Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 75-76 (22.9.1898)
- Date
- 1898-09-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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HHX Jahrgang. M 75 & 7« Der Israelit. Ein Genlrat-Hrgan für das orthodoxe Audenthum. Begründet von Dr. ITe^miinn in Itnini. Donnerstag, den 22. September 5659 (1898). Da mit dem l. Oct. 1898 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1898 eingetragen unter Nr. 3684. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten unser Blatt bis Ende September gratis.___ Unsere nächste Nummer, eine Doppelnnmmer, erscheint des heiligen Ber WsE' söhnungsfestes wegen Donnerstag, den 29. September. Leitender Artikel. .2nmn or nw GeimKeu öder Den Dienst im AIIerhrilWe« am UersShllnusstaste. Von Rabbi Jacob Cttlinger (Schluß.) Zu seiner Ehre hat der allgütige Schöpfer des Alls den Tempel der Natur gegründet, zu seiner Verherrlichung die Himmel gewölbt, die Erde ausgespannt, und den Menschen als seinen Priester in diesen heiligen Tempel gesetzt, ihm darin zu dienen. Mit heiligen Kleidern hat er ihn bekleidet — mit den erhabensten Fähigkeiten und Vollkommenheiten seine Seele geschmückt. Mit dem weißen Oberkleide, mit dem weißen Gewände der Unschuld umhüllt, mit den Beinkleidern am Leibe — mit dem schützenden Schamgefühl bedeckt, mit dem Gürtel des Rechtsinns umgürtet und mit dem Ehrenbunde der Verstandessähigkeit aus dem Haupte, — so geschmückt tritt der Erdensohn, nachdem er sich im reinen Strome der Ewigkeit gebadet, ins Heiligthum dieses Erdenlebens ein. So ausgerüstet mit Allem, was zu einem gottgeweihten Dasein erforderlich ist, beginnt er seinen Dienst zuerst mit der Kindheitsperiode. Hier hat er j noch keine Sünden zu sühnen, weil er noch keine zu begehen fähig ist. Hier hat er noch kein thierisches Opftr zn bringen, denn noch vermag er nicht sich und sein Leben zu beherrschen. Heiliges Feuer nur hat er auf dieser Stufe darzubringen. Es ist das heilige Feuer der Religion, welches zuerst in seinem kindlichen Herzen angefacht werden muß. und worauf er lieblich duftenden Weihrauch streuet. Es sind dies die frommen Gefühle seines jungen Herzens, die ersten Blüthen der Gotteslehre, die sein Geist treibt und die auf diesem heiligen Feuer geräuchert lieblich duftend zum Himmel auffteigen. Erscheint ihnl der Herr auch noch in Wolken gehüllt; vermag das Kind, dessen Gedankenvermögen noch ausgeprägt ist, auch keinen richtigen Begriff von seinem erhabenen Dasein noch zu haben, kein klares Bewußtsein noch zu erfassen, so erscheint dennoch der Herr in dieser Wolke über der Lade des Bundes, so ist dennoch angenehm dem Herrn der Dienst auf dieser Kindheitsstufe, denn es ist die Stufe der reinsten Unschuld. Aber hüte dich. Sterblicher! daß kein unheiliges Feuer auf dieser Stufe stehend du darbringst; hüte dich, daß nicht ohne Weihrauchduft du vor Gott in seinem Heiligthume erscheinst. Unheiliges Feuer hatten die Söhne Aron's dargebracht und sie starben in ihrer Jugendblüthe. Darum, o Eltern! wenn euch das Wohl eurer Kinder am Herzen liegt, so traget Sorge dafür, daß heiliges Glaubensfeuer sich im Herzen eurer lieben Sprößlinge entzünde, daß die Blüthen j der Gotteslehre und nicht die unheiligen Kenntnisse