Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 68 (29.8.1898)
- Date
- 1898-08-29
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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S5R?5^K»:^t WSTOW^pw- 1162 terwerken von ^llcrnubcv Dumas und ^cm^ee (5Hot, die ihnen von der Aenderung ihrer Lage, von Macht und Znkunfi schmeichelhafte Bilder entwarfen und schwelglen in dieser Größe. (Größere Leistungen verlangie ihr Judenthnm nicht. Die 613 Gebote und Verbote hielten sie nicht, die Gemeinde steuern drückten sie nicht allzusehr, den Weg zur Synagoge brachte ihnen häufig nur der Bersöhnungslag in Erinnerung; dennoch überredeten sie sich selbst, daß sie gute Inden seien, weil sie Heine liebten und auf den Ruhm von Kugel und Schalet nichts kommen ließen. (Allgemeine Heiterkeit!) Aber da konnnt der Zionismus und ruft ihnen 31t: „Auf ermannt Euch, thut eine That, erarbeitet einen Platz an der Sonne, bis ihr die Welt überzeugt, daß ihr ein .'steckt habt, als Volk zu leben und Euch Eures Leben zu zu freuen." Plötzlich ist es mit diesem Auch-Zudenthnnk, Lauchjudenthum, mit diesem passiven Hindäuimern in ererbten Gewohnheiten zu Ende, da wehren sich diese Scheinjuden mit einer Kraft der Empörung, die uu* eigentlich humoristisch anmuthen sollte: „Ja, wenn es nicht mehr eine genügende Bethätigung unserer Gesinnung sein sollte, daß wir an L-abbatgcrichten Freude haben sollten, ivollen wir nicht mcbr mitthun und sie künden uns den Vernichtungskrieg. Hier streichen die Rabbiner den Ruf: „Im kommenden Jahre nach Jerusalem aus dem Gebetbuch, dort streiten die Rabbiner gegen den Zionismus, als eine von der Religion verbotene Neuerung. Ein hochgeschätzter, jüdischer (Geschichtsschreiber, der ein Jahrbuch der jüdischen Geschichte verfaßt, brachte es fertig, über dasJahr1897 zu berichten,ohnedesZioniftenkongresscs zu ge denken. Andere Juden haben die Stirn zu behaupten, wir hätten im letzten Kongresse gewinselt, wir wollten die Flucht erstreifen während er. der Held, dem Hagel der dichtklatschen- Ohrfeigen tapfer die Wange bietet, seine Kehrseite den Schlägen muthig darbictet. (Beifall.) Diese Erscheinungen sind schmerzlich, aber natürlich und sollen uns nicht anfechten Wir sind eine so uralte Gesell schast, daß in unserer, viel tausendjährigen Geschichte alles sckon dagewesen, neues kann sich unter uns eigentlich gar nicht mehr ziliragen. Als Males sein Volk von der zenechtfchast der Acghptcr befreien wollte, da waren cs zuerst Zuden die sich wider ihn empörten und ihm drohten, sie würden ihn den aegvptischcn Betwrden anzeigen Als Esra und '.st'ebemia alts der ^abulonrschen Gefangenschaft nach Zion znrückkchrten, blieben die reichen, gebildeten Juden, die Heineleser lind Sehaletverehrer ruhig in Babvlou, und ließen die H nverbrannten Schwärmer abziehen. Jetzt ist es nickt anders. Sei es so! Die Schaar des Esra und Nehemia, waren damals eine lvinzige Minderheit. W i r alle aber wir find die ist a ck k 0 m m c n dieser Mindert! eit. Jene in Babylon haben sich spurlos ausgelöst. Bielleichr sind die Zionisten noch eine Minderheit aber and ihnen heraus wstd baS Judenthllin sich verjüngen, durch sie weitcrleben und in eine ferne Zukunft hinübergcretter rverden. .(Beifall). Die jüdischen Gegner des Zionismus sind bestimmt, als Inden 311 verschwinden; wahrscheinlich ist das ihr geheimer Herzenswunsch er wird sicher in (Erfüllung gehen Deßhalb ist es durchaus unzulässig von einer zionistischen Partei im ^udenthnm zu sprechen. Wir iveisen diese Bezeichnung mit Sport und und Verachtung zurück Wir sind keine Partei, wir sind das I u d e n t b n 11t selb st. (Minutenlanger Beifall'. Ihre Zahl that dabei nichts zur Sache. Der Samen der gewaltigen Linde i r ein ganz kleines Gebilde, aber die Zusammenfassungen der ganzen straft des Baumes. Alles was iw Judenthum lebendig ist, was ein jüdisches Ideal, was ManncSwürde, Entwicklungsfrendigkeit hat, ist zionistisch, was sich in der Sklaverei wohl suhlt, oder auf einen nahen natürlichen Tod bosft, steht kalt bei Seite oder bekämpft uns grimmig. Mit Anknüpfung an einen Bevs des österreichischen Dichters Grillparzer will ich schließen: „In unser»! Lager ist Israel, ihr andern aber seid müßige Glieder." VW" Nrrreigerr. “f Für den folgenden Theil ist die Red netton nicht verantwortlich. Wling gkslllht. Für eine Lederu. Schnhmacherartikelhandlung in ein. Landstädtchen Oberhessens w. ein Lehrling gesucht Derselbe muß aus anftänd. Familie, körperlich gesund u. möglichst kräftig sein u. eine gute Schulbildung besitzen. Der Eintritt kann je nach Uebereinkunft sofort oder per 1. Ortober erfolgen. Gefl. Off.u. ö.5132 a. d Geschäftsstelle dss. Blattes erbeten. «rsckerlchrliirg zur Erlernung der Schwarz-, Weißu. Feinbäckerei gesucht. 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Sr Ehrw. des Herrn Rabl'- Hnrwiß. ) 314a Köchin, welche auch etwas Hausarbeit mit übernimmt und gut bürgerlich kochen kann, gegen guten Lohn gesucht. Gest. Ost. zu richten an jf)lso Jacob Meyer zur Zeit Bad Nauheim, Billa Hohenzollern-