Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 67 (25.8.1898)
- Date
- 1898-08-25
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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bald mehr werden wird. Eine weitere Besprechung dieses Konsularberichtes behalten wir uns vor. Der Bericht der Jewish-Kolonisation- Association giebt ebenfalls Kenntniss von der gedeihlichen Entwickelung der Kolonien. Er bestätigt auch die schon früher mitgetheilte Nachricht, dass die beiden Dörfer Misch mar Hajarden und Chederah wesentlich vergrößert werden. Nach einer Meldung des „Jewish World“ werden die russischen Juden wieder in das heilige Land gelassen, nur müssen sie sich verpflichten, nicht länger als dreissig Tage im Lande zu bleiben. Das würde schon eine abermalige Milderung des strengen Einwanderungsverbotes bedeuten. Der deutsche Landmesser Gr. Schuhmacher in Haifa, der im Aufträge des deutschen Palästinavereines jetzt eine Vermessung vorgenommen und eine ausgezeichnete Karte aiigefertigt hat, veröffentlicht einen Bericht über seine Arbeiten in der Zeitschrift des deutschen Palästinavereins. Er kann nicht Worte genug finden, um das Gedeihen dieser Provinz zu rühmen, die Sicherheit in derselben, den vorzüglichen Boden etc. Seitdem er 1884 zum ersten Male in dem Linde war, seien fast alle Dörfer an Seelenzahl, Häusern und auch an Wohlstand gewachsen. Die Drusen und Beduinen der Wüste, denen sonst die Fellachen tributpflichtig waren, sind durch die türkischen Truppen gebändigt und werden durch türkische Garnisonen im Zaume gehalten. Auch die im Berichtsjahre 1896 gerade beginnende jüdische Kolonisation im H a u r a n wird als ein wichtiger Kulturfaktor bezeichnet. Safed. Ein dreister Anschlag der schottischen Missionsgesellschaft auf das hiesige jüdische Krankenhaus wurde von unseren Glaubensgenossen mit lobenswerther Energie zurückgewiesen. Das Hospital dies« r Gesellschaft grenzt an das von Frau falsch inska (in Frankfurt a. M.) errichtete jüdische Krankenhaus, hat aber nach der jüdischen Strasse hin keinen Ausgang. Die Herren von der Mission verschafften sich nun auf bisher noch unaufgeklärte Weise eine gegen jedes Gesetz verstossende Ermächtigung des (übrigens christlichen) Stadthauptes, durch den Garten des jüdischen Krankenhauses einen Weg nach dem ihrigen hindurchzulegen, und eines schönen Tages erschien eine Anzahl Arbeiter, welche die Gartenmauer des jüdischen Krankenhauses in einer Ausdehnung von 20 ML und ein kleines Dienstgebäude niederrissen, und einen Weg nach der jüdischen Strasse hin zu pflastern begannen. Den Beamten des jüdischen Krankenhauses hielten sie die Ermächtigung des Stadthauptes entgegen, und als gütliche Auseinandersetzungen sich fruchtlos erwiesen, blieb weiter nichts übrig, als der Gewalt Gewalt entgegenzusetzen, und das geschah mit ausgezeichnetem Erfolge. Noch am selben Abend erschienen gegen 800 jüdische Arbeiter, geführt von den Herren Adelmann und Schub, und in wenigen Stunden waren die Spuren der „Missionsarbeit“ beseitigt und die Wiederherstellung der zerstörten Mauer wieder begonnen. Das ehrwürdige Stadthaupt versuchte zwar zu interveniren, musste aber schliesslich gute Miene zum bösen Spiel machen und seine erste Verfügung wieder aufheben. Die Meierei-Schule von Djedeida. (III. Fortsetzung *) Praktische Arbeiten. Von Oktober bis März haben sie abwechselnd die Vorbereitungs-Beackerung für die grosse Cultur durchgenommen, die Vorbereitung der Sämereien (Reinigung und Schwefelung), das Beschneiden und Beackern der Reben, das Beschneiden und Beackern der Olivenbäume. Von April bis September wurden die Zöglinge mit der Behandlung der Krankheiten, der Seuche im Weingarten, (Oidium und Mildew), mit der Pflege der Bewässerungskulturen, mit der Soramerbeackerung, mit der Ernte und dem Dreschen, und endlich mit der Weinernte und *) 8. Nr. 670. der Weinfabrikation bekannt gemacht. Ausserdem haben sie gelernt, sich der vervollkommneten Instrumente, wie der mechanischen Sense und verschiedener Ernteutensilien zu bedienen. Ausser diesen Arbeiten haben sie sich last täglich mit dem Garten, mit dem Gemüse- und Obstbau beschäftigt und schliesslich mit der Blumenzucht, für die sie bald eine wahre Leidenschaft zeigten. Privatgärtjhen. Obgleich unsere Stundenpläne besondere Stunden für die Erholung vorsehen, finden unsere Zöglinge nichts Besseres, um diese Erholungszeit angenehm zu verbringen, als dass ein Jeder sein Gärtchen pflegt (denn ein Jeder hat seinen Strich, den ihm das Loos