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Der Israelit · 1898-11-03 · Heft 87 (3.11.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 87 (3.11.1898)
Date
1898-11-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXXX. Iatzrgattg. Der Israelit. Aenlrat-Hrgan für das orlhodore IudenLhum. Begründet von Dr. fe^ttutnit in BAainj Donnerstag, Ven 3. November 5659 (1898). Leitender Artikel. Rabbiner Tobias Tal * Wlaittt, 2. Nov. Aus den Niederlanden kam erschütternde Kunde. Der allbeliebte Oberrabbiner der Residenzstadt Haag, ein Mann dessen UeberzeugungStreue, Thalkraft, Gelehrsamkeit und hohe Begabung weithin bekannt war und noch für eine lange Zukunft der holländischen Judenheit reichen Segen zu verheißen schien, ist durch den Rathschluß des Allgütigen und Allweisen jäh und unerwartet aus dieser Zeitlichkeit abberufen worden. Es sind wenige Monate her, da lasen wir bei hochfreudiger Gelegenheit die Namen der holländischen Rabbinen, als uns erzählt wurde, daß sie bei der Thronbesteigung der jugendlichen Königin wetteiferten, die Gefühle der Treue, die in den Herzen der holländischen Juden für ihr Königshaus leben, in edler Redewürdig zum Ausdruck zu bringen. Zu großer Genugthuung gereichte es uns damals, daß fast ausnahmslos die Namen der geistigen Führer unserer Glaubensgenossen im niederländischen Nachbarreich uns auf Männer miesen, die treu und unentwegt die Fahne des altüberlieferten Judenthums Hochhalten. Und Einer der Ersten und Besten unter diesen Männern ist uns jetzt genommen worden. Sonntag den siebten Marcheschwan auf einer Amtsreise nach Maarssen wurde Rabbiner Tal von einem scheinbar leichten Unwohlsein befallen, er eilte nach Hause, um dann in der Nacht zmn Montag zum unsagbaren Schmerz seiner Familie und Gemeinde, zum tiefen Kummer seiner vielen Bewunderer und Freunde die Augen zur Grabesruhe zu schließen. Die Haager Gemeinde, die Juden Hollands, das Gefammtjudenthum hat mit Rabbi Tobias Tal b'D gar Vieles verloren. Da er lebte deutete man den Namen dieses Vertreters der Thora I Tal, Thau, mit den Worten 12 bthsb' ‘»sw. Gleich dem Thau erweckte auch er nur Freude, Alles freute sich mit ihm. Jetzt da er gestorben, weinen und jammern Alle um ihn. Ein sonniges, glanzvolles Dasein verlor sich früh in der Nacht des Todes, in der Vollkraft seiner Jahre wurde der hochgeschätzte Meister uns entrissen. vatrt «2. Diese Sonne ist uns am Mittag untergegangen. Rabbiner Tal ist nur 51 Jahre alt geworden. Früh hat er den Vater verloren. Die edle Mutter »mtr, die als Greisin ihn jetzt mit uns beweinen muß, brachte ihn, als er 15 Jahre alt war, zu Rabbiner Dünner *2, dem gefeierten Leiter des Rabbinerseminars in Amsterdam, seiner Vaterstadt. Mit großem Fleiß und Erfolge oblag er im Rabbinerseminar den Studien, bekam im Jahre 1868 das Diplom als Maggid und erhielt im Jahre 1874 nach einem glänzenden Examen das Diplom als Rabbiner (Moreh), 1675 wurde er zum Mitglied des Rabbinatskollegiums von Amsterdam ernannt. Zur Lebensgefährtin wählte er sich bald darauf die würdige Tochter von Baruch Wormser fnn aus Karlsruhe, des bekannten unerschrockenen Vorkämpfers des unverfälschten Judenthums in der badischen Residenz. 1880 wurde er nach Arnheim berufen, als Oberrabbiner der Provinz Gelderland. In Arnheim gelang es dem jugendlichen Rabbiner schnell, sich alle Herzen zu gewinnen. In kurzer Zeit erreichte er es, die Gemeinde-Institutionen, die zum Theil vernachlässigt waren, wieder in richtiger Weise zu ordnen und zugleich nach den verschiedensten Seiten hin Werke der Wohlthätigkeit zu fördern. 'Nach dem Tode des Rabbiner B. I. Berenstein Van wurde Rabbiner Tal im Jahre 1895 zum Rabbiner der Residenzstadt Haag gewühlt. Auch hier wirkte er in segensreichster Meise, hochangesehen und geschätzt in allen Kreisen der Bevölkerung von Hoch und Niedrig. Die allgemeine Liebe für ihn zeigte sich in dem imposanten Leichenbegängniß, das sich zu einer gewaltigen Kundgebung nicht nur

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