Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 39 (1898)
- Issue
- Heft 57 (21.7.1898)
- Date
- 1898-07-21
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXIX. Jahrgang. M 57. Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orthodore ZudenLHum. Begründet von Dr. Keftmaun in Utiiin). Donnerstag, de« 21. Juli 5658 (1898). «ü. 3nm Msvk abonnirt man bei allen Postanstalten für die Monate Juli und August auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-Zeitungsfchalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die ErprdMon des „Israelit". Leitender Artikel. Aus Ungarn. Von Elias Friedman«, Neligionslehrer, Huszt. II. (Schluß.) „Ist schon die Idee der direkten Heranbildung zum Rabbiner der bei uns herrschenden Auffassung zuwider." Es ist nicht unbedingt nothwendig hiesür irgend welche Autoritäten anzusühren; es ist dies eine Wahrheit, die nur demjenigen neu ist. dem der Geist unserer heiligen Religion ganz und gar fremd geblieben und selbst davon keine Kenntniß hat, daß das Ausüben des Guten dem Juden nicht Mittel, sondern Zweck sein muß. Wer die Tugend übt, um daraus irgend einen erdenklichen Nutzen zu ziehen, der hat eben keine Tugend geübt, der hat nur sein Feld bestellt, damit er dessen Früchte heimführe, min -raAn, Thoralernen ist des Juden größte Tugend, heiligste Pflicht, die wir nicht mit dieser Absicht üben dürfen, uns durch sie eine Existenz zu gründen. Wer Thora lernt, um einen materiellen Nutzen zu erzielen, der hat gelernt, aber nicht die Thora hat er gelernt, ohne die ein Rabbiner nicht denkbar ist. Und wenn das ungarische orthodoxe Judenthum dieser Wahrheit Rechnung tragend von einer Rabbiner- Schule nie wissen wollte, wollte es eben das Studium der heiligen Thora nicht zum Broderwerb herabsetzen.*) Wer aber sagt denn, daß das ungarische orthodoxe Judenthum nur gebildete Rabbiner haben möchte und nicht gerne auch gebildete Kinder hätte, und keine haben kann, weil der orthodoxe Vater keine Gelegenheit findet, sein Kind mit der weltlichen Bildung bekannt zu machen? Wie viele jüdischen Väter möchten gerne ihre Kinder zu weltlich gebildeten mm ys erziehen und können es nicht, weil die Mittelschulen von einem Geiste beherrscht sind, der nichts weniger, als dem Thoralernen, der Religiosität hold ist, so daß der jüdische Schüler, wollte er dem Thorastudium und der Religion überhaupt nicht den Rücken wenden, mit der Schule, mit Lehrer und Mitschüler, mit seiner ganzen Umgebung in ewigem Widerspruch verharren müßte, und da der Vater dies sieht, verzichtet er auf die Vortheile, die die Schulbildung seinem Kinde einbringen würde, um es nicht der Gefahr auszusetzen, daß es im Kampfe, den es in der Schule um seine religiöse Ueberzeugung zu führen gezwungen ist, erliegen könnte. Ja, sehr große Aufsicht muß der Vater üben, und ein sehr wachsames Auge muß er haben, wenn er fein Kind eine Mittelschule besuchen läßt, da es sonst um die Religion des Kindes gethan ist. Daher kommt es, daß der orthodoxe Jude in Ungarn, 'bn rrn natoo rc '"v "p . trv ra nnu e .na *vd rtn rrn *n tt rv 'Ti ,h 'bn nawn na^nö ''