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Der Israelit · 1898-07-18 · Heft 56 (18.7.1898) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
39 (1898)
Issue
Heft 56 (18.7.1898)
Date
1898-07-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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WWNWWVMWUMMGW^ WWWWWW 1033 den im ganzen Sprengel der Kimpolunger israelitischen Cultusgemeinde zu sammelnden Geldbeträgen eine Jubiläumsstiftung zur Au-heirathung armer jüdischer Mädchen am 2. Dezember eines jeden Jahres zu gründen. Italien. § Rom, im Juli. Noch vor Schluß des Schuljahres ist unser Rabbiner-Seminar nach einer Lebensdauer von nur wenigen Jahren geschlossen worden, um, wie allgemein versichert wird, nie mehr wieder geöffnet zu werden. So entbehren die Juden Italiens neuerdings einer Pflanzstätte für Rabbiner, Vorbeter und Lehrer, da das Rabbiner-Seminar in Padua gleichfalls schon vor einigen Jahren geschlossen worden ist. Die Ursache weßhalb nun auch das hiesige Rabbiner-Seminar geschlossen werden mußte, ist hauptsächlich die, daß es kein entsprechendes Einkommen hatte und daher auch die wenigen Lehrer, die an demselben docirten, nicht zu besolden vermochte, njtwj wpe heißt es bekanntlich im jüdischen Sprichwort und soll daher in Florenz, wo bekanntlich der tüchtige deutsche Rabbiner D r. M argu li es so segensreich wirkt, ein neues Rabbiner-Seminar entstehen. Rathsamer dürste es indeß für die italienischen Juden sein, in Livorno, das stets ein min oipo war und wo auch die nöthiaen Büchersammlungen dazu vorhanden sind, ein Rabbiner-Seminar zu errichten. Vielleicht würde dann auch der oortigc Bücher-(wiLv)- Handel, der jetzt sehr darniederliegt, neu aufblühen. Frankreich.? Paris. Jetzt, wo alles das hundertjährige Jubiläum des berühmten Geschichtschreibers Michelet feiert, mag es an der Zeit sein, an die Worte zu erinnern, die er über die Juden schrieb: „Ich liebe die Juden! Noch habe ich keine Gelegenheit verloren, die sich bot, ohne an die Märtyrer derselben, ihre Familientugenden, ihre ausgezeichneten Talente, die sie gegenwärtig zeigen, zu erinnern. Wie sollte man nicht von dem Schicksal dieses Volkes gerührt sein, das die christliche Welt geschaffen hat Und so von seinem Sohne verfolgt und gekreuzigt wird. Wenn man streng sein will, muß man es bedauern, man sage „Seine Laster sind diejenigen, die wir ihm anerzogen, aber seine Tugenden gehören ihm selbst." Achtung vor dem Duldervolke, auf welches die Welt seit so viel Jahrhunderten eingehackt hat, und welches noch heute so viel in Rußland erleiden muß. Respekt vor der Treue dieses Volkes, deffen Kultus uns noch zeigt, wovon man ausging und wohin man zurückkehrt, jenes Priesterthum des Hauses, dem die Zukunft gehölt. Achtung vor seiner lebendigen Kraft, welche aus seinem orientalischen Quell in unseren Tagen so viele Talente hat sprudeln lasten, Gelehrte und Künstler jeder Art! (Bible de l’Hu* manite p. 382 Note.) England. X. London, 15. Juli. Die jüdische Freischule Hierselbst, aus der so viele Männer hervorgegangen sind, die sich einen bedeutenden Namen in der Welt zu schaffen wußten, besteht bereits seit 120 Jahren und genießt jetzt den Ruhm, die größte Schule im ganzen Britischen Reich zu sein. Die Anstalt liegt mitten in dem Viertel der armen Juden im Oftende der Millionenstadt und zählt heute nicht weniger als 3500 Zöglinge. Die Rothschilds in England haben stets sehr viel für die Wohlfahrt der Schule gethan und als es vor Kurzem nöthig wurde, das Gebäude beträchtlich zu vergrößern, faßte man den Entschluß, 20,0ü0 Pfund Sterling zu dem Zweck zu sammeln und den neuanzubauenden Flügel Lord Rothschild zu Ehren den „Rothschild Wing" zu nennen. Vor einigen Tagen fand nun die feierliche Einweihung der angebauten Räume statt — das nothwendige Geld war nämlich schneller als man gehofft zusammengekommen. Der Eröffnungsfeier wohnten die vornehmsten und reichsten jüdischen Famlien Londons bei, unter Andern der frühere Lord Mayor Sir George Faudel Philipps, Sir Philip Magnus, Sir Saniuel Montag» und natürlich auch Lord Rothschild. Den Letzteren schien es sehr in Verlegenheit zu setzen, daß man ihn so vor der Oeffentlichkeit mit Lobreden überschüttete. Der Vorsitzende der Schuldirektion erklärte in seiner Rede, daß man schon lange das Bedürfniß gefühlt hätte, sich dem Lord für die vielen und wichtigen Dienste, die er der Schule bereits geleistet, in irgend einer Weise erkenntlich zu zeigen. Es sei dies aber sehr schwer auszuführen gewesen, da man ihm, dem mit irdischen Gütern so überreich gesegneten Manne, unmöglich ein Geschenk in Gestalt silbernen Tafelgeräths, einer Bibliothek oder sonst etwas Aehnlichem machen konnte, und so sei man denn zuletzt auf den Gedanken gekommen, dem Wohlthäter der Schule dadurch die Dankbarkeit und Verehrung zu beweisen, daß man den neuangebauten Flügel nach ihm benenne. Lord Rothschild dankte mit bewegten Worten und vertheidigte die Schule gegen die Angriffe, die der Unterrichts-Minister Sir John Gorst kürzlich gegen „Unabhängige Schulen" gerichtet hatte. Amerika. o. New-Uork, 11. Juli. Dieser Tage war die letzte Versammlung der Gesellschaft Deborah Sewing Society in dieser Saison, in welcher 200 M. aus derKassesür das „RotheKreuz" bewilligt wurden, für welches die vereinigten hebräischen Wohlthätigkeitsvereine 3000 Bettücher und 1500 Kiffenbezüge zu

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