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Der Israelit · 1898-10-27 · Heft 85 (27.10.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 85 (27.10.1898)
Date
1898-10-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XlXK. Jahrgang. M 8S, Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr. WHjtnattn in Xttsknr Sonnttfiag, den 27. Oktober 5659 (18SS). »»- 3met ffltavh nboiiiihi matt bei allen Postanstalteu für die Monate Mvembsr uoä verewber auf den „Israelit". Tiefer Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post ZeUungsswalter des Astihusihes des Bestellers Over bei bem betreffenden ^andbriefträger aufgegeben werden. Die Grpküüivn -es .Lsraelrl". Leitender Artikel. Der Delllstz-IsrneiitW ©cmeinöcöunD und feint Ziele. -]■- Der sachlich gehaltene und nur von THaifa chcn sprechende Artikel des Herrn I. K. über das in der Ueberschrift genannte Thema, hat mich und viele meiner Freunde ans denl Gleichmuts), den wir gegenüber den Vorgängen innerhalb des „Gemeindebundes" in dem letzten Jahrzehnt beobachteten, ansgerüttelt und lassen auch uns befürchten, daß die deutsche Judenheit, und insbesondere die orthodoxe mit der Errichtung einer jüdischen Eeniratbehörde einer großen Gefahr entgegengeht. Herr I. K. war sogar noch zu optimistisch, wenn er schreibt, daß die eigentliche Gefahr jetzt noch nicht und nur die Vorzeichen derselben vorhanden wären. Die Gefahr eristirt t h a t s ä ch l i ch schon heute. Der „Gemeindebund" macht gar kein Hehl mehr aus seinem sich Vorgesetzten Ziele; der Vorsitzende des geschäfts- , führenden Ausschusses, Herr Professor P h i l i p p s o 11 I wies in voriger Woche in seiner Ansprache an den I achten Gemeindetag, nach einem Referate im „Berliner Vereinsbote", „auf die unheilvollen Zustände der Zerrissenheit und Zersplitterung hin, welche das Gesetz vom Jahre 1847 in die jüd. Gemeinden hineingetragen habe. Der D. I. G. B.. der stets auf dem Standpunkte der Zusammenfassung aller Kräfte gestanden habe, verkörpere demgenüber den Geist der Einigkeit und Eintracht, das vermittelnde Prinzip zwischen der Staatsgewalt einerseits und den Gemeinden a rt frTrrr f eit&ywirb-das deutscheIu d e nthum mnsse es i hm zu u na n s lö sch li ch em Dank a n r e ch n e n, daß der D. I. G. B. e i n e Organisation geschaffen habe, die bei der bevorstehenden Neuordnung der Verhältnisse der Judenheit in Preußen die Etappe zu bilden geeignet sei zu einer staatlich anerkannten Organisation und Vertretung des Judenthums." Also der Plan ist gefaßt, und der „Gemeindebnnd" wird alle Mittel und Hebel in Bewegung setzen, um denselben in Ausführung zu bringen.*) Wollt Ihr gesetzestreuen Glaubensgenosten ruhig diesem Treiben zusehen und Euch der Gewalt einer jüdischen Oberbehörde, einer jüdischen Hierarchie unterwerfen d Die gegenwärtigen Mitglieder des geschaftsfülp renden Ausschusses im Gemeindebunde sind politisch gut geschulte Männer, und sie fasten in neuerer Zeit die Orthodoxen mit Sammetpfätchen an, gewähren ihnen einige Concessionen, um sie zu ködern, weil sie eben misten, daß ohne ihre theilweise Mitwirkung der Gemeindebund nicht zum Ziele gelangen kann. Erft einmal zur Macht gelangt, wird der Gemeindebund, an dessen Spitze fast nur Männer der neologen Richtung stehen, die Orthodoxen, die für ihn ein ■) Aus der Pädagogischen Beilage zu dieser A'umiuer scheu die geehrten Vcfcv, daß auch schon m einem stelner- »crein ein solcher Wunsch ausgesprochen worden ist. Red.

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