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Der Israelit · 1898-11-10 · Heft 89 (10.11.1898) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 89 (10.11.1898)
Date
1898-11-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXXIX, Jahrgang. Iweite Beilage M M 89 ües „Jsraelit“. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. Frankfurt a. M., 7. Rov. Alljährlich am letzten Tischri-Sabbat ladet die Sangesweise der Neumondverkündigung des Marcheschwan zum engeren Zusamnlenschluß, um das vor Jahrtausenden uns gewordene Sinai-Gesetz, das wir um diese Zeit von Neuem zu lesen beginnen. Da in es so recht ein zeitgemäßes Wort, womit am 1. Neumondstage Herr Julius Hirsch, der beredte Dolmetsch seines großen Vaters S. R. H i r s ch b'’sr, seine Vorträge über das 2. Buch rS-n tut Vereine „irr; -:pc" eröffnete. rx -t-ex rrriE* tx 7ib ,p 7'-w r'~ nxiu tei* :: X- 'zbs L 7~*r2T2 (Psalm 84, 4) begann die Begrüßungsrede, die wir in kurzer Wiedergabe solgen lassen. Wenn die Herbststürme über unsere Zone brausen, dann zieht der Wandervogel gen Süden, in das Land der Sonne, das er mit dem ersten Frühjahrswehen verlassen. Denit der Zugvogel verträgt die grimme Kälte so wenig, wie er die Gluthitze der Tropen liebt. So lebt er ein Doppelleben, ähnlich dem Menschen, dessen Doppelnatur ihn zu materiellem Streben und Schaffen zwingt, wie es ihn drängt, dem denkenden, sinnenden Geiste Genüge zu thun. Hub wie daher auch unsere heilige Lehre gebietet, im werktägigen Lebert rastlos für die Unseren zu ichaffen und zu sorgen, so zieht es uns machtvoll wieder zu den „Altärert unseres Gottes," zu den Hohen idealen Gütern hirr, die den Inhalt unserer r~r bilden. Denn da ist unsere wahre Heimath, da das sriedvolle „Nest," wo wir unsere „Jungen," die Söhne und Töchter unseres Volkes, bergen mochten. Und nicht allein nimmt der Zugvogel seinen Flug in die Ferne. Wenn es zur Wanderung geht, bilden sich Vereinigungen, und in großen Schaaren geht es der neuen Hetmath entgegen. So ist es auch in jüdischen Kreisen stets Brauch gewesen, zum Studium des Gotteswortes Vereine zu bilden, die sich in diesen geistigem Strebert geweihten Räumen zusammensinden, um ttns, zur Winterzeit, in gesteigertem Maße, immer von Neuem zu durchdringeu mit dem Urauell unseres Lebens." Wir müssen es uns versagen, die nun folgende prächtige Einleitung zum 2. Psalmbuch, den Geistesblüthen der Söhne Korachs, wiederzugeben. Es waren herrliche Gedanken, für die aber der Rahmen eines kurzen Berichtes zu enge ist. Möge jedoch der Wunsch des gefeierten Redners sich erfüllen, daß der c*t: -72-Verein in seinen Bemühungen, um die Verbreitung des Verständnisses jüdischen Schristthums reiche Erfolge zu verzeichnen habe. Von der Rührigkeit dieses Vereins zeugen die sechs 2'toi." per Woche, die sich auf ,r,3va und x-c; —■ alle unter vorzüglicher Leitung — erstrecken, und zu denen noch eine Anzahl von außerordentlichen Vorlesungen über wiffenschastliche und Tages-Fragen hiuzukommeu. Cppingen, 2. Rov. Ueberall wird die Erinnerung wichttger Begebenheiten im Staate, ttt der Gemeinde und in der Familie je nach bestimmten größeren Zeitabschnitten seitlich begangen, es hat deßhalb die hiesige israelttische Gemeinde den verstoffenen Sabbcutag "7 7? *c, welcher an die vor 25 Jahren staltgefundene Synagogeneinweihung erinnert, durch eine besondere religiöse Feier ausgezeichnet. Das Innere der Synagoge war mit Kränzen, Blumen, Tannen und verschiedenen anderen Pflanzen schönstens geschmückt, der Gottesdienst durch Festgesänge und eine von Herrn Lehrer Eichst etter gehaltene Festrede besonders ausgezeichnet. Der Redner erinnerte mit dem Terte Ps. 122, 1. W-2X2 -7; w w „Ich freue mich, so man zu mir sagt: wir wollen in da« Haus Gottes gehen", an die ernsten und freudigen Ereignisse der Gemeinde des eben vermichenen Vierteljahrhunoerts, berührte blos die traurigen, um die Festesfreude nicht zu trüben, um am heiligen Sabbattage keine Thränen zu entlocken, und verzeichnete im Allgemeinen nur die freudigen. Manches Brautpaaar habe hier unter nsiptr-ipi den Ehebund geschloffen, um ein glückliches Familienleben zu beginnen, viele Väter ihre Dankgebete zu Gott gebracht, wenn ihr Söhnchen in den u'wp rrr ausgenommen wurde, viele Mütter mit wonnevollen Gefühlen nach glücklich bestandener rav von der für Frauen bestimmten Empore herabgeschaut, wenn ihr Mann für sie und ihr Kind nach dem Lesen des Thoraabschnittes den Gottessegen erflehte, um einige Stunden später im häuslichen Kreise daS bei uns übliche Kinderfest wn) zu feiern, — viele Eltern mit behaglichem Blicke hingeschaut, wenn ihr Söhnchen, die Wimpel, den Leinenstoff, der zu einer religiösen Handlung verwendet wurde, nunmehr nach einem Jahre, mit bemalten Buchstaben, Namen, Geburt und Segenswünsche enthaltend, zu einer anderen religiösen Handlung dem Funktionär eigenhändig überreichte, wie viele Eltern waren überglücklich, wenn ihr Kind gegen Ende der Schulzeit, ausgerüstet mit religiösen Kenntnissen die heilige Stätte betrat und Gott dankte rrrm;m:, denn Kenntnisse, Religion und Tugend seien Keinodien,

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