Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 69 (1.9.1898)
- Date
- 1898-09-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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1295 Unterschied in den Schulen, denn während bei den Juden Persiens der Jugendunterricht noch gänzlich Privatpersonen, den Melamdim und Bachurim, anvertraut ist, besitzen die russischen Juden doch schon so ziemlich organisirte Schulen, wenn auch in einem beschränkten Maße, besuchen. Die Juden in den persischen Hafenstädten am Kaspisee senden daher in der neuesten Zeit ihre Kinder nach den russischen Städten am selben See, damit sie hier ihre Erziehung und den nölhigen llnterricht erhalten sollen. Dabei eignen sie sich zugleich auch die russische Sprache an. Aus russischem Boden nehmen diese Kinder natürlich auch die europäische Sprache an, die sie dann für imnier beibehalten. Daher kommt cs, daß man heute in den persischen Hafenstädten Asternlad, Rescht, Amol ec. nur selten mehr einen jungen Israeliten antrifft, der als Kopfbedeckung die persische Lammsellmütze trägt. N u m ä n i e n. Jassy, 14. August. Je mehr wir uns den: Beginne des neuen Schuljahres nähern, desto größer sind unsere Sorgen um die traurigen Folgen der neuen Schulgesetze. Aus den Reden der Direktoren der jüd. Schulen der Herrn Dr. Lippe, Dr. Herzenbcrg, Rabbiner Dr. Niemirower, tönte auch dieser Pessimismus hervor. Was nützt es uns, wenn unsere Kinder in den staatlichen Schulen sich ausgezeichnet, wenn die Priisungskommisston der jüd. Schulen, die Herren Direktor Dur, Scheuer, Rabbiner Dr. Ricmiroiver, Gutmaiui, mit den Erfolgen des Unterrichtes zufrieden waren, wenn trotzdem die jüd. Kinder zukünftig zu den höheren Schulen keinem Zutritt finden werden. Unsere Hoffnung ist das Schulkvinitec der Moldau, das mit der Boronin Hirsch in Verbindung steht, und eine moralische und materielle Hebung der bestehenden Schulen und die Schöpfung von Handels- und.Handwerkeranstalten anstrebt. Diesem Komitee gehören, nach dem Berichte der hiesigen Zeitungen, die Herren: Rabbiner Dr. Niemirower, Dr. Tiktin, Dr. Herzeltberg, Dr. Finkelstein, Dr. Margnlier und die Philantropen Wcnsengrün, (Keller, Daniel?c., an. Amerika.? Philadelphia. Rev. Krauskopf, der Rabbiner, ver sich der Pflege der Kranken und Verwundeten halber nach Cuba begeben hat, berichtet mancherlei Interessantes. So wurde er von dem Kommandanten des Kriegsschiffes „Resolute" aufgefordert, den Sonntagsgottesdienst an Bord des Schiffes abzuhalten. Nach einigem Schwanken that er dies und die ganze Mannschaft des Panzerkreuzers betete an diesem Tage nach der Liturgie der jüdischen Reformgemeinden. Dann berichtet er von dem Heldentod eines jüdischen Soldaten des ersten Kavallerieregimentes. Dersebe, Joseph Jacobs mit Namen, der Sohn des früheren Bürgermeisters von'Louisville, stand mit einigen Kameraden ans cinemfvorgeschobenen Posten unter demKoinnlalldo des Sergeanten Barry bei den .HägUn von San Juan, als ihn sein Soldatenloos ereilte. Er li-'gt begraben zwischen El Caney und San Inan. Al e r i c o. Mexico. Eine große hiesige Zeitung „The Dwv Rcpnblics" erneuert den Aufruf an alle Juden, nach Merico zu kommen und sich in diesem freien Lande niederzulassen. Doch scheint es unbefangenen Beurtheileru, als wenn bei diesen Einladungen ein arger Hacken wäre. Man stellt sich eben hier, wie in vielen anderen Ländern, die Inden als sehr reich vor, und möchte ihre Kapitalien ausnützen für die Entwickelung des Landes. Arme Inden will man hier auch nicht haben und wenn diese kommen werden, wird die Enttäuschung groß sein. vermischtes. Berlin. Wie die „Blätter für die christliche Welt" mitthcilen, sind i. Jahre 1307 in Berlin 136 Juden zur evangelischen Rirche, 1" Evangelische zum Judcuthum übergetrcten. Berlin Bei lins älteste Bewohnerin ist die in der .Noblankstr. >3 wohnhafte verwittwrte Friederike Pinkus, die in dem hohen 'Alter von über 103 Jahren steht. Die in dürftigen Verhältnissen bei ihrer Tochter Iran Weiß lebende o-steiiin ivurdc am 3. Januar 179-7 zu MilleSlaw bei Posen geboicn, wo sie sich auch vermählle und wo ihr verstorbener Gatte Synagogcndicner ivar. Erst vor fünf Jahren siedelte sie naeli Berlin über und ist zur Zeit in Folge eines Fuß bruchcs bettlägerig. Stadtoldendorf. Der 90jährige Fabrik- und Gutsbeiiher <7. Rothschild hier, dessen Denkschrift über ein „System einer Dekonomie des Wassers für das delltsche Reich' in Fachkreisen berechtigtes Aufsehen erregt hat, ist vom Reichskanzler Fürsten Hohenlohe durch ein warines Anerkeimnngsscln eiben ausgezeichnet worden. Eperies. Im nahen Drte Bereezemiezn starb Herr Vazar Goldberger im Alter von 193 Jahren. Derselbe ist nie krank gewesen. Pretoria, Anfang August. 'Am Sonntag, den Io. Juli, hat Herr Rabbiner Eh. 9.!3hn,iiii vor einer gut besuchten Versammlung iu der alten Synagoge ein A2OPI über 7"iiPNt:D'7N‘'3"i “"hn njnV?'ns<c n abgehatten, anschließend einen sehr wirkungsvollen belehrenden Vortrag über Israels Gefchiebte rmd seine Jnkunft (oy nrpin,, ynnvr pjnttf’). Die jüdische (senreinde hier besteht seit fünf Jahren: am 17. Angnst d. I. ivurdc hier die erste neue Snnagoge eröffnet, die zehntausend Pfund tostet und die schönste in Süd-Afrika ist. Die Jiegel zu diesem prachtvollen Gebäude hat Air. -L. Marks (Firma Lewis & Marks) als Geschenk gegeben. Auch ist hiev eine "n"p3i t<L"-,p rron" zu welcher ein Frauen Verein sich angeschlossen hat. Die jüdischen Einwohner sollen hier über 10o sein, jedoch diejenigen, welche hier mit ihren Familien wohnen, erreichen mir die .gahl fünfzig