Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 88 (7.11.1898)
- Date
- 1898-11-07
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1640 Tuapse am schwarzen Meer ist eine Schule für Obstbau eröffnet worden, bei der, o Wunder aller Wunder, Juden ohne Beschränkung der Zahl Aufnahme finden. — Wie alljährlich im Herbst, wenn die Rekrutirung stattfindet, kommen von allen Seiten Klagen über die ungerechte Art, nach der die Familien mit den schärfsten Strafen belegt werden, wenn einzelne Familienmitglieder nicht zur Stellung erscheinen. Ebenso werden auch wieder eine ganze Reihe von Fällen bekannt, bei denen die Listen falsch geführt und Mädchen als Knaben eingetragen sind rc. Amerika.? Philadelphia. Der Vorschlag, den 9. October eine Fahrt nach der jüdischen Ackerbauschule in Doyleston zu veranstalten, welche von Dr. Krauskopf in das Leben gerufen ist, hat viel Beifall gefunden und mehrere hundert Personen haben sich daran betheiligt. Es wäre zu wünschen, daß diese Fahrten öfter wiederholt würden, dann würde das Interesse für die nützliche Schöpfung Dr. Krauskopfs in immer weitere Kreise getragen und es könnten dann in dieser Anstalt eine dreifache Anzahl von Knaben zu tüchtigen Landwirthen ausgebildet werden, als dies jetzt die beschränkten Mittel gestatten. P a l ä st i n a. Jerusalem. Zu Ehren des deutschen Kaiserpaares haben die Juden auf der Jaffastraße einen Triumpfbogen errichtet. Die mohamedanische Bevölkerung wollte dies verhindern; allein der Gouverneur der Stadt zeigte sich toleranter und ordnete an, daß von den drei zu erbauenden Triumpfbögen, der der Israeliten sogar der erste sein sollte. Schön einige Wochen zuvor hatte das zum Empfang der kaiserlichen Besucher eingesetzte jüdische Komitee einen von den Oberrabbinen Eljaschar und Salant unterschriebenen Brief an den deutschen Consul gerichtet, in welchem diese den Wunsch der jüdischen Gemeinde aussprachen, einen Triumpfbogen erbauen und ihre ehrfurchtsvolle Begrüßung ausdrücken zu dürfen. Der Consul sandte den Brief nach Berlin und wurde hierauf dahin instruirt, daß der Kaiser sehr erfreut sein werde die Grüße der Jerusalemer Israeliten entgegenzunehmen. Die Willkommsadresse von Rabbi I. M. Salomon und Herrn Ephraim Cohn in Hebräisch und Deutsch verfaßt, ist eine poetische Prosa, ein Compositum des alten und neuen Hebräisch. Am Dienstag, den 1. November wurden der Kaiser und die Kaiserin unter dem Triumpfbogen vom Chacham Baschi und vom Oberrabbiner Salant der Aschkenasim-Gemeinde, von den Mitgliedern des Empfangskomitees und anderen Repräsentanten der jüdischen Gemeinde empfangen. Sobald die Kaiserlichen Majestäten erschienen waren, sprachen beide geistlichen Führer in Hebräisch den rituellen Segensspruch : „Gelobt seist Du, o Gott, der Du von Deiner Herrlichkeit sterblichen Menschen gegeben hast." Chacham Baschi Eljaschar richtete hierauf folgende Worte an den Kaiser: „Die Israeliten Jerusalems heißen mit tiefster Ehrerbietung Ew. Kaiserlichen Majestät und Ihre Kaiserlichen Majestät die Kaiserin in dieser alten und ehrwürdigen, durch die Geschichte Israels geheiligten Stadt willkommen." Oberrabbiner Salant überreichte hieraus die Rolle, auf welcher die Adreffe in Hebräisch und Deutsch geschrieben war und fügte hinzu: „Möge es Ew. Kaiserl. Majestät gefallen, diese Willkommens- Adresse, welche mit tiefster Ehrerbietung von den Israeliten der heiligen Stadt präsentirt wird, entgegenzunehmen." Herr Ephraim Cohn, Oberlehrer derLämmelschule, übersetzte die hebräischen Segenssprüche und der deutsche Consul gab eine Uebersetzung der von den Rabbinern ausgesprochenen Worte. Der Kaiser erwiederte, daß er sehr erfreut sei über den herzlichen Empfang an einer Stätte,die sein tief betrauerter Vater besucht hat. Er drückte seinen wärmsten Dank aus und bot der jüdischen Gemeinde Seine gütigsten Grüße. Herr Ephraim Cohn übersetzte für die Rabbinen und die anderen Mitglieder der Repräsentanten diese huldreiche Antwort in's Hebräische. Der Empfang dauerte sieben Minuten, während welcher die Schul kinder eine Hymne sangen. Vermischtes Kroitberg. In hiesiger Stadt, Ivo .Kaiserin Friedrich ein Krankenhaus errichten läjch, wirs auch ein Kinderheim für Kinder unbemitiekler Eltern ohne Unterschied der Kon fession begründet werden. Briefkasten der Redaetion. I. L. in Weisweilcr: Das Fleisch darf in diesem Falle noch genossen werden. R. 57: 14. März 18*6 gleich 7. 26eadar 5646 Die Sidra ist nvnri A V. r 24. Februar 1**6 gleich U*. Adar 5646. Die Sidra ist Ntcn '3. Todesfall 10 Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzirte Preise, während der [ Inventur-Liquidation. Muster auf Verlangen I franco ins Hans. Modebilder gratis. eines Theilhabers und Neu-Uebernahnie veranlassen uns zu einein — wirklichen Ausverkauf — für Festgeschenke, i. Damenkleiderst. f. Winter, Herbst, Frühjahr u. Sommer, u. offer. beispielsw.: 0 Met. solid. Winterstoff z. Kid. für M. J.80 G „ „ Santiagostoff „ „ „ „ 4.10 ’ „ ., Ncgligest. u. Velourst. „ ,, 2.70 6 ,, ,, Halbtuch ,, ,, sowie neueste Eingänge der modernsten Kleideru. Blousenstoffe für den Winter, versenden in einzelnen Metern, b. Auftrag, v, 20 Mk. an freo. Oettinger u. Co., Frankfurt a. 31. Versand thuus. Stoff z. g. Hrn.-Anzug M. 3.75 |m. IO Proz Cheviot „ „ „ 5.85/extra Kab