Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 77-78 (29.9.1898)
- Date
- 1898-09-29
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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1440 des Handels und der Industrie an sich gerisien und sie wissen es gut, wie sie es zu machen haben, um den einfachen Russen das Blut auszusaugen. Besonders bedenklich ist es, daß die Juden im Branntweinhandel vorherrschen und alle Wirthshäuser besitzen. Sie lassen die Russen große Quantitäten Branntweins trinken und wenn dieselben dann kein Geld haben, so werden sie von den Juden verführt, ihnen als Pfand für die Trinkschulden, Kleidungsstücke, sonstiges Eigenthum, ja auch das Korn zu überlassen, das noch auf dem Felde steht. So ruiniren sie die Griechisch-Orthodoxen. Aber sogar auf religiösem und moralischen Gebiete ist der Emfluß der Juden den Griechisch-Orthodoxen verderblich. Die Russen lernen v^n den Juden zu schwören, sich zu verfluchen, zu betrügen, zu queruliren und unbegründete Streitigkeiten vor die Gerichte zu bringen. Die Juden, die die Märkte beherrschen, besorgen den größten Theil ihrer Geschäfte am Sonntag und verhindern dadurch die Russen die Kirchen aufzusuchen." Nach diesen beweglichen Lamentationen sollte man doch annehmen, daß die Russen im inneren Rußland, wo keine Juden wohnen dürfen, wahre Engel sein müssen. Leider besagen aber alle Berichte das Gegentheil. der Bauer im innern Rußland säuft und flucht nicht weniger, eher mehr, als sein Vetter im Ansiedelungsrayon, wie dies alle sachverständigen Beurtheiler bestätigen. Türkei.? Konstantinopel. JussufEffendi Kriger, der Direktor der politischen Affairen im Vilayet Archipelagus, hat vom Sultan den Titel Ercellenz erhalten. Juffuf Effendi Kriger ist ein Glaubensgenosse aus Ungarn, der in der Türkei eine glänzende Carriere gemacht hat. Er begann als Dragoman bei dem Gouverneur von Jerusalem, und hatte als solcher die Ausgabe, die fremden Fürstlichkeiten, die nach der heiligen Stadt kamen, zu begleiten und herumzuführen. Bei dieser Gelegenheit schenkte ihm der verstorbene Kronprinz Rudolf von Oesterreich zum Zeichen seiner Anerkennung seinen eigenen Siegelring. Indien.? Bomstop. Der Major Solomon Elijah, der am 23. August in Poona starb, hatte mehr als 40 Jahre Dienstzeit hinter sich. Er stand zuletzt im l9. Bombay-Infanterieregiment, mit dem er an vielen Schlachten theilgenommen hatte. Er besaß auch die erste Klasse des Ordens für Militärverdienst und sein Begräbnis; zeigte ein glänzendes militärisches Gefolge. > Vermischtes. »4 Brünn (Eine Spende der Baronin Hirsch.! Baronin Klara Hirsch, die gegenwärtig in dem Schlosse Eichhorn weilt. hat anläßlich des Kaiser-Jubiläums ein Pensions-Institut für ihre Gütcrbeamten ins Leben berufen und zu diesem Zwecke 20.',,000 fl. gespendet. Bukarest. Frau Baronin Hirsch hat für das hiesige jüdische Hospital 10,ooo Francs gespendet. Wir machen auf das Erscheinen der Altisraelitischen Gesänge, heranSgegeben von Eantor A. Eisenstadt, aufmerksam. Dieselben sind in der Mittellage gehalten und zeigen die Kunst der Modulation und den hohen Ansdruck ohne jede Berührung mit der Bühnen-Recitationsweise. Ihre erhabene Einfachheit und innerliche Schönheit ist ein angemessener Schmuck des Gottesdienstes mehr als das sewattsame Hinauftreiben der Singstimme und Uebertreivung der modernen Kunst. Durch diese Gesänge ist jede Gemeinde in der Lage, den (Gottesdienst würdig und heilig ouszusühren. Für Musikkenner hat es einen besonderen Werth, wie die größten Professoren Dr. Fleischer an der Berliner Universität, I. Joachim, Dircctor^an der König!. Hochschule, F. (Gernsheim, Director des Stern'schen Gesangvereins, bekunden. Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Red action nicht veraniwoülich. Kaustjälterin Eine ftreng-relig. Person wird zur Führung eines bürgerlichen Haushaltes gesucht. Gute Besoldung. Dauernde Stellung, Näheres durch Frau Dr. Plato, K ö l n a. Rh. | 5720 eine religiöse Köchin wird gegen hohen Lohn für e. größeren Haushalt zum 1. Dctober gesucht. Dis. unt. 5104 an die Geschäftsstelle dss. Blattes. Mir Vereinigung für die Interessen der orthvdoren Iudenthunis. Millheiluugeu Nr. 1 0 soeben erschienen. Inhalt: Unser Rundschreiben in Angelegenheit der Mobalim-Ausbildung. — Bcreinsnachrichten: Adresse. — Borstandssimmg vom 0. Juni 1308. — Antrag des Herrn Rabbiner Dr. Feil cheu selb in Posen. Specinl-Eom: Missionen. — Preisausschreiben. — Subventionen. (April bis Juli 1303.) - Subventionen an Gemeinden in Westphalcn. - Stellennachweis. — Jüdische Erbaiiiingsschriflen. Bon Bezirksrabbiner Dr. E hr m a n n-Baden. Spenden verzeichniß. (Oktober 1807 bis Juli 1303). (5317 /Lin geb. }. Mädchen sucht Stetig, z. Stütze d. Hausfrau o. als Gesellschafterin einer älteren Dame Hauptbedingung fam. Stellg. und ritueller Hausstand. Dss. erb. unter „Ftdelio" Hauptpostlagernd Hamburg- >'46,tj ^>ücht isr. Frl. gef. Alters, sucht Stelle als Haushälterin, Ino die Frau fehlt, in kl. Haushalt. Dis. unter 5717 an die Geschäftsstelle d. Blattes.