Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1898)
- Date
- 1898-10-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIX. J,hrg<mg. M 81 Der Israelit. Ein Genlrak-Hrgan für das orlhodore Zudenlhum. Begründet von Dr. E elf mann in Wlsirrj Donnerstag, den 16. Oktober 5659 (1898). Leitender Artikel. Bachur oder Student'?*) Erwiederung auf den Artikel des Herrn L- K r a u ß - Mainz: „Aus Deutschland über Ungarn", in Nr. «>1 d. Jsr. Zerr L. Krauß—Mainz hat in Nummer 61 dieses Blattes mein Project einer mit einer niw-Schule verbundenen Mittelschule verworfen und an dessen Stelle den Plan Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Schuck—Karczag gestellt. Ich will nun gleich hervorheben, daß ich mir durchaus nicht einbilde, daß mein Project unfehlbar gut, daß es das absolut Beste wäre. Nein. Sehr gerne überlasse ich den Ruhm, das möglichst beste Mittel, wie Kinder zu weltlich gebildeten erzogen werden können, erfunden zu haben, einem Andern, so es ihm ein in Wirklichkeit besseres Mittet erfunden zu haben gelungen ist; vorläufig jedoch sehe ich mich weder die Unmöglichkeit meines Planes für überwiesen zu betrachten, noch dem Plane des Herrn Rabb. Schück unbedingt den Vorzug zu geben veranlaßt. Es sei mir gestattet die von Herrn Krauß gegen mein Projekt erhobenen Einwendungen näher in's Auge zu fassen. *) Siehe Hsraelit Nr. ")»'> und r>7. Auf mehrfachen Wunsch kommen wir auf dieses Thema zurück. Die Frage, wie es zu ermöglichen in, daß unsere zukünftigen Nabbiner zugleich mit einer lückenlosen wissenschaftlichen AnSbildung sich das für ihren Berns unentbehrliche Maß jüdischen Wissens erwerben, ist selbst kür Deutschland noch sehr unvollkoinmen gelöst. Jede Aussprache über diesen (Gegenstand kann deshalb nur förderlich sein. Was sich für Ungarn als gur erweist, wird dann für Deutschland mindestens in Erwägung gezogen werden. Red. d. Jsr. „Ist ein Unterricht von drei Stunden täglich — schreibt Herr Krauß — für eine nichts geringeres als das Abitnrienten-Eramen zum Ziele habende Schule eine knapp bemessene Zeit, so kann man auf die häusliche Arbeiten hier sicherlich gar nicht verzichten." Herr Krauß sagt hier erstens, daß ein Unterricht von täglich drei Stunden an und für sich zu wenig ist, um die hohe Stufe eines Abiturienten eramens ersteigen zu können, und weist zweitens auf die Notwendigkeit der häuslichen Arbeiten hin, für die er später täglich zwei Stunden nimmt. Was die Bemessung der drei Unterrichtsstunden betrifft, basirt die ihr als Grundlage dienende Berechnung auf dem bei uns in Ungarn derzeit in Kraft stehenden gesetzlichen Lehrplane für das Gvmnasium. Zum Glücke ist nun eine Rechnung keine metaphisijche These, über welche man bis in's Unendliche herumftreiten kann, die der Eine bis zur Evidenz bewiesen zu haben glaubt, während der Andere eben das Entgegengesetzte und ebenfalls bis zur Evidenz beweist, und ein Dritter über die Beiden, wie auch über alle, die in metaphisischen Wissenschaften von einer Evidenz sprechen, herzlich lacht. Entweder ist eine Rechnung richtig, oder sie ist es nicht. Und hat Herr Krauß gesagt, daß meine Rechnung nicht richtig ist? Kann er, kann man es sagen? Man nehme den gesetzlichen Lehrplan zur Hand und man überzeuge sich. — Ist aber meine Rechnung ja richtig, wie sie es auch tatsächlich ist, warum ist sie es für Herrn Krauß nicht? Recht, vollkommen Recht, hat Herr Krauß be züglich der häuslichen Arbeiten, und möge er überzeugt sein, daß ich ihre Nothwendigkeit auch vor' Augen hatte, nur in einer anderen Sache unterscheidet sich mein Standpunkt von dem des Herrn Krauß ganz und gar. —;* nm -c;n "x, ich sehe,