Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1898)
- Date
- 1898-10-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1496 aber wirklich auffallende Schönheiten habe ich nicht bemerkt. Den eigenartigen Kopfschmuck haben die Jüdinnen von Rhodos mit allen ihren Glaubensgenossinnen im Orient gemeinsam: das gewöhnlich gestickte Diadem, an das ein schwarzes, meistens aus Seidenstoff gefertigtes, beutelartiges Kopftuch ansetzt. Da hinein stopfen die verheiratheten Frauen ihr Haar; denn es ziemt sich nicht, daß eine ehrbare Frau ihren natürlichen Kopfschmuck einem anderen als ihrem Eheherrn zeige. Die Sonne stand schon tief, die jungen Mädchen in ihren lichten Kattunkleidern, die das dumpfe Ghetto verlaffen und sich an der baumbepflanzten Uferstaße von der Kühle des Meers halten anwehen lasten, kehrten in muntern Gruppen heim und stießen zu ihrer Sippe, die im lebhaften Gespräch mit der Nachbarschaft auf der Schwelle des Hauses ihrer warteten. Die ungezogenen Krausköpfe wurden von den älteren Geschwistern willig oder mit Gewalt in die Wohnungen gebracht. Aus einzelnen der Häuser ertönten merkwürdige Gesänge: hier die üblichen Feiertagsgebete, dort Klagelieder um einen geliebten Todten. Auf dem flachen Dache seines niedrigen Hauses stand ein alter Jude mit langem grauweißem Spitzbart und stimmte, während die Sonne hinter den Gebäuden des Ghetto langsam herabsank und mit ihrem dunkelgoldigen Lichte das eigenartige Bild sonderbar verschönte, eine seltsame Weise an, mit lauterhobener und volltönender Stimme, und mit einem ganz eigenartigen Phatos. Ein anderer alter Mann, der auf der gegenüberliegenden Seite der Gaffe zu ebener Erde an den Pfosten seiner Hausthür gelehnt dastand, stimmte ein, und unweit davon ein dritter. Dann ein vierter, ein fünfter . . ., es klang und sang aus allen Häusern, deren Fenster und Thüren weit offen standen. Eine feierliche, patriarchalische Stimmung lag über dem Ganzen. gionsunterrichtes erreicht. Ter Fortschritt ist immerhin erfreulich. Eine Honorirung des erweiterten Unterrichtes lehnte allerdings die Behörde ab. § Triest, 2<s. September. Am Vorabende des Versöhnungstages fand hier wie alljährlich auf dem Friedbose die Gedächtnisfeier für die ttn vergangenen Fahre Vcr storbenen statt, wobei auch für dieselben das Kadischgebel verrichtet wurde. Hierauf begaben sich alle Anwesenden ans das zu dem Friedhofe neu hinzugefügte Grundstück, das nun unser verehrter greise Oberrabbiner Melli ’"j seiner heiligen Bestimmung übergab und ermahnte er dabei die Zuhörer, ihr Leben so einzurichten, damit sie berubigt dem Tode enlgegensehen können. Seine Worte machten' einen tiefen Eindruck ans die Zubvrer- Cprzanow «Galizien.» Tie hiesige Iudengemeinde hat einer altherkömmlichen Sitte entsprechend, ans Anlas; der Anwesenheit des Krakauer Fürstbischofs von Pusina eine schön geschmückte Triumphpforte errichtet, welche in hebräischen Lettern die Aufschrift trug: „Gesegnet seift Du bei Deinem Kommen, gesegnet bei Deinem Weggehen!" Der Kirchensürst hat nun ein warmes Dankschreiben an die Gemeinde gerichtet und auch in der Kirche eine überaus judenfreundliche Kanzelrede gehalten, in welcher er die Au wesenden, darunter eine große Anzahl Bauern, sowohl zum friedlichen .^»sainnrenleben mit den Juden ermahnte, als auch anssorderie, sich die guten mitten der Letztgenannten, ihren Fleiß und ihr lobenswerthes Eheleben zum Muster zi» nehmen. In demselben Sinn predigte auch am selben Tage ein frommer Pater in der Chrzanower Kirche. Wer hätte vor zwei Mvuaten an die Möglichkeit einer solchen Wandlung der Haltung der polnischen Klerikalen gegen die Juden geglaubt! Petersburg. Ein russischer Philantrop, der Groß kaufinann Nikolaus D e re fchts ch enko, spendete 500li Rubel zur Errichtung einer Talmud-Thora mit einer Gewerbeabtheilung für jüdische Kinder der Stadt Gluchow im Gouvernement Tschernigow. Der russische Minister für „Volksaufklärung" l,at erklärt, daß es bei der Bestimmung bleiben müsse, wonach nur drei Prozent jüdischer Stiidenten in der Universität Moskau ausgenommen iverden dürfen- Ebenso hat er die Petition der Universität Odessa, den Prozentsatz der jüdischen Studirenden von zehn aus sünsundzwanzig Prozent erhöhen zu dürfen, abgelehnt. Neu Süd Wales. Bei den letzten Wahlen zum Par lament wurden zwei.Inden gewählt, John I. Eohcn und S. Philipps, dagegen unterlagen zwei andere Kandidaten unseres Glaubens- Kn -er UeLaction neu eingegangene Kücher. (Besprechung Vorbehalten.) Herr Mozkin und die Wahrheit über die Kolor.isaiion Palästinas, von W. Bambus. Verlag Zion. Berlin 1898. vermischtes. Aachen Hiesiger Stadt ist von der Wittwe .uönigsberger eine Schenkung von 50,000 Mark gemacht worden, deren Zinsen zur Bekleidung armer Schulkinder ohne Unterschied des Bekenntnisses verwendet werden sollen. Aalibor, 11. Oktober. Das Provinzialschulcollegium genehmigte, daß am hiesigen Gymnasium hinfort siebzehn Stunden jüdischer Religionsunterricht wöchentlich in acht Abtheilungen ertheilt werde. Damil ist die Höhe der von der Regierung angeordneten Stundenzahl des christl. Reli- Briefkaften der <<rpedition Herr Lehrer Katzenstein in Langendiebach: Betrag dankend erhalten und nach Borschrift verwendet. 2l H. E- Betrag von M- 2.50 dankend empfangen. l’ocLeslall 10 Prozent extra Rabatt auf alle selten reduz.irte l’reise, währen«! der Inventur-Liquidation. Küster auf Verlangen franco inst Hans. Modebilder gratis. eines Theilhabers und Xeu-lTebernalnne veranlassen uns zu einem - wirklichen Ausverkauf — stimmt]. Hfstiiatle in Damenkleiderst. f. Winter, Herbst, Frühjahr II. Sommer, u. öfter. beispielsw.: 0 Met. solid. Oubanostort' z. Kid. fiir M. 1.80 <; >. Sanfiag’ostoff „ ,, „ „ 2.10 U ,, ,, Crepe Careaux „ ,, „ „ $.30 i> „ ,, namentlich „ „ „ 3.00 sowie neueste King’üntre dermodernsten Kleideru. 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