Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 82 (17.10.1898)
- Date
- 1898-10-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448932--46943-2497275- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1520 Wagner ihm nicht versichert hätte, daß das Geld nicht stinke, so wäre er untröstlich gewesen. Aber warum hat er sich denn um den Preis beworben? Oder warum hat er nicht der Bewerbung die Bemerkung angefügt, daß er sich schämen würde, dem Preise nicht zu entgehen? Wir haben nur die Bitte an die Verwaltung der Meyerbeer-Stiftung anzufügen, sie möge in Zukunft ihren Preis nur an solche Bewerber vergeben, die sich nicht schämen, wenn sie demselben nicht entgehen. Sie schuldet dies dem Namen Meyerbeer's, der vorläufig länger auf dem Repertoire geblieben, als der Name Humperdinck's, und sie schuldet dies auch dem Andenken des Stifters, der stets eine offene Hand für die Bedürftigen hatte, und namentlich für Wagner, wie aus zahlreichen Briefen bekundet wird, mit echter, opferfreudiger Collegialität handelte." > Dersonatien. Ädtlifl, i. C. Vor einigen Tagen wurde der z. Z. in Ober-Ramstadt ftationirte isr. Lehrer Julius Kleemann aus TheUheinl in Bayern zu Grabe getragen. Seit acht Tagen weilte derselbe am diesigen Platz bei Verwandten, um Erholung und Linderung gegen ein Herzleiden zu suchen. Jedoch am Simchas-Thora Nachmittag setzte ein Herzschlag dem Leben des erst 21jährigen Kollegen und Amtsbruders ein rasches Ziel. Es war erfreulich wahrzunehmen, wie sich beim Begräbniß der Israel. Gemeinde König und Glaubensgenossen auö den umliegenden Ortschaften so zahlreich betheiligten. Aus der Gemeinde Ober- Ramstadt, in welcher der Verblichene gewirkt, hatte es kein Ge neindemitglied ermöglichen können, dem Lehrer der Gemeinde die letzte Ehre zu erweisen! Nur eine betagte Frau aus der Gemeinde des Geschiedenen hatte den Weg nicht gescheut und war erschiene». Von den Kollegen waren gegenwärtig die Herren Hauser bon Beerfelden, S t e i n von Höchst und Fohrenb erg— Reinheim. Herzliche und tiefempfundene Worte widmete Herr- Hauser von Beerfelden dem dahingegangenen Amtsbruder. Anknüpfend an die Worte des Dichters: „Allzufrüh und fern der Heimath muhten wir ihn hier begraben," gab er dem Schmerz Ausdruck, den jedes mitfühlende Herz empfindet, wenn eam Grabe eines in der Blüthe der Jugend vom unerbittlichen Tod so rasch Dahingerafften steht. Seine weiteren Ausführungen galten der Bedeutung des LhrerberufS, und im folgenden sprach er den Anverwandten des Entschlafenen herzlichen Dank dafür aus, daß sie dem Elternlosen und der Heimath Fernen liebevolle Aufnahme gewährt, daß sie ihn fürsorglich gepflegt und ihm so die letzten Tage seines kurzen Lebens versüßt und angenehm gemacht hatten- Wie Herr Hauser, widmete auch Herr Stein, Höchst, dem persönlich unbekannten, geschiedenen Kollegen einen innigen Nachruf und herzliche Worte des Abschieds. Auf das Verhältnis zwischen Lehrer und Gemeinde verweisend zeigte er, wie die Thätigkeit des Lehrers ein stete- Sichaufopfern bedeutet. — Eine sehr hübsche Parallele zog Redner zwischen dem Tod des Propheten Moses und dem Hinscheiden eines Lehrers - „das Herz bleibt der Gemeinde," die Thätigkeit des Geschiedenen scheidet nicht ab mit seinem Tobe, sie wirkt auch fort in den Herzen der Schüler und der Gemeinde. Arantfurl a. 9i-, 17. Ort. Am 24. dss. Mts. wird der auch Ihnen wohl bekannte und hier bestens eingeführte Künstler, Herr Solo-Bassist Mar Rothschild aus Karlsruhe, unter Mitwirkung verschiedener bedeutender Solisten, im Saale der Loge „Carl" ein Concert veranstalten. Hoffen wir, daß die Betheiligung an dem Eoncerte des Herrn Rothschild, für welches man sich in gesetzestreuen Kreisen sehr interessirt, eitle recht lebhafte sein wird. Letzte Nachrichten. V. Gleiwitz, 11. Oct. (Einweihung des neuen israelitischen Gemeind eh auses.f Gestern Abend 7 Uhr fand in dem festlich erleuchteten Sitzungssaale die Einweihung des neuen israelitischen Gemeindehauses statt, zu welcher der Vorstand, die Repräsentanten und Beamten der israelitischen Gemeinde vollzähtich erschienen waren. Zunächst ergriff Herr Rabbiner Dr. Münz das Wort und sprach das Weihegebet, in dem er den Segen Gottes für das neue Haus erbat mit dem Wunsche, daß in diesen Räumen allezeit der Geist des Rathes und der Stärke, der Geist der Frömmigkeit und Gottesfurcht, der Geist echt patriotischer Gesinnung und unentwegter Opferfreudigkeit walten möge. Hierauf nahm der Vorsitzende des Vorstandes, Stadtrath Rechtsanwalt Schüller, das Wort und gab in eingehender und sehr intereffanter Darstellung die Entstehungsgeschichte des Hauses wieder und betonte, wie nunmehr den Bedürfniffen der Gemeinde entsprechend, für die Berathungen der Gemeindebehörden ein würdiges Heim geschaffen sei, in welchem wie im alten Sitzungssaale, auch jetzt Frieden und Einvernehmen zwischen den Körperschaften zum Ausdruck kommen und zum Segen der Gemeinde sich bethätigen möge. Der Repräsenrantenvorsteher Rechtsanwalt Lustig wies hierauf auf seinen seligen Vorgänger im Amte, Sanitätsrath Dr. Freund hin, dessen Bildniß als kostbares Andenken aus dem alten Hause in das neue Heim hinübergenommen tvurde. Die Erinnerung an den Verewigten lebe immer fort und gereiche auch in dieser Stunde Allen zum Segen. So wolle auch er, fuhr Redner fort, als Repräsentantenvorsteher den Spuren des Verewigten folgen und in Gemeinschaft mit dem Vorstande das Wohl der Gemeinde fördern. An diese ernste erhebende Feier schloß sich ein gemüthliches Beisammensein an, bci dem noch mehrere auf die Feier des Tages bezugnehmende Ansprachen gehalten wurden. Todesfall (0 Prozent extra Rabatt auf alle schon reduzirte Preise, 'während der Inventur-Liquidation. Muster auf Verlangen franco ins Harns. Modebilder gratis. eines Theilhabers und Neu-Uebernabnie veranlassen uns zu einem -wirklichen Ausverkauf- Stimmtl. Bestünde in Damenkleiderst. f. Winter, Herbst, Frühjahr u. Sommer, u. offer. beispielsw.: 0 Met. solid. Winterstoff z. Kid, für M. 1.80 6 ,, „ Snntiag08toff „ „ „ „ 1.80 6 ,, Negligest. u. Velourst. „ „ 58."7O G ,, ,, Halbtuch „ „ 2.85 sowie neueste Eingänge der modernsten Kleideru. Blousenstoffe für den Winter, versenden in einzelnen Metern, b. Auftrag, v. 20 Mk. an freo. Oettingrer u. Co., Frankfurt a. 31. Versandthaus. Stoff z. g. Hrn.-Anzug M. 3.751 m. IO Pro*. Cheviot,, „ „ 5.85fextra Hab.