstützung lmbemttteltei \ isr. Gcwerbsleute in Prag gibt bekannt, daß fünf würdige * Bercinsmitglieder, die das 58. Lebensjahr zurüctgetegl haben, am 2. Dezember l. I. aus Anlaß des dOjährigen Begierungsjubitäums des Kaisers mit je 10 fl. betheilt werden. 1 Gesuche sind bis zum 22. 'November I. I. bei Herrn S. § Berg, Altstädter Ring Nr. 929 1, zu übergeben- Gleich- I zeitig werden jene Herren, welche die Lieferung der am 24 J Dezember anläßlich des Geburtstages weiland Fhrer Majestät der Kaiserin Elisabeth zur Vertbeilung gelangenden Holz, Kohle und Kartoffeln zu übernehmen wünschen, aufgesordert, ihre Offerte ebenfalls daselbst bis znm 22. November l. I. zu überreichen- MoSkau. Der Senat gab nach dem „Kur." die Erklärung ab, daß Kommis, Komtoiristen :c. hebräischer Herkunft. welche das Aufenthaltsrechr außerhalb des Seßhaftigkeitsrayons besitzen, ihre Familien bei sich haben dürfen.

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