Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 69 (1.9.1898)
- Date
- 1898-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448922--46644-2497104- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXXTX. Jahrgang. Jfä GA Ein Der Israelit Genlrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. fTe^mimn in Lttstnr Donnerstag, den 1. September 5658 (1898). Leitende Artikel. Die Zahl Dreizehn. Von Simon Frankfurter in Wefel. (Fortsetzung.) Einstens, als sich das Volk Jisroel dem Ewigen gegegenüber so überaus undankbar gezeigt und sogar angesichts der erhabenen und wunderbaren Wohlthaten, mit denen es von Gott in so vielfacher Weise begnadigt tvorden, den Höchsten verleugnet und durch Abgötterei erzürnt hatte, da ließ sich der Herr durch das Flehen seines treuen Dieners Moscheh nicht allein versöhnen, sondern der Hochheilige offenbarte diesem sogar das erhabene Mittel, wodurch Sühne von ihm zu erlangen ist; er lehrte ihn, wie Nascht erläuternd zur Stelle 2. B. Moscheh, Kap. 24, V. ntrps *hd ns» nsT n^sn cx sjx a-sni „Die rechte Art, um Barmherzigkeit zu siehen, selbst in dem äußersten Falle, daß das Verdienst der Väter nicht mehr Beistand zu bieten vermöchte". Weiter sagt dann der große Commentator, die Worte der Thora paraphrasirend: rx izbz ’nn nna n »npi rpewe vtix nxn nnxr n-ivr' p:j>: vrr pjm eim rrortp •>t> by. p n'vyb bunv' nSs xd nsmt „Denn in der Art, wie Du mich (Gott) in der Umhüllung schaust ttnb verkündend die dreizehn Eigenschaften, so lehre Jisroel ebenso zu handeln, dadurch, daß sie vor mir in Erwähnung bringen, daß ich barmherzig und gnädig bin, werden sie erhört werden; denn meine Barmherzigkeit erschöpft sich nicht." Wahrlich, diese erhabene Versicherung genügt, den ängstlichsten Gemüt Hern jede Furcht vor dem krassen Aberglauben zu nehmen. Denn das Andenken an diese dreizehn hochheiligen Eigenschaften, welche wir in allen unseren Nöthen vor Gottes Majestät in Erwähnung bringen, und vermittels welcher wir in den Tagen der Buße Versöhnung erhoffen, wird uns stets mit neuem Muth und neuer Kraft erfüllen, wie dies auch der in dem pbtb des Mincha-Gebetes des Jour hakipurim schön zum Ausdruck bringt, indem er sagt: ran mtry vbvz ’nnrr Toon „Meine Mgel befestige ich auf die dreizehn Worte" d. h., rneine Zuversicht ist gerichtet auf die dreizehn Gnadenworte und wie er dann wie folgt, schließt: nvw rax rate ratm nSxs :x „Auf diese vertraue ich und auf das Verdienst der drei Urväter". Doch stellen wir weitere Betrachtungen an! Für das Volk Jisroel ist das Wort inx ein heiliges Symbol, und es soll ein solches am Ende der Tage für sämmtliche Bewohner des ganzen Erdballes werden, so kündet es das Wort des Propheten. Für die Wahrheit der einzigen Einheit Gottes haben Myriaden der Söhne Jacobs ihr Leb.n gelaffen, und in dem Bekenntniß des Einzig-Einen hoffen wir, wie alle Anhänger unseres heiligen Glaubens, einstens hinüber zu gehen in die Lande des ewigen Friedens und der wahren Glückseligkeit. Das nnx ist uns zum Schutzhorte und zum Panier geworden, und an jedem Morgen rufen wir frohlockend aus: lrnpx yap er bzz d'öj?? onow D’snyci a’trstrc i;njxiM •inx upbx rr: „Heil uns, die tvir Morgens und Abends vor den Ewigen treten und zweimal des Tages ausrufcn: Höre Israel, der Ewige, unser Gott, ist ein einiges, ewiges Wesen!" Die groß geschriebenen Endbuchstaben des ersten und letzten Wortes dieses herrlichen Bekenntnisses, das v des vüv und das "t des i"x, sie bilden das Wort “fi* „Zeuge", denn durch das Ablegen dieses Gotteszeugniffes treten wir als Zeugen der Wahrheit und der Allmacht auf. Wir schließen beim Anssprechen des Wortes nnx unsere Augen, und