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Der Israelit · 1898-08-25 · Heft 67 (25.8.1898) · page 32

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 67 (25.8.1898)
Date
1898-08-25
Page
– (sequence 32)
Language
German
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13 6 Züge wiesen), sie jäten und lockern den Boden, sie begiessen ihre Pflanzen and arbeiten nach Kräften, um die schönsten Blumen und kräftigsten Pflanzen zu gewinnen. Es ist für uns Lehrer ein erfreulicher Anblick, zu sehen, wie diese in ihren Gärtchen verstreuten Gruppen von Zöglingen des Abends, nach gethaner Arbeit, bei den letzten Sonnenstrahlen, die Einen mit vollen Giesskannen einhergehen, Andere Karren mit Gartenerde oder Sand vor sich herschieben, die sie vom Flussufer holen. Die skeptischsten Leute selbst, welche einem solchen Anblicke beiwohnen und unsere Zöglinge mit unermüdlichem Eifer bei der Feldarbeit sehen möchten, würden dann nicht mehr behaupten, dass sich der tunesische Israelit nicht für die Ackerbauthätigkeit eignet. Wie ich Ihnen schon berichtet, zeigen unsere Zöglinge denselben Eifer in der Klasse wie auf dem Felde. Wenn sie nicht alle gleiehmässig begabt sind, so zeigen sie doch alle den nämlichen Eifer und die gleiche Lust zum Studium; sie verschlingen gleichsam, was ihnen gelehrt wird, sie hängen so zu sagen, an den Lippen des Lehrers; sie lassen nichts Vorbeigehen, ohne es zu notiren, sie redigiren fast den Unterricht. Viele unter ihnen verstehen, lernen und behalten mit grosser Leichtigkeit. Es ist für uns eine wahre Freude, diese jungen Schüler zu unterrichten. Uebrigens ist es in der Klasse, wo die Lehrer und obersten Angestellten die angenehmsten Stunden verbringen, und was mich betrifft, obgleich die Vorbereitung meiner Ccrse nicht viel Arbeit und Zeit kostet, so betrachte ich die Stunden, die ich in der Klasse inmitten dieser thätigen und fleissigen Jugend zubringe, als ein Ausruhen von den Sorgen und Arbeiten der Direktion. Handwerkslehrzeit. Ausser dem Unterricht und der Ackerbaulehrzeit wurden die Zöglinge in diesem ersten Jahre mit Tischlerarbeit beschäftigt, und wenn wir auch nur bisher dürftige Tischlerlehrlinge aus ihnen gemacht, so haben sie doch wenigstens gelernt, mit den verschiedenen Handwerkzeugen (dem Hobel, der Säge, dem Stemmeisen, etc.) umzugehen, was die Hauptsache ist, und dieselben in nutzbringender Weise für die Bedürfnisse der Wirtschaft zu handhaben. Wir sind Herrn Valensi sehr dankbar für den vorzüglichen technischen Unterricht, den er unentgeltlich erteilt, und für die Hingabe, die er unserer Anstalt anhaltend erweist. Oiät. Im vorigen Jahre, bei ihrer Ankunft, hatte ich die Zöglinge von dem zur Anstalt gehörigen Arzte untersuchen lassen derselbe halte sie allesammt für blutarm befunden, und rieth mir, ihnen täglich einige Löffel Lebertran zu ver- > abreichen. Ich will Ihnen nicht verbergen, dass ich vor der grossen Ausgabe zurückschreckte, welche ein so regelmässiger Verbrauch dieses kräftigenden Heilmittels verursacht hätte. Ich glaubte also die Verordnung des Arztes umgehen zu können, und überliess es der Natur und der Diät, das Blut unserer Kinder zu bereichern, und ich habe mich in der That nicht geirrt. Das Leben im Freien, die Feldarbeit, die gesunde Kost, einfach und nahrhaft zugleich, besserten und kräftigten bald die jungen Körper, die durch den längeren Aufenthalt in einem so ungesunden Stadtteile, wie das jüdische Viertel in Tunis, geschwächt waren. Ein Jeder, der unsere Zöglinge im Laufe des Jahres gesehen, musste ihr vorzügliches Aussehen bewundern. Den besten Beweis hierfür liefert auch die Leichtigkeit, mit welcher sie die Feldarbeit ertrugen, namentlich zur Zeit der grossen Hitze, die in diesem Jahre besonders anhaltend war; so manchmal überraschte ich die Schüler, wie sie bei dem unerträglichen Sirocco in ihren Gärtchen arbeiteten. Von diesem Standpunkte aus mögen die diesjährigen Erfahrungen als massgebend betrachtet werden, denn viele Leute sagten mir, dass, wenn unsere Kinder auch während des Winters den Anstrengungen der Arbeit Widerstand böten, sie dennoch im Sommer während der grossen Hitze in grossen Schaaren davon laufen würden. (Schluss folgt Briefkasten. H. 10. in F. Die 0 M. von Herrn JL. W. Labe ich den russischen Flüchtlingen in Jaffa zugewendet. €r. R. in F.-J. Vielen Dank fivv Ihre liebenswürdigen Zeilen und herzlichen landsmänuischen Gniss! Cb. R. in H. Ihre und Ihres 1. Mannes Griisse erwiedere ich aufs Herzlichste. 8. 9K. in X. Mit Ihren sehr freundlichen Zeilen zum jüngsten Feste haben Sie mich hoch erfreut. Besten Dank dafür und freundschaftlichen Gruss! „Ein Freund der (Gerechtigkeit in R Ihre am 13. März d. ,T. erhaltenen 5 M. habe ieh dev Rubrik V zugewendet. Frl. A. 8. in CJ. Sie werden gewiss unter „Krankenhaus in Jerusalem“ das Hospital „D”?in "Üp’l" daselbst gemeint haben, dem ich auch die am 3. Juni d. J. erhaltenen 3 M. zugewendet habe. Herzlichen Gruss! . An das Comite des Franenver eins mry„ DUH in riDS. Nachdem ich über die segensreiche Wirksamkeit Ihres Vereins zuverlässigen Bericht erhalten, werde ich mit Freuden das Meinige zur Förderung desselben beitragen. Viel wird es allerdings nicht sein können, da ich selbst die früher übernommenen Verpflichtungen nur sehr schwer in der bisherigen Höhe aufrecht erhalten kann, ganz ohne Erfolg aber werden meine Bemühungen hoffentlich nicht sein, denn Omi p V pp»OQ *mö? NDD. 8. F. in Würzburg. 10 M. am 13, Juni d. J. richtig erhalten. Druck der Joh. Wirth’schen Hofbnchdruckerei Actien-Gesellschaft, Mainz.

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