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Der Israelit · 1898-08-17 · Heft 64-65 (17.8.1898) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 64-65 (17.8.1898)
Date
1898-08-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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jLXXIX. Jahrgang. 64 & 69. Der Israelit. Ein Gentrat-Hrgan für dao orlhodore Zudenthum. Bcgnindel von ttr. Vetzinernn in fötalu*. Mittwoch, den 17 August 5858 (1898). Leitender Artikel. Der „Israelit" in: Kampfe mit der „Eoncurrenz". Mainz, 14. August. Es werden nunmehr bald vierzig Jahre, daß die erste Nummer unserer Zeitschrift ihren Siegeszug durch die Welt augetreten. Sie erfreute sich gleich bei ihrem erstell Erscheinen eines solch ungetheilten Beifalls, daß es dem Blatte unter göttlichem Beistände gelang, immer weiter vorwärts zu schreiten und daß dasselbe heute auf eine Höhe in Bezug auf Verbreitung und Ansehen gelangt ist, die ihr großer Begründer in den ersten Jahren ihres Bestehens auch nicht im Entferntesten ahnte. Allerdings hat es ihr dabei au Kämpfen und zwar au oft recht schweren, zu keiner Zeit gefehlt. Aach innen und nach außen galt cs, sich tüchtig zu tvehren. Da war vor aCTcu Dingen die jüdische Reform, au deren Niederwerfung und Znrückdämmnng der Israel i ja allerkauntermaßeu den hervorragendsten Antheil hat, und von deren Bekeuueru er die Gleichberechtigung der gesetzestreuen Glaubensgemeinschaft mit den Brüdern anderer Richtung durch die blitzendeu Waffen seines Geistes unb seines Wissens erzwang. Diese Ansicht ist heute Gemeingut aller gebildeten Glaubensgenossen geworden. Nachher galt es die deutsche Orthodoxie innerlich 511 festigen, sie vor Zerklüftungen und Spaltungen zu bewahren, damit ne als ein geschlossenes Ganze allen Anfeindungen gegenüber fest und muthvoll stehen könne. Auch hierbei mußte wacker gestritten werden, bis es gelang. auch dieses große Werk zu vollenden und alle gegnerischen Stimmen zum Schweigen zu bringen. Die neue Zeit, die Zeit des Antisemitismus, ließ Jacob auch nicht in Frieden wohnen und wiederum mußte der „Israelit" in die Rüstkammer steigen, um neugewappnet dem längst beschwichtigt geglaubten äußeren Feind entgegeutreten zu können. Lange, bevor die verschiedenen sogenannten Abwehrblätter das Licht der Welt erblickt, stand der Israelit auf dem Plan, um einem Marr, Henrici, Rnppel, Förster, Stöcker u. s. w. die heuchlerische Larve vom Antlitz zu reißen und der Segen, den er damit gestiftet, er ist allzubekannt, als daß wir nöthig hätten, an dieser Stelle näher daraus einzugehen. Auf einem Gebiete indeß hielt der Israelit während der ganzen Zeit seines Bestehens anhaltenden Frieden, trotzdem Anlaß zum Streite genug geboten war und das war in Bezug ans den von fremden Blättern veranstalteten Nachdruck der im Israelit enthaltenen Artikel. Im Kampfe für die idealen Güter Israels hat er seine materiellen Interessen stets hintenan gestellt und während der 39 Jahre seines Bestehens niemals irgend eine Zeitung wegen Nachdrucks belangt. Und die Zeitungen wußten dies wohl ausznnntzen. Die ctassischen Erzählungen des Begründers dieser Blätter, der als Erster der gesetzestreuen jüdischen Welt eine hochdeutsche Literatur geschenkt hat, sind in unzähligen jüd. Blättern unb Büchern in fast allen lebenden Sprachen nachgedruckt worden, ohne daß dem Verleger oder dessen Rechtsnachfolger jemals ein Pfennig dafür vergütet wurde. Die Leitartikel, die Originaleorrespondenzen, die Feuilletons, die Essais des „Israelit", Arbeiten, für die wir oft hohe Schriftstellerhonorare zahlten, gingen mit und ohne Quellenangabe in andere jüdische Blätter über, ohne daß wir jemals daraus reagirten, ja es giebt jüdische Blätter, die von ihrem Bestehen bis heute allwöchent lich den Israelit von vorne bis hinten Nachdrucken,

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