Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 70 (5.9.1898)
- Date
- 1898-09-05
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1299 standsmitglied I. Herzfeld, der sein Glas auf das Wohl des Lehrkörpers leerte. Repräsentant Duschinsky feierte die Bildung. Lehrer W. Kohn rühmte die Opferwilligkeit der Gemeinde und erflehte den Beistand des himmlichen Vaters für dieselbe, worauf noch viele andere Anwesende toastirten. Das Fest verlief in heiterster Stimmung und endete um 12 Uhr Mittags. W. Prag, 31. August. (Das israelitische B adeh ospil a!.) Dieser Tage besuchte der Herr Bezirkshauptmann Prinz Conrad Hohenlohe das israel. Badehospital in der Lindenstraße. Vom geheimen Sanitätsrathe MDr. Jg. Hirsch, der das Institut durch 30 Jahre in aufopfernder Weife leitete, und von: Assistenzärzte MDr. Rudolph Hirsch in ehrfurchtsvoller Weise empfangen, besichtigte Se. Durchlaucht die Krankensäle, die Küche und den Garten und hatte für leben Kranken ein freundliches Wort. Namentlich interefsirte den Herrn Bezirkshauptmann ein 22jähriger Mann, der seit vielen Jahren sich mühsam mit Krücken forlbemegte und von den Aerzten für unheilbar erklärt war. Sanitätsrath Hirsch hatte die Freude, Sr. Durchlaucht diesen Patienten in Geh-, Springunv Laufversuchen als vollkommen g.heilt vorführen zu können. Sr. Durchlaucht verließ, nachdem er sich in das aufliegende Gedenkbuch eingetragen hatte, mit dem Ausdruck vollster Zufriedenheit das Haus, das schon Tausenden Genesung brachte. di Urlaub. W. Petersburg (Judenfur cht in Rußland.) Unter den Behörden der Nischni-Rowgoroder Messe ist eine wahre Judenfurcht ausgebrochen Man hat ermittelt, daß in Nischni ca. 1200 Juden eingetroffen seien, welche weder nach Bildungsnoch nach sonstigen Privilegien das Recht besäßen, außerhalb des jüdischen Ansiedelungsrayons (zu welchem Nischni nicht gehört) zu wohnen. Man sieht also das Vaterland in Gefahr, und Die Polizeiausweisungen werden täglich zu Hunderten ausgeschrieben. Das Schlimme ist nur, daß auch fast das ganze Chorpersonal der für die Meßzeit angereisten russischen Opern- und Operettentruppen aus Angehörigen des gefürchteten Stammes besteht. Weist man diese aus, so ist der russische Theaterunternehmer ruinirt und das Meßpublikum um seine einzige Zerstreuung gebracht. In diesem schweren Konflikt der Pflichten hat die dortige Polizeibehörde mit salomonischer Weisheit beschlossen, dar Chorpersonal einstweilen unangetastet zu lassen, bis höhere Weisungen aus Petersburg eintrefsen. Zu aller Sicherheit ist zudem noch dem Theaterentrepreneur ein Reversale abgenommen worden, daß sich sein Chorpersonal „mit Nichts als oem Theaterdienst beschäftigen wird." Holland.? Amsterdam. Am 1. August fand eine seltene Feier in unserer Gemeinde statt. Im Spanisch-Portugiesischen Waisenbause beging die Gesellschaft Abi Jetomim ihr 250jähriges Jubiläum. Diese Gesellschaft wurde 1648 von 42 Baale Batim der Sephardischen Gemeinde gegründet, um jüdische Waisen in Privathäusern zu versorgen. 1757 kaufte die Gesellschaft ein Haus, das als Waisenhaus eingerichtet wurde und am 3«>. Nov. 1817 wurde das noch jetzt bestehende Waisenhaus eingeweiht. Manche Zierde der Amsterdamer Gemeinde ist aus diesen Häusern bervorgegangen. MlttheilWen aus Den jiiD. Ameumklukn unD skr dikseldeu. (Särnmtliche jüv. Wanderbettelvereine und Kaffe« für Durchreisende sind gebeten, unS Mittheilungen über Erfahrungen, die sie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu lasten ) Mannheim, 28. August. Dieser Tage trieb sich ein Individuum hier herum, um edle Gaben resp. Unterstützung bittend mit einem Schreiben angeblich ausgefertigt von dem Vorstand der Jsr. Gemeinde Springen, Jos. Levi und mit dem Stempel derselben Gemeinde versehen, mit angeblichem Namen Leop. Stern. In dem Schreiben hieß es, daß er Vater von fünf Kindern, dessen Frau schwer krank sei, und er sich deßhalb in der bittersten Noth befinde rc. Ich wollte nun bei dem Vorstand Jos. Levi in Springen b. Langenschwalbach anfragen, ob sich die Sache so verhält, erhielt jedoch meinen Brief mit dem Poftvermerk zurück: „In Springen, Post Kemel unbekannt." Um nun Unterstützungen an einen Unwürdigen zu verhüten, mache ich in Ihrem geschätzten Blatte hiervon Mittheilung. H. W. Oermischtes. Aus Hessen Das Lehr und Erziehungs-Jnftitut zu Pfungstadt, das seit seinem Bestehen von mehr als 14«", Schülern aus allen T heilen Deutschlands und des Ausländer, besucht wurde, bietet seinen Zöglingen neben einer religiösen Erziehung eine gediegene wissenschaftliche Ausbildung zur Vorbereitung für den kaufmännischen Berus, für obere Klassen höherer Schulen, sowie für die technische Hochschule. Viele Schüler verdanken der in der Anstalt genossenen Ausbildung hervorragende Stellungen im In- und Auslände Ueber die Einrichtung und Lehrziele der Anstalt ertheilt der Direktor Herr Dr. Barnaß jederzeit gerne Auskunft. Homburg, Ende August. Dem verporbenen Dheaterdircktor Pollini ist jetzt auf dem Friedhofe in Ohlsdorf ein stattliches Denkmal, ein Obelisk aus schwarzem Marmor, errichtet worden- Zur Verherrlichung des Bühnen-Praktikcrs