Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 61 (4.8.1898)
- Date
- 1898-08-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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JfcXXIX. Jahrgang. JKiu6fT Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orlhodore Iudenlhmn Begründet von Or fe^mann in iftaittf Donnerstag, den Leitender Artikel. Aus Deutschland über Zlngarn. Von L. Kraust, Mainz. In Nr. 56 und 57 dieses Blattes weift Herr Elias Friedmann, Religionslehrer, Huft, auf die Gefahr hin, welche der ungarischen Orthodoxie angesichts des neuen, die Rabbinergehälter regelnden Gesetzes droht. Nach der anschaulichen und sachlichen Darstellung des Herrn Friedmann ist es ja klar, daß die nLnnpn wir in Ungarn gefährdet ist, und es noth thut, Mittel und Wege zu schaffen, dieses kostbare Gut zu retten. Allein, die Mittel, die Herr Elias Friedmann angewendet wissen will, dürften in Ungarn auf manchen, nicht ungerechtfertigten Widerstand stoßen, und zwar nicht allein in den Kreisen, ivo man von der Verbindung der mn mit p» "pn nichts wissen will, sondern auch in denjenigen, wo man dieser Vereinigung ganz sympatisch gegenübersieht und ihre Werthschätzung kennt. Sehen wir uns den Vorschlag des Herrn Friedmann an: Eine mit einer rmn nwbn-Schule verbundene, in zehn aufsteigende Klassen eingetheilte und mit der Berechtigung zur Maturitätsprüfung ausgeftattete Bürgerschule. Weniger als drei Stunden täglich werden für weltliches Wissen, die andere Zeit für rupo ,*npe und D'pBis verwerthet und man gebildete Männer und große raan n^n. Wie verlockend! Bei Licht betrachtet, wirft dieses Projekt jedoch einen Schatten, dessen Undurchdringbarkeit und Tiefe die 'Sn: Ungarns bisher veranlaßt, es zu verwerfen, fr oft es seit dem sog. Kongreßjahr zur Sprache gekommen und Gegenstand lebhafter Debatte war. I. August 5658 (1808),_ Ist ein Unterricht von drei Stunden täglich (sagen wir drei Stunden) für eine nichts geringeres als das Abiturientenexamen zum Ziele habende Schule schon eine knapp bemessene Zeit, so kann man auf die häuslichen Arbeiten, die in jeder Schule eine unentbehrliche Stütze zur Einübung und Festigung des beim Unterrichte Durchgenommenen bilden, hier sicherlich gar nicht verzichten. Der Schüler muß seine Geschichte und Geographie, seine Botanik und Zoologie, Sprachregeln (ö. ung. Sprache) Namen und Zahlen in der ung. Literatur zu Hause „auswendig" lernen. Er muß die beim Unterricht durch Experimente gewonnenen Resultate in der Physik und Chemie zum klaren Verständniß und zur vollendeten Beherrschung zu Hause nachlernen. Er muß sich im Rechnen üben, muß in der Planimetrie fleißig konftruiren, muß Gleichungen lösen, muß Lehrsätze lernen und sie beweisen. Alle vierzehn Tage mindestens muß ein Aufsatz abgeliefert werden und auf Schön- und Rundschrift, wie auf Zeichnen verzichtet man in ung. höheren Schulen auch nicht gern. Nehmen wir für all diese häuslichen Arbeiten nur zwei Stunden täglich, so haben wir schon fünf Arbeitsstunden für die weltlichen Fächer. — Nach maßgebender Ansicht soll ein erwachsener, bereits entwickelter Mensch eine mehr als achtstündige geistige Arbeit täglich auf die Dauer nicht vertragen, ohne Gefahr zu laufen, seine geistigen Organe in Lause der Zeit geschwächt, mitunter gar erheblich geschädigt zu sehen. Wie viel Arbeitsstunden dürfen wir hiernach den im Entwickeln begriffenen Schul-Kindern zumuthen? Wird für ihren, im Stadium des Werdens begriffenen Geist und Körper eine tägliche Arbeitszeit von sechs Stunden nicht gerade genug feinV Es bleibt also nach Abrechnung erwähnter fünf Stunden noch eine Stunde und in dieser Stunde soll gelehrt werden: niv:, ,s-ipo unb o'poi e in dieser Stunde sollen Kinder zu großen