Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 79-80 (11.10.1898)
- Date
- 1898-10-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448930--46881-2497211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1468 Polizei-Präsidenten Weegmann, Reichstagsabgeordneten Trimborn, Branddirektor Büllow u. A. Auch die Kölnische Zeitung brachte einen überaus ehrenden Nachruf. M. V. Frankfurt a. M. Die „Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums" hat, wie Herr Rabbiner Dr. Breuer, Frankfurt a. M. dem Herrn M. A. Klausner, Redakteur der „Allg. Israel. Wochenschrift," Berlin berichtete, in thalkräftiger Weise begonnen, für die Einrichtungen ritueller Speisehäuser da zu sorgen, wo das dazu vorhandene Bedürfniß nicht groß genug ist, um einem Unternehmer die Ausstcht zu eröffnen, daß er auf seine Kosten kommt. Das erste derartige Speisehaus soll in Dortmund etablirt werden. Von Vereinswegen erhält der Restaurateur die gesammte Tafeleinrichtung, die 2500 M. kostet, übrigens nicht in seinen Besitz übergeht, und einen jährlichen Zuschuß von 500 M. Eine ähnliche Abmachung ist für Dresden in nahe Aussicht genommen. Zn kleineren Orten, wo nur zeitweilig Fremde nach ritueller Speise verlangen, soll das erforderliche Tafelzeug in geringerem Umfange vertrauenswürdigen Personen geliefert, ihnen auch ein kleiner Zuschuß gegeben werden, der sie vor Schaden schützt. Selbstverständlich wird überall genau Aufsicht geübt, damit der Zweck, den man im Auge hat, auch wirklich erreicht werde. Fürth, 5. October. Zufolge höchster Entschließung des Kgl. Staatsministeriums des Innern für Kirchen- und Schulangelegenheiten vom 14. September hat die hohe Kgl. Regierung durch Reskript vom 21. Sept. die Wahl des bisherigen Predigers und Schuldirigenten der israelitischen Eultusgemeinde zu Kiel, Dr. pliil. Moritz Stern, zum Direktor der hiesigen israelitischen Realschule und der damit verbundenen Volksschule bestätigt. Gleichzeitig wurde dem neuen Direktor der Unterricht im Hebräischen und in den Realen (Deutsch, Geographie und Geschichte) vom laufenden Schuljahr an übertragen. Für die so erfreulich schnell erfolgte Bestätigung war, wie wir hören, die frühere pädagogische und wiffenschastliche Thätigkeit dcS Gewählten ausschlaggebend. — Die öffentliche Einführung des neuen Herrn Direktors in sein Amt wird demnächst erfolgen. P a l ä st i n a.? Jerusalem. Noch immer ist nicht bestimmt, an welchem Platze das Zeltlager des Kaisers aufgeschlagen werden wird. Zuerst war der Bauplatz der Jerusalemstiftung dazu bestimmt. Derselbe erwies sich als zu klein, und auch ein Platz vor dem Herodesthor genügte oen Anforderungen nicht. Jetzt ist die Wahl zwischen einem Platz an der Jaffastraße und einem Bauplatz der hiesigen Templergemeinde noch nicht entschieden. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß hier bereits die Preise der Fremdenführer erheblich gestiegen sind, ebenso wie die Miethspreise für Wagen- oder Reitthiere. Selbst die Preise für Pferdefutter, Gerste uud Stroh sind um 25 Prozent gestiegen. Die Preise für alle Reisen während der Kaisertage sind auf mehr als das Doppelte gestiegen. So zahlt man für eine Reise nach Jericho und dem tobten Meer 150 Frcs., mährend man früher nur 40—60 Frcs. zahlte. Deutsch sprechende Dragomane sind sehr gesucht, und manchem Juden wird seine Kenntnisse der deutschen Sprache zu einem Verdienste verhelfen. Eine ganze Reihe neuer Straßen werden gebaut, vom Oelberg nach Bethanien, dann von Jericho nach der Elisa-O.uelle, von der Jordanbrücke bei Jericho nach Es-Salt und von Es-Salt nach Muserib. Freilich wird der kaiserliche Zug schon durch seinen Umfang etwas außergewöhnliches sein. Derselbe soll aus 800 Personen bestehen, und erfordert nicht weniger als 2000 Iastthiere, (Kameele, Esel, Manlkhiere uud Pferde) und 50 mit drei Pferden bespannte Wagen. Sehr überrascht hat hier zu Lande die Nachricht, daß der Kaiser in Eesarea übernachten wolle. Gerade die Gegend von Eesarea ist sehr sumpfig, und wenn dieselbe als außerordentlich ungesund bekannt ist, so beruht dies auf Fiebermiasmen, die durch diese Sumpfe erzeugt werden. Man wundert sich daher, daß gerade dieser gesundheitsschädliche Platz ausgesucht worden ist. Uersonakien. Schirrhofen, C f'tobev. Einen schweren Verlust hat die hiesige israelitische (s’cmciube erlitten. Heute Raclb mittag starb vlcmlich an einem Herzschlage, im Alter von r>HV. fahren, der allgemein geachtete und beliebte Rabbiner 3 im on Sein), welcher mehr als zwanzig Jahre Rabbiner der hiesigen und der israelitischen Gemeinde von Bischweiler war. Derselbe zeichnete sich nicht nur durch hohe WissenSgabe, sondern auch durch Gute unv irene Pftichterfiilliiikg arid. Ueberall wo in seinen Gemeinden 'Jioif), Elend nno Unglück herrschten, war er immer der erste, der hcrbeie lte, um zu trösten und ztl helfen. Hierbei scheute er tvcder i'Jiiilje noch Anstrengung. Besonders nahm er sich der Armen an nnd suchte sie auf alle mögliche Weise zu unterstützen. Treu hing er an Kaiser und gleich. Er vereinigte in sich alle guten Eigenschaften, welche nur ein Mensch best neu kann. Lange Havre hindurch schrieb er für daS französische Blatt „Ai-ühivu.q i^aglsto,^' die Leit artikel und war auch den Lesern Ihres Blattes durch seine Berichte ans dem Elsas; zur Genüge bekannt. Die Beerdigung fand Dienstag, den 4 Oktober, in Schirrbosen statt. iT'niJjn vermischtes Nürnberg. Herr David R e u b urg er in Nürnberg sandte uns das Spenden Verzeichnis; der bei ihm eingegangenen traben für die im Jahre r>6r>s von der Hungers noth betroffenen Israeliten in Maroeco. Rach Abzug der Kosten verblieben UU-,4 M., die an die entsprechende Stelle nbgcsnhrt wurden.