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Der Israelit · 1898-07-25 · Heft 58 (25.7.1898) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 58 (25.7.1898)
Date
1898-07-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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'•l-'üSH-V V-»'!' .W ^^•y^w-y'g^gg'-v-jgr 1074 Personalien Ch. Kofchmt« Am 10. d. 9W. beging der verdienstvolle Vo steher unserer jüd. Gemeinde, Herr Rathsherr H o r w i tz, im Kreise seiner ihm ebenbürtigen Gattin, umgeben von Kindern. Kindeskindern und einer zahlreichen Schaar von Verwandten und Bekannten in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag, aus welchem Anlaß ihm zahlreiche Ehrungen zu Theil wurden. Magist at und Stadtverordneten ernannten ihn zum Stadtaltestcn, die Gemeinde, deren Vorsteher er seit 11 Jahren ist, überreichte eine Adresse und der Krankenpflege- und Bestattungsoerein, an dessen Spitze Herr H. seit 17 Jahren steht, ernannte ihn in Anbetracht seines so überaus verdienstvollen Wirkens um den Verein unter Ueberreichung eines künstlerisch ausgcführten Diploms zum Ehrenm.tgliede. Auch der Armenvcrein hatte zur Beglückwünschung seinen Vorstand dcputirt und als Sprecher desselben, sowie des Krankenvereins und der Gemeindevertretung fungitte Herr Rabbiner Dr. Heppner, der in längerer und ausdrucksvoller Ansprache die vielen Verdienste des Jubilars betonte und hcroorhob. Auch die jüdische Religionsschule und die höhere Töchterschule, deren Lurator Herr Horwitz seit Begründung beider ist, hatten Schüler und Schülerinnen zur Beglückwünschung entsandt und durch reiche Blumenspenden ihre Anerkennung und Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht. Bis zum späten Abend kamen und gingen Gratulanten ohne Unterschied der Confession und von Nah und Fern liefen telegraphische und briefliche Glüchwünsche in Menge ein. Unter diesen verdient ganz besonders das überans herzlich gehaltene Schreiben des isracl. Jungfrauenvereins hervorgehoben zu werden. Möge es denr hochverdiente,» Mann noch recht lange vergönnt sein, in urisercr Mitte zu weilen, zur Freude der Seinigen, zum Besten der Stadt und zum Wohle der jüdischen Gemeinde. Sprechsaal. (Für diesen Theil übernimmt die Redaktion dem Leserkreis gegenüber nur die p-.eßgeseyliche Verantwortung.) tttt# dem Elsaß. Seit einigen Wochen sind mehrere Artikel in der Straßburger Post erschienen, über eine im Entstehen begriffene, neue Verfassung betrrsf der israel. Consistorien im Elsaß. Wir brauchen keine neue Verfassung. Man kann Verfassungen auf Verfassungen anhäusen. man wird die Höhe des Jndifferentismus nicht erreichen. Es giebt keine schönere Verfassung als die wir haben, nur brauchen wir Führer, die die Verfassung kennen und den Geist derselben verstehen. Wir müssen Führer haben, denen unsere Gesetze heilig sind, die nach denselben leben und nach densclben urtheilen. Wir müssen Consistorien haben, die in ihren Entscheidungen sich nur aus unsere Gesetzstützen, und sich nicht durch andere Rücksichten führen lassen. Wir müssen Oberrabbiner und Rabbiner hab.n, die nach unfern Gesetzen leben, welche die ihnen untergeordneten Institutionen nach unseren Gesetze leiten, denen unsere Fest» und Fasttagen heilig sind. Dieses alles kann uns die in Arbeit begriffene neue Verfassung nicht geben. Um dieses zu erlangen, müssen »vir Juden in Elsaß uns ermannen und selbst Autheil nehmen an unfern Gcmeindeverhältnisscn, wir müssen uns lossagen von dem alles vernichtenden JndifferentiSrnus, »vir müssen in die Consistorien nur solche Leute »vählen, die ein marines Herz für unsere Religion haben. Einer für Viele! Letzte Nachrichten. B. Baden-Bade«, 22. Juli. Für die große Zahl der nach Baden-Baden kommenden Fremden jüdischen Glaubensbekenntniffes mag die Mitlheilung von Interesse sein, daß soeben die Grundsteinlegung zu einer Synagoge vollzogen worden ist. Die Synagoge wird nach Plänen des Karlsruher Kunstgewerbeschul-Profesiors Ludwig Levy in der Stephanienstraße, nahe der Sophienstraße (gegenüber dem vormaligen Park der Herzogin von Hamilton) gebaut und verspricht eine Zierde der Stadt zu werden. Der Grundsteinlegung wohnten zahlreiche Gäste aus dem hiesigen und Fremdenpublikum bei. E. Weitzensee, 22. Juli. Im Zusammenhang mit dem Untergang der „Bourgogne" steht der Tod eines Mannes, den man vor einigen Tagen auf dem hiesigen jüdischen Friedhof zu Grobe getragen hat. Ter Entschlafene, ein Herr Schulz, war vor etwa einem Jahr au» Amerika zur alten Heimath zurückgekehrt, um Heilung von schweren Leiten zu suchen. In Berlin hatte der sehr wohlhabende Man mit seiner Gattin ständigen Wolnsitz genommen. Da das Leiden keine Besserung zeigte, so schrieb Sch. seinem in Amerika gebliebenen Sohne, daß er ihn noch einmal sehen möchte. Der Sohn, Herr Albert Schulz, machte sich mit seiner Frau und seinen beiden von ihrer Erzieherin begleiteten Töchtern auf den Weg. Die „Bourgogne" nahm die Reisenden ans und gleich allen Passagieren der ersten Kajüte sollten sie mit dem Schiff auch ihren Untergang finden. Die Kunde von der furchtbaren Katastrophe konnte aus die Dauer dem kranken Vater natürlich nicht verheimlicht werden und von dem Tage an siechte der erst 55jährige Mann zusehends dahin, bis der Tod seinen Leiden ein Ende setzte. Bei der gestrigen Beerdigung, an welcher sich ca. 400 Personen betheiliglen, wies der amtirende Geistliche, Rabbiner Dr. Stein, in einer erschütternden Rede unter Bezugnahme auf Psalm 88, 19 auf den unter so tragischen Umständen erfolgten Tod hin. Die bedauernSwerthe Wittwe, die in kurzer Zeit Gatten, Sohn, Schwiegertochter und Enkel verloren hat, wurde ohnmächtig von der Grabstätte fortgetragen. Briefkasten der Redaetion. G. S. in SB.: Die Sidra, die der Knabe zur Verlesung bringt, ist wegen der nrü'in Bamidbar. Briefkasten der Expedition. A. B. in V.: Betrag dankend erhalten. Soolbad Harzburg, Park-Haus. Etablissement I. RangeS unt. Aufsicht Sr. Eh»w. des Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt. Jed. Samstag SotteSVieust i Haufe. . _ Pension von M. 6.50 au > __ ffl. Hecht.

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