Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 75-76 (22.9.1898)
- Date
- 1898-09-22
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448857-2448928--46818-2497010- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
licher Treue aber unserem erhabenen, hohen Herrscherhause zugethan sein mögen. Dann gebührt einem unermüdlichen hochherzigen Wohlthäter (N. N) der allerinnigste Dank, da derselbe — wie seit vielen Jahren — auch im gegenwärtigen der Unterzeichneten Vorstandschaft edelmüthig die Summe von 110n M. zur Verfügung stellen ließ, wovon die Hälfte zur theilweisen Begleichung der Kostenrechnungen armer Schüler Verwendung gefunden hat, während die andere Hälfte der Stiflungskasse überwiesen wurde. Ebenso erhielten mehrere Zöglinge namhafte Unterstützungen von einem Wohltäter in der Provinz Hessen-Nassau. Von wohlthätigen, edlen Glaubensgenossen in Würzburg werden unsere Praparanden fortgesetzt durch monatliche Geldsendungen thatkräftigst untersttitzt. Auch von der „Freien Vereinigung für die Interessen d. o. I. zu Frankfurt a. M " erhielten mehrere Zöglinge gütige Subventionen, desgleichen mehrere von dem Studium- und Arbeitsbeförderungs-Vereins für Israeliten in Bayern A. V. München" und endlich ein Zögling von der Adnlinistration der israel. Kultusgemeinde Nürnberg. Den wackeren hochherzigen Spendern und den verehrlichen Korporationen der herzinnigste Dank! Auch die Zinsen des Jubiläumsfonds (28 M.) fanden statutengemäße Verwendung. Die sämmtlichen Präparanden des vorjährigen III. Kurses fanden in verschiedenen Seminarien (isr. Lehrerbildungsanstalt Würzburg, jüd. Seminarien zu Cöln und Hannover- Aufnahme. Die Zöglinge des diesjährigen HI. CurseS haben ihre Prüfung glänzend bestanden. Die Einnahmen betrugen 17137 Mk., die Ausgaben 13 648 M. B. Die; a. L. Dem Jahres - Bericht des Deutsch-Israelitischen Kinderheims Hierselbst für das Jahr 1897 entnehmen wir: Im Schuljahr 1897/98 betrug die Anzahl der Zöglinge des „Kinderheims" 41, von denen aus Preußen 17 sind, und zwar aus Hessen-Nassau 12, Nheinprovinz einschl. Hohlenzollern 6, Sachsen 5, Westphalen 2, Hannover und Westpreußen je 1; aus Königreich Sachsen und Bayern je 4, Württemberg 1, Großherzogthum Hessen 2, Koburg- Gotha, Sachsen-Meiningen und Elsaß je 1. Die Zöglinge besuchen bis auf vier die 4-klassige Volksschule in Diez und gehören zu den besten Schülern ihrer resp. Klassen. In drei Klassen haben je ein Zögling den ersten Platz, und bei der diesjährigen öffentlichen Frühjahrsprüfung wurden unsere Waisenkinder besonders belobt. Von den übrigen Zöglingen, die Wohnung und Kost in der Anstalt haben, sind drei bei Handwerkern in Diez (Schneider und Buchbinder) als Lehrlinge untergebracht, der vierte ist der Anstalt in Ahlem von uns zur Erziehung übergeben. Der Religionsunterricht wird in der Anstalt selbst ert heilt, die Inspektion besorgt Herr Rabbiner Dr. Weingarten zu Ems in gewohnter hingebender Weise. Mit Schluß des Wintersemesters traten drei Zöglinge gänzlich aus der Anstalt aus und fünf aus der Schule, die fürs erste während ihrer Lehrzeit in Diez Kost und Wohnung in der Anstalt behalten. Von den ersteren hat einer seine Lehrzeit als Buchbinder beendet, zwei sind nach auswärts in die Lehre, der eine ist in ein Waarengeschäst, der andere in eine Buchdruckerei eingetreten. Von den letzteren tritt einer in ein Waarengeschäst, einer in eine Holzhanülung ein, einer wird Buchbinder, einer Schuhmacher, einer Sattler und Polsterer. Auch in diesem Jahre haben sich die Kaddischftiftungen vermehrt; diese Thatsache spricht dafür, daß wir mit der Uebernahme derartiger Verpstichtungen einem Bedürfniß entgegengekommen sind, das den Stiftern Gelegenheit gibt, Wohlthätigkeit zu üben und zugleich den Wunsch theuren Heimgegangenen ein bleibendes Andenken zu sichern, zu befriedigen, An Geschenken und regelmäßigen Beiträgen gingen im Jahre 1897 Mk. 26,962 ein, wovon M. 14,235 auf die Purrmspende kommen. Auch wurden wir mit Sondergaben für besondere Zwecke, mit Nutzgegenständen, Büchern rc. vielfach sreundtichst bedacht; für alles dieses sagen wir den Spendern herzlichen Dank, mit der Versicherung, daß diese allseitig wohlwollende Theilnahme, der wir begegnen, uns als Sporn dienen kann, immer mehr die Leistungen unserer Anstalt zu steigern und zu vervollkommnen. Ebenso fühlen wir uns zu aufrichtigem Danke der Verwaltung des jüdischen Handwerkervereins in Frankfurt a. M. verpflichtet für die Unterstützung, die dieselbe manchen unserer in ern Handwerk eingetretenen Zöglinge gewährt. Ganz besonoeren Dank schulden wir der edlen Frau, die einen schweren Verlust, den nicht nur die Judenheit sondern die ganze Menschheit vor einigen Jahren erfahren, durch ihr fürstliches Wohlthun zu mildern versteht. Frau Baronin Moritz von Hirsch auf Gereuth, hat uns zur Abtragung der auf unserm Stiftungshause in Diez lastenden Hypothek in hochherziger Weise die Summe von Mk. 22,000 übergeben. Enri «Lotl,ringen). Am 'S rüttf wurde von der diesigen Cnlknsgemcinde ein rons sowie eine - Decke der Synagoge unter Betheiligung der ganzen Umgebung feierlichst übergeben. Sbengenannte Gegenstände sind große Kunstwerke der Stickerei, welche von Frau Silber stein, Gattin des Herrn Oantorö von Bitsch in Lothringen versertigt wurden. Sämmkliche Gäste bewunderten die überaus kunstvolle Leistung dieser DE\s und verdient dieselbe allen Kunstfreunden aufs wärmste empfohlen zu werden.