Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 82 (17.10.1898)
- Date
- 1898-10-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448932--46932-2497264- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXXIX Jahrgang. Jfä 8». Ein Der Israelit Aentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von Dr STeftmann in Haini montan, den 17. Oktober 5659 (1898). Leitender Artikel. Eine Kkttilchtms;» ParMath Usach. Von Rabbiner Dr. M. Jung, U n g. - B r o d. Nach altem Brauch wird rav mit dem Absingen einiger Psalmen eingeleitet! Damit geben wir unserer Freude über die Ankunft dieses heiligen Tages Ausdruck, wie in der elegisch klingenden Melodie des -p?2 717", mit welcher wir vom 722' Abschied nehmen, die wehmüthige Stimmung sich äußert, die uns iu dem Aitgenblicke beschleicht, da der rzv von uns scheidet. Zu jenen Psalmen, welche zu Ehren des kommenden n-tr angestimmt werden, gehört ailch der;!9., der an keinem rza so am Platze ist, als ain n; 722’, an ivelchem die Thora ein gar diisteres und trauriges Bild vor unseren Augen entrollt. Denken wir über diesen Psalm nach, fragen wir nach den Natltrerscheinungen, die in demselben in ihrer erschütternden Erhabenheit mit kurzen aber kraftvollen Worten geschildert werden, so müssen wir uns sagen, der Dichter dieses Psalmes habe r: 7,2-72 gelesen, und seine lebhafte Phantasie malte ihm jenes Ereignist mit solcher Lebendigkeit, dast er ullter dem mächtigen Eindruck desselben diesen Psalm gedichtet. Denkeit lvir ltns 7: in dem Augenblicke, da ihm Gott den Untergang des damaliger! Menschengeschlechts verklindet, lveil er llicht seinen Zeitgenossen die Worte des Psalmes zugerufen habe 2'°?x 7:2 '°? 1271 „Ihr Söhne der Mächtigen betet Ihn an, iu dem noch schönen Heiligthume der Welt, ehe Zerstörung und Untergang Hereinbrechen." -Oder denken wir uns n: in dem Augenblicke, da er in der Arche war, mußte er nicht seinen Theuren znrufen: 127 7*22 -iS „Bücket Euch anbetend vor ihm in diesem verschlossenen Innern seines Heiligthums, da die 'Natur in Trümmer zerfällt. Höret Ihr nicht," so mochte rij rufen: '7 D'jrn -72271 °?n v'27 bv '7 °?ip 277X 7212* '1 b'I 7772 '"I b's) 7122 '“i °?7p ,D,27 CC ,‘2 -22 p-2fab b;y -22 oip-'i p^n -rs n» '7 722- 7272 °?'7' 7272 b'7' '7 b'lp VS 7727°? 2177 '7 °?1p D'2N“ 7-77' 7'2'N7 jrb's bbirr> '7 bip 2'7p. „Zedern schwanken, Berge wanken, Wälder stürzen brechend nieder und das vom Schreck ailfgejagte Wild rennt scheu gegen einander." Stimmt unser Psalm nicht überein mit dem Grundrisse, den die Thorg von jenem Ereignisse entwirft? Scheint es uns nicht beim Lesen der angeführten Sätze, als hörten wir die gewaltigen Donnerstimmen, die damals die Welt erfüllten,, als sähen wir die plötzlich heranbrausenden Ungewitter, die die damaligen Weltwesen vernichteten? Allein der Dichter unseres Psalmes wäre kein vom Gottesgeiste erfüllter Mann gewesen, wenn er hier bei der Zerstörung der Natur abgebrochen hätte, wäre seine Leier ill solch düstere Töne ausgektungen; er wäre kein Dichter Israels gewesen, hätte er in jenem mächtig erschütternden Ereignisse nicht zugleich die überwältigende Erhabenheit, Ehrfurcht einflößende Herrlichkeit dessen geschailt, der es geschehen ließ. ib2N2' 7-22 72^ -^2! In der Mitte des zerstörten Gottestempels der Natur leuchtet hell die Herrlichkeit Gottes, die Trümmer der untergegangenen Welt verkünden die Erhabenheit Gottes. Der große Tempel der Natur ist zerstört, aber auf den Fluthen schwimmt ein kleiner Tempel, in welchem n: uttb die Seinen einmüthig nifen: '7 abiyb -p2 '7 22- 22" b'zob '7 2'72'2 ‘22 TIS* -72' ’7 '27°? 717. Mögen auch Welten nntergehen, der Göttliche bleibt unerschütterlich, wird König der ganzen Welt sein, Er wird seinem Volke Kraft geben, sein Volk mit Frieden segnen. Nehmen wir aber an dem Bilde der Sündfluth, welches unser Psalm in düsteren Farben ausmalt, nicht bekannte Züge wahr? Scheint