Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 69 (1.9.1898)
- Date
- 1898-09-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1278 gottesdienste der Gemeinde haben sich in der Form, wie sie bisher ab gehalten wurden, stets eines außerordentlichen Zuspruches erfreut, so daß eS eines besonderen Zugmittels für die große Menge garnicht bedarf und man verwundert vor der Fruge steht, ob denn unsere sonst so vortreffliche und genaue Gemeindeverwaltung für die 0—700 Mk., die diese Sache kostet, gar keine andere Verwendung weiß. Ist die Einrichtung eines neuen Orgelgottesdienstes neben dem in der „neuen Synagoge" ständig abgehaltenen wirklich, wie hier erzählt wird, auf den Einfluß des neugegründeten „liberalen jüdischen Vereins" zurückzuführen, warum hat man diese Mehrbelastung des Etats nicht in Anspruch genommen für die andere, doch mindestens ebenso dringende Forderung, die der „liberale Verein" in seiner „Petition an den Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Breslau" erhob, nämlich für eine bessere Fundirung der Religionslehrerstellen? U. A w. g.l Schweiz. Aus der Schweiz. Ich war Sonntag bei der Eröffnung des Zionistencongreffes, habe die Reden der zwei Hauptoertreter desselben mit angehört und muß gestehen, daß ich das Fernhallen der. orthodoxen Elemente nur begrüßen und unterstützen kann. Sonderbarerweise fanden sich sechs russische Rabbiner bei der Eröffnung, welche wie man hört strengfromme Juden sein sollen, und ihren orthodoxen Standpunkt vertreten wollen, — das ist jedoch sicher, daß von All den Delegirten — nicht ein Zehntel auf dem Standpunkt des überlieferten Judenthums steht, — im Gegentheil der weitaus größere Theil besteht aus Leuten die mit dem Judenthum innerlich gebrochen und nur sogenannte Nationaljuden sind. Die Sottisen, welche Herr Dr. Nord au vemJudenthum im Allgemeinen vorgeworfen, wurden mit rauschendem Beifall ausgenommen unter Anderm wurde eine Redewendung betreff der zu erwartenden Erlösung für Zion „das fei ein Wechsel, welcher niemals eingelöst werde", von den russischen Rabbinern — welche natürlich den Inhalt dieses trivialen Schlagwortes nicht verstanden haben — beifällig beklascht. Herr Dr. Nordau gerirte sich und seine Mitarbeiter als Esra und Nehemia, welche die Neubelebung des Judenthums hervorgebracht, derselbe hat wahrscheinlich übersehen, daß speziell von Esra gesagt wird, daß er veranlaßte, daß diejenigen, welche nichtjüdische Frauen geheirathet hatten, dieselben entlasten mußten, und stimmt dieses nicht mit den heutigen Verhältnissen nach berühmten Mustern. Wenn auch die Bewegung Zionismus genannt, vom sozialen Standpunkt betrachtet, für die slavischen Elemente zur Gründung einer Heimstätte nur zu begrüßen wäre, muß man doch bedenken, daß er ein Unglück für das ganze Judenthum wäre, wenn die Realisirung durch solche Juden ftattfände. nstr soll in den verschiedenen Bureaus der Zionisten-Vereins „stramm" gearbeitet worden sein, uno haben wir noch zu befürchten, daß speziell in der Schweiz, wo wir wegen des Schreibens am rat? in verschiedenen Kantonen Schwierigkeiten haben, solche noch erschwert werden, wenn eine Gesellschaft, die sich eine jüdische nennt, ganz ostentativ über das Religionsgesetz sich hinwegsetzt und öffentlich den Sabbat entweiht. Ein Unternehmen das nicht d'cup begonnen wird, kann keinen Bestand haben. * A. E. Berichtigung. Bafel, 31. Aug. Wir werden um Aufnahme folgender Berichtigung ersucht: In der Nr. 68 des in Mainz erscheinenden „Israelit" ist in einer Notiz über die Vorverhandlungen in der Sitzung der jüdisch-zionistischen Frauen unter Anderem angegeben: Frau Prof. Dr. Schapira hätte sich geäußert, „daß die jüdische Frau, indem sie Zionistin geworden, ein Modell für die zukünftige Frauenemanzipation zu sein verspricht." Die Redaction des benannten Blattes wird ersucht, im Namen des im zweiten Zionistencongrcß thätigen Damencomitös das Angeführte folgendermaßen zu berichtigen: In der betreffenden Sitzung, die am Samstag den 27. August cr. stattgefunden und in der dcs Sabbats wegen überhaupt nicht geschrieben, also auch keine Protokolle abgcfaßt worden, wurde von der Frauenemancipation, die mit den Ausgaben und der Thäügkcit der jüdisch-zionistischen Frauen nichts Gemeinschaft.iches hat, überhaupt nichts gesprochen. — Der Jrrthnm ist dadurch cnlstaudcn, daß ein der Verhandlung beiwohnender Herr den von Ihnen gebrachten Bericht unbefugter Weise als das officielle Protokoll in holographischer Vervielfältigung den Herren Journaliften zum Abdruck zur Verfügung stellte._ Briefkasten der Redaetion. 8M 14. Marcheswau. Es wurde übersehen. Ihnen mitzutheilem daß der Junge NT1 leint- G I. in N Laimud-Hochschule des Herrn Rabbiner Dr- Breuer in Frankfurt a. M. B. in R: „Jakton* bedeutet im Polnisch-jüdischen: Dummkopf, Wahnsinniger. U. E. in T: Margarine wird aus Thierfetten h rgestellt. Soolbad Harzburg, Park-Hans. Etablissement I. Rang s unt. Aufsicht Sr. Eh w. des Ra^b. Dr. Autrb ach. Halbe,stadr. Jed. Samstag Gottesdienst i Hause, fl - . Pension von M 6.50 an. ' 1H. liecht. Todesfall eines Theilhabers und Xeu-Uebernahme veranlassen uns zu einem - wirklichen Ausverkaufsümmtl. Damenkleiderst. f. Sommer, Frühjahr, Herbst u. Winter u. offeriren beispielsweise 6 Met. solid. Sommerstoff z. Kid. für M. 1.50 „ solid. Cubanostoff „ ,, „ „ 1.80 C „ solid. Epinglestoff „ „ „ „ St.IO 6 „ sol. Cr£pe Careaux „ „ „ „ 3.30 sowie modernste Kleideru. Blou senstoffe vers. i. einz. Met. b. Auftr. ▼. 20 Mit. an franco. Oettin^er u. Co., Frankfart g. H. Versandthaus Stoff z. g. Hrn.-Anzug M. 3.75 \ Ul. IO PrOK- Cheviot,, „ „ „ 5.85/extra Rab 10 P r o z e n extra Rabatt auf alle schon reduzirte Preise, während der Inventur-Liquidation. -M- Hnster auf Verlangen franco ins Llano. Modebilder gratis.